Werder soll Samstag gegen Schalke nachlegen

Sportchef Eichin fordert „brutalste Vehemenz“

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Zufrieden mit dem Hannover-Spiel, aber zurücklehnen kommt für Werder-Sportchef Thomas Eichin trotzdem noch längst nicht in Frage. ·

Bremen - Mit dem Auswärtssieg im kleinen Nordderby bei Hannover 96 (2:1) hat sich Werder im Abstiegskampf gehörig Luft verschafft. Sportchef Thomas Eichin sieht seinen Club aber noch immer in einer „nicht ungefährlichen Lage“ und fordert „brutalste Vehemenz“ im Heimspiel gegen Schalke am Samstag (15.30 Uhr).

Im Interview spricht der 47-Jährige zudem über die Abgänge Aaron Hunt und Aleksandar Ignjovski – sowie Stürmer Ciro Immobile, der definitiv nicht nach Bremen kommen wird.

Werder ist aktuell Zwölfter und hat nach dem 2:1 in Hannover 32 Punkte – wie viele brauchen Sie noch für den Klassenerhalt?

Thomas Eichin:Diese ganze Rumrechnerei bringt nichts. Wir müssen aufhören, ständig nach oben, unten oder zur Seite zu gucken. Es klingt vielleicht langweilig, weil ich es immer wieder sage: Aber wir müssen das nächste Spiel angehen, als ginge es um alles. Wir haben am Samstag ein Heimspiel gegen Schalke – und da verlange ich, dass wir genauso reingehen wie in Hannover. Wir wollen auch zu Hause mal wieder einen Erfolg, auch für unsere Zuschauer. Wir müssen nachlegen, da erwarte ich brutalste Vehemenz – als gäbe es kein Morgen.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation im Abstiegskampf?

Eichin:Es ist doch nichts passiert. Wenn wir zwei Mal verlieren, sind wir wieder genau in der gleichen Situation wie vor dem Hannover-Spiel. Wir sind momentan zwar gerade in der Pole Position, wie Sebastian Prödl treffend gesagt hat – aber eben nach wie vor in einer nicht ungefährlichen Lage.

Ist der Druck besonders groß, haut Werder einen Sieg raus. Das war in der Hinrunde mehrfach so, jetzt in Hannover wieder. Woran liegt das?

Eichin:Ich möchte das nicht überbewerten. Es gibt in der Bundesliga kein Schema F für irgendetwas. Und ich will auch gar nicht den Schlüssel für irgendetwas suchen. Unsere Mannschaft kommt insgesamt gut mit Druck klar. Aber die Liga ist stark, da kann man zwischendurch auch mal zwei Spiele verlieren.

In Hannover hat Werder nach langer Zeit mal wieder spielerisch überzeugt. Wie sehr hat Sie das gefreut?

Eichin:Es war schon schön anzusehen. Aber noch mehr habe ich mich über die drei wichtigen Punkte im Abstiegskampf gefreut.

Inwieweit erleichtert der Sieg die Planungen für die neue Saison?

Eichin:Unwesentlich. Es ist natürlich einfacher für Gespräche mit Agenten und Spielern, wenn man weiß, dass man kein Abstiegskandidat mehr ist. So weit sind wir aber noch nicht.

Wie weit sind die Planungen?

Eichin:So weit, wie sie bei einer nicht ganz geklärten Situation sein können.

Fest steht bereits, dass Aleksandar Ignjovski und Aaron Hunt gehen.

Eichin:Ich habe einen sehr guten Kontakt zu ,Iggy‘. Er ist überzeugt davon, dass seine Zukunft auf der Sechs ist. Wir sehen dort bei uns eher andere Spieler. Er will sich spezialisieren, das ist der Hauptgrund für den Wechsel. Am Geld lag es nicht. Ich kann ihn verstehen.

Gilt das auch für Hunt?

Eichin:Ich orientiere mich immer an der machbaren Situation. Wenn Aaron in seinem Alter noch mal etwas Neues ausprobieren will und bei einen anderen Verein auch noch deutlich mehr verdienen kann, habe ich absolutes Verständnis. Wir werden deshalb nicht in tiefe Trauer verfallen, sondern suchen einen Ersatz. Ich bin mir sicher, dass Aaron bis zum letzten Spiel alles für Werder geben wird. Und danach wünsche ich ihm viel Glück.

Es ist schon vom nächsten Umbruch oder einem Ausverkauf bei Werder die Rede. Was entgegnen Sie?

Eichin:Wir haben einen Konsolidierungskurs, den wir einhalten müssen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Kader muss korrigiert werden. Dafür sind Einschnitte nötig, die auch mal weh tun. Wir haben einen klaren Plan. Aber es braucht Zeit, ihn umzusetzen. Es interessiert mich nicht so, ob da von Umbruch, Abbruch, Aufbruch oder Zusammenbruch berichtet wird.

Sebastian Prödl spielt seit Wochen stark, war gegen Hannover der Matchwinner. Er will im Sommer Klarheit haben, wie es weitergeht. Haben Sie Sorge, dass er sich auch noch verabschiedet?

Eichin:Überhaupt nicht, weil er hier einen Vertrag bis 2015 hat. Da mache ich mir frühestens im Sommer Gedanken und nicht schon heute. ,Basti‘ spielt momentan genau so, wie wir ihn sehen möchten. Er ist hochveranlagt und setzt alles um. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Santiago Garcia ist bis Saisonende ausgeliehen, soll fest verpflichtet werden. Gibt es einen neuen Stand bei den Nachverhandlungen über die Ablöse?

Eichin:Nein, ich habe noch bis zum 30. April Zeit. Jeder weiß aber, dass ich sehr viel von ihm halte und ihn als Fußballer-Typen schätze.

Am Wochenende haben Sie Kooperationspartner Juventus Turin besucht. Haben Sie dort schon einen Transfer eingefädelt – etwa den von Stürmer Ciro Immobile?

Eichin:Nein. Und Immobile ist bei Werder auch überhaupt kein Thema.

Kommt im Sommer denn ein anderer Juventus-Spieler?

Eichin:Das weiß ich nicht, das werden wir sehen. Fakt ist: Wir profitieren schon jetzt voneinander, führen gute Gespräche, tauschen uns aus. Diese Verbindung hilft uns enorm weiter.

Inwiefern?

Eichin:Wir profitieren zum Beispiel vom Scouting der Italiener. Es müssen nicht immer gleich Transfers sein. · mr

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