Sportchef Eichin sieht die Gefahr: „Es sollte auch mal wieder ein anderer treffen“

Die große Abhängigkeit von Ujah

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Anthony Ujah

Bremen - Ujah, wer sonst? Beim 1:1 in Stuttgart war es einmal mehr ein Tor von Stürmer Anthony Ujah, das Werder Bremen einen Punkt bescherte.

Schon beim 1:1 bei Hertha BSC, beim 3:1 in Hoffenheim (Treffer zum 2:1) und beim 3:1 in Mainz (Tore zum 1:0 und 2:0) hatte der Nigerianer entscheidende Beiträge geleistet. Oder anders gesagt: Ohne seine Tore hätte Werder sechs Punkte weniger. Nicht zu vergessen das goldene Tor in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen seinen Ex-Club Köln. „Für mich persönlich“, sagt der Nigerianer, „läuft es ganz gut. Aber ich weiß auch, dass meine Quote noch besser sein könnte.“ Mehr geht immer. Aber in einer Mannschaft, die in 15 Partien nur 15 Mal getroffen hat, sind sieben Tore eine echte Marke. Ujah steht damit einsam an der Spitze der teaminternen Rangliste (siehe Übersicht links). Geschäftsführer Thomas Eichin beobachtet das allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Wir müssen einen haben, der die Bälle reinmacht. Und das macht Ujah gut. Das einzige, was nicht passt, ist das Verhältnis zwischen Tonys Toren und unserer Toranzahl insgesamt. Es sollte auch mal wieder ein anderer treffen“, sagt der 49-Jährige. Seit drei Spielen hat es kein Nicht-Ujah-Tor mehr gegeben.

Es ist eine Abhängigkeit, die Gefahren birgt. Was, wenn Ujah ausfällt? Wenn er in eine Tor-Krise gerät? Wie zwischen dem fünften und neunten Spieltag, als er nicht traf und Werder fünf Partien in Folge verlor. Eichin sieht die Gefahr. Viktor Skripnik mag sie aber nicht zum Thema machen. Ujah mache schließlich nur das, „was wir von ihm erwarten. Meinetwegen kann er auch 80 Prozent unserer Tore machen“, meint der Trainer und ergänzt lapidar: „Wir sind immer von unseren Leistungsträgern abhängig.“

Der, um den es geht, lenkt lieber von sich ab. „Vielleicht war ich zuletzt immer in der richtigen Position. Aber wenn wir einen guten Tag haben, können drei, vier Spieler bei uns Tore schießen. Die Mannschaft vertraut nicht nur mir allein“, behauptet Ujah. Zudem sei da ja auch noch Aron Johannsson, der eigentlich als zweiter Torlieferant eingeplant war, nun aber schon seit Wochen verletzt zuschauen muss. „Wir vermissen ihn“, meint Ujah und weiß doch, dass es gerade deshalb noch mehr auf ihn selbst ankommt. Und nach dem Ausgleichstreffer in Stuttgart konnte er erleichtert sagen: „Ich bin froh, dass ich da bin, wenn die Mannschaft mich braucht.“

csa/kni

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