Werder hat sich entschieden – aber für wen?

Sponsor-Würfel sind gefallen

Welcher Sponsor kommt denn nun drauf. Werder hat eine Entscheidung getroffen, hält diese aber noch unter Verschluss.

Donaueschingen · Werder hat gestern noch keinen Vollzug in Sachen Hauptsponsor vermeldet – allerdings könnte es jetzt schnell gehen. „Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber wir haben intern eine Entscheidung getroffen und unsere Präferenz auch klar kommuniziert. Nun arbeiten wir daran, es unter Dach und Fach zu bringen“, sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry.

Wie lange das dauert, ließ er offen. Scheinbar sind aber nur noch Kleinigkeiten zu klären. Ob es sich bei dem auserkorenen Favoriten um den niedersächsischen Geflügelfabrikanten „Wiesenhof“ (gehört zur PHW-Gruppe Lohmann & Co.) oder den zweiten Kandidaten (ein ausländisches Unternehmen) handelt, sagte Filbry nicht. Klar ist aber, dass die Bremer nicht weniger Geld bekommen als von Vorgänger „Targobank“ (rund acht Millionen Euro).

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Ungeachtet der noch nicht verkündeten Werder-Wahl wächst der Widerstand gegen „Wiesenhof“. So haben die „Bürgerinitiative Munzel“ und die Gruppe „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ die Bremer in Offenen Briefen gebeten, nicht mit dem Geflügelzüchter und -verarbeiter, der sich im September angeblich in „Oldenburger Geflügelspezialitäten“ umbenennen will, zusammenzuarbeiten. Die Facebook-Gruppe „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke“ hat mehrere Tausend Mitglieder, die Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag protestiert ebenfalls – deren Sprecherin Metha Janssen-Kucz sagt: „Werbung für Massentierhaltung hat auf Fußballtrikots nichts zu suchen.“ Und vor dem Weserstadion demonstrierten gestern drei Aktivisten der Tierschutzorganisation „Peta“ mit totem Geflügel in der Hand.

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Filbry ist von den Aufschreien „nicht überrascht. Dass das Unternehmen von Teilen der Öffentlichkeit kritisch beurteilt wird, ist in Ordnung. Es setzt sich aber auch transparent für viele wichtige Themen ein. Ich habe so ein bisschen den Eindruck, als ob Tierschutzaktivisten die Werder-Fans instrumentalisieren“. Auf Werders Entscheidung haben die Proteste „keinen Einfluss“, sagte der Bremer Geschäftsführer.

Bei der Frage, welche Rolle das Image eines Kandidaten bei der Sponsorenwahl spielt, wich Filbry ein wenig aus: „Ich sage es umgekehrt: Werder ist eine Plattform für Vermarktung. Viele Unternehmen wählen uns, weil wir für Kontinuität, Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Sympathie stehen.“ · mr

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