Bei Hattrick-Held Claudio Pizarro fehlen Werder mittlerweile fast die Worte

Der Sprachlos-Macher

Mittendrin: Sandro Wagner (links) und Philipp Bargfrede herzen Werders Mal-wieder-Matchwinner Claudio Pizarro nach dessen Siegtor zum 3:2 gegen Köln. ·

Bremen - So langsam gehen für diesen Mann die Superlative aus, sind selbst die Teamkollegen sprachlos ob der tollen Taten von Claudio Pizarro. „Wie wichtig er für uns ist, kann man mit Worten gar nicht mehr beschreiben“, stammelte Kapitän Clemens Fritz, ehe ihm doch noch ein paar Huldigungen einfielen.

„Ein phantastischer Spieler, der beste Stürmer der Bundesliga. Dank Gott und Claudio haben wir drei Punkte geholt“, urteilte Fritz nach dem 3:2 (0:2)-Heimsieg gegen den 1. FC Köln, den Pizarro mit einem Hattrick ganz alleine herausgeschossen hatte.

Damit gewann der Bremer auch ganz klar das TorjägerDuell gegen Kölns Lukas Podolski, der immerhin das 1:0 durch Christian Clemens (3.) vorbereitet und das 2:0 (45.) selbst erzielt hatte – Pizarro und Podolski waren an allen fünf Treffern der Partie beteiligt. „Es freut mich natürlich, dass ich ein Tor gemacht und eins aufgelegt habe, doch leider hat das nicht gereicht“, stöhnte Podolski und lobte seinen früheren Münchner Mannschaftskameraden: „Werder hat eben vorne einen überragenden Pizarro. Er lauert, er hat die Nase, er macht die Tore.“

Wehe, der "Piza"-Express liefert nicht

Wehe, wenn...

Nachdem Sebastian Prödl und Aaron Hunt gescheitert waren, schlug der Peruaner mit einem Drehschuss zum ersten Mal zu (49.). Per Elfmeter glich er fünf Minuten später zum 2:2 aus. Seinen letzten Strafstoß hatte Pizarro am 28. Oktober 2006 gegen Frankfurt ge- und verschossen. Der letzte Treffer vom „Punkt“ datierte bis Samstag vom 13. Oktober 2001 (beim 5:1 im Münchner Derby gegen 1860). Aus kurzer Distanz machte er sich schließlich mit dem 3:2 zum gefeierten Helden (86.).

Anschließend erhielt Pizarro, dem nach dem 7:2 in Wolfsburg am 19. September 1999 der zweite Hattrick in der Bundesliga gelungen war, zum x-ten Mal die Auszeichnung „Man of the Match“ – mit den großen Schecks, die er dafür symbolisch überreicht bekommt, kann er sich mittlerweile fast sein komplettes Haus tapezieren.

Werder in der Einzelkritik

Werder gegen Köln - die Einzelkritik

Für Pizarro waren es die Saisontore neun, zehn und elf im elften Saisonspiel – das erste gegen Kaiserslautern hatte er verpasst, weil er nach einem Innenbandriss im Knie noch nicht wieder ganz fit war. „Zurzeit treffe ich einfach alles. Das ist eine gute Quote“, findet der 33-Jährige. Vom besten Pizarro aller Zeiten mochte er allerdings nicht sprechen, stattdessen urteilte er: „Ich habe vielleicht schon besser gespielt, aber eben nicht so oft getroffen. Ich schieße jetzt Tore, die ich früher nicht unbedingt gemacht habe. Ich fühle mich einfach gut.“

Werders Nummer 24 ist nun nur noch 19 Tore davon entfernt, Marco Bode als besten Werder-Schützen der Vereinsgeschichte abzulösen. Und in der Bundesliga ist er aktuell die Nummer zwei hinter Bayerns Mario Gomez. Diesem Pizarro, ohne dessen Tore und Vorlagen Werder richtig übel dastehen würde, ist inzwischen alles zuzutrauen – auch die Torjägerkanone. „Eigentlich hat mich das nicht interessiert Ich habe immer gesagt, das es das Wichtigste ist, dass das Team gewinnt. Aber nun ist es eine Möglichkeit. Es wäre super, wenn ich das schaffen würde.“

Sieg gegen den 1. FC Köln

Werder siegt gegen den 1. FC Köln

In dieser bisher so formidablen Saison hat „Piza“ wohl die letzte Chance auf die „Krone“. Zum einen steht noch nicht fest, wie lange er noch für Werder stürmt. Er hat einen Vertrag bis 2013, den beide Seiten im kommenden Jahr beenden können. Zum anderen ist er bereits 33. Doch das Alter spielt für Sportchef Klaus Allofs keine Rolle: „Claudio hat momentan die absolute Fitness, das ist ganz entscheidend. Da ist es egal, ob man 32, 33 oder 34 Jahre alt ist. Dazu noch seine Qualitäten – dann kann man so erfolgreich spielen.“ Für Trainer Thomas Schaaf ist der alte Pizarro sogar noch wervoller als der junge: „Er wird mit dem Alter immer besser.“ · mr

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