Baumann: Hierarchien neu ordnen

„Spieler müssen zueinander finden“

„Schmerzlake“ – für Frank Baumann ist das nur ein Wort, aber keine Erfahrung. J Foto: nordphoto

Herzlake - Die Schauergeschichten aus Herzlake kennt Frank Baumann auch nur vom Hörensagen. Wildschweine auf der Laufstrecke? „Ich weiß davon“, grinst der Werder-Sportchef.

Ver(w)irrte Spieler, die sich von Erschöpfung gezeichnet im Wald verlaufen und nicht ins Hotel zurückfinden? Baumann lacht herzhaft über die Anekdoten, die sich vor 17 Jahren zugetragen haben und durch ständiges Weitererzählen gewissermaßen zum Werder-Seemannsgarn geworden sind.

Doch anders als der heutige Chefcoach Viktor Skripnik war Frank Baumann noch nicht live dabei, als Felix Magath die Generation um die zwischen Bäumen und Wildschweinen verschollenen Andreas Herzog und Ailton mit heute fragwürdigen Methoden drangsalierte. Baumann hat Herzlake nur als Spieler des 1. FC Nürnberg kennengelernt – und das auch nur als Schlafstätte vor einem Zweitliga-Spiel beim SV Meppen. Club-Trainer damals: natürlich Felix Magath. Der übernahm anschließend den SV Werder, war aber schon wieder Geschichte, als sich Baumann im Sommer 1999 den Bremern anschloss. „Schmerzlake“ ist für Baumann also nur ein Wort, aber keine Erfahrung.

Seit heute macht der SV Werder wieder Station im Emsland, aber körperlich geknüppelt wird im dritten und letzten Trainingslager der Saisonvorbereitung nicht mehr. Es geht jetzt um die Feinjustierungen auf dem Platz, aber auch innerhalb des Kaders. Baumann über die Agenda für die fünf Tage im Emsland: „Es wird für die Spieler nicht mehr so schmerzhaft, der richtig unangenehme Teil der Vorbereitung ist vorbei. Wir müssen jetzt noch im spielerischen und taktischen Bereich intensiv arbeiten. Personell ist bei uns viel passiert, die Spieler müssen weiter zueinander finden. Die Hierarchien in der Mannschaft werden neu geordnet.“

Und wieso das alles in Herzlake und nicht in Bremen? Baumann: „Weil das Hotel super ist und der Trainingsplatz direkt angeschlossen ist. Die Bedingungen sind Spitze. Außerdem wollen wir uns nochmal im Werder-Land zeigen.“ 
csa

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