Volles Vertrauen in Spielmacher Eggestein

Er ist erst 18 Jahre jung und schon Werders Spielmacher: Maximilian Eggestein. n Foto: nph

Bremen - Torsten Frings muss lachen, als er kurz daran zurückdenkt, wie das so war als 18-jähriger Fußballprofi. War er damals auch schon so vernünftig und fokussiert, wie der junge Maximilian Eggestein heute? Wohl nicht. Frings gehörte eher zu den Wilden. Zu denen, die sich ausprobierten und die eigenen Grenzen ausloteten, wie das eben viele in diesem Alter machen. Und die erst einmal herausfinden wollen, was das Leben so zu bieten hat.

„Die jetzige Generation wächst ganz anders auf“, meint der inzwischen 38-jährige Frings, „im Internat wirst du ja geschult, ein Fußballprofi zu werden. Das gab es bei uns nicht.“ Und so kommt der 18-jährige Eggestein wesentlich reifer und geerdeter daher, und das ist wohl auch gut so. Denn der Hannoveraner bekommt von Werder-Coach Viktor Skripnik und Co-Trainer Frings eine Menge Verantwortung aufgetragen, in der Rolle als Spielmacher.

Im DFB-Pokal in Würzburg gab Eggestein gerade sein Startelfdebüt bei einem Pflichtspiel der Profis, am Samstag zum Bundesligastart gegen Schalke 04 könnte er wieder dabei sein. Vor 42 000 Zuschauern im eigenen Stadion. Viel Druck für einen so jungen Kerl, doch Werder will ihm die Zeit geben, die er braucht. Eggestein soll ein Mann für die Zukunft werden, auch wenn die bereits jetzt begonnen hat.

„Maxi hat sich seine Einsätze verdient“, betont Frings, „er hat eine überragende Vorbereitung gespielt und auch ein ordentliches Spiel gegen Würzburg gemacht. Wir stellen nur nach Leistung auf. Egal, ob einer 18 oder 30 Jahre alt ist.“ Eggestein durfte bei Werders Testspielen im Sommer bereits ran und fiel dabei durch seine ruhige Übersicht und seine Spielintelligenz auf. Eggestein spielt lieber den einfachen Ball, der dann aber funktioniert, als dass er mit Kunststückchen Effekthascherei betreibt. Bei den Mitspielern kommt das an. „Die anderen akzeptieren ihn auf dieser Position“, meint Frings, „warum sollen wir einem jungen Spieler da nicht das Vertrauen schenken? Ihm fehlt ja nur die Erfahrung, sonst bringt er alles mit.“

Eggestein trainiert fleißig, lebt professionell und weiß, worauf es ankommt. Das schaut er sich täglich bei den älteren Mannschaftskollegen ab. Wie arbeiten sie? Wie verhalten sie sich abseits des Rasens? Wie gehen sie mit Mitspielern oder den Medien um? „Ich schaue mir das an und kann da viel lernen. Und Clemens oder Zladdi geben mir auch öfter mal Tipps“, sagt Eggestein. Und gestandene Profis wie Fritz und Junuzovic taugen gut als Vorbilder, schließlich sind die auch keine Spielertypen, die die Bodenhaftung verlieren. Um Eggestein macht man sich da bei Werder auch keine Sorgen. Obwohl der Rummel um den Teenager bereits los geht, die Erwartungen wachsen.

„Aufgrund seines Alters sollte man die Kirche auch mal im Dorf lassen und keine Wunderdinge von ihm erwarten a la Diego oder Özil“, bremst Frings vehement: „Maxi muss in die Position erstmal langsam reinwachsen und dann haben wir für die Zukunft einen überragenden Mann.“

Werders Vorteil ist, dass es mehrere Optionen auf der Spielmacherposition gibt. Auch Fin Bartels oder Levent Aycicek können dort spielen. Es nimmt den Druck von Eggestein, sich selbst macht er aber auch keinen. „Wenn ich mal auf der Bank sitze, ist das auch kein Beinbruch“, meint der Youngster, „dann versuche ich im nächsten Training wieder, mich zu empfehlen.“

Sein Vorteil ist, dass Skripnik ihn schon aus den U 17- und U 19-Zeiten genau kennt – und an ihn glaubt. Dieses Vertrauen hilft. „Natürlich ist es mein Ziel, dass ich mich irgendwann hier durchsetzen möchte“, sagt Eggestein, „aber ich betrachte das nüchtern und sage mir, dass ich noch genug Zeit habe.“ Und dann beginnt die Zukunft eben erst morgen. 

phi

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