Wenigstens nicht verloren . . .

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Zwei Mal übel geschlafen, schon wieder zwei schnelle Gegentreffer gefangen, aber dann zwei Mal zurückgeschlagen

Düsseldorf - von Malte Rehnert. Zwei Mal übel geschlafen, schon wieder zwei schnelle Gegentreffer gefangen, aber dann zwei Mal zurückgeschlagen – und am Ende immerhin einen Punkt mitgebracht. Werder Bremen hat gestern bei Fortuna Düsseldorf die totale Katastrophe mit Mühe abgewendet, 2:2 (1:1) gespielt und bleibt damit auf Platz 14.

 „Wenn man den Spielverlauf sieht, ist das ein gewonnener Punkt“, meinte Werder-Keeper Sebastian Mielitz und ergänzte mit Blick auf den dritten Auswärtspunkt in Folge: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.“

Werder hangelt sich irgendwie so durch, die Karten im Abstiegskampf sind zumindest nicht schlechter geworden, der Zwei-Punkte-Vorsprung auf Düsseldorf bleibt bestehen – und auch 1899 Hoffenheim ist durch das 2:2 in Wolfsburg nicht näher an die Bremer herangerückt.

Diese Umstände führten bei den arg ersatzgeschwächten Bremern, die auf zehn Profis (unter anderem die Führungskräfte Sokratis, Aaron Hunt und Clemens Fritz) verzichten mussten, durchaus zu einer gewissen Erleichterung. „Drei Dinge waren heute wichtig. Erstens, dass Düsseldorf nach wie vor hinter uns ist. Zweitens, dass es wieder ein Spiel weniger bis zum Saisonende ist. Und drittens, dass Hoffenheim nur unentschieden gespielt hat“, meinte Innenverteidiger Sebastian Prödl, der die Bremer gestern als Kapitän aufs Feld geführt hatte. „Jetzt müssen wir aber auch noch nach Augsburg gucken“, mahnte der Österreicher. Der FCA, der gestern auf einen Abstiegsplatz abgerutscht ist und heute Abend (17.30 Uhr) Eintracht Frankfurt empfängt, kann den Rückstand auf Werder mit einem Sieg auf fünf Punkte verringern.

Dass der geplante Befreiungsschlag gestern misslang und das Abstiegsgespenst eben nicht vertrieben wurde, hatten sich die Bremer, bei denen Felix Kroos im defensiven Mittelfeld ein ordentliches Saisondebüt bei den Profis gab, selbst zuzuschreiben. Was war das wieder für ein Horror-Start! In Mainz hatte es zuletzt nur zwölf Sekunden bis zum ersten Gegentreffer gedauert, diesmal nicht viel länger. Nach einer Minute und 23 Sekunden schlug es in der mit 54 000 Zuschauern ausverkauften ESPRIT-Arena zum ersten Mal hinter Mielitz ein. Nach einem schönen Pass von Düsseldorfs Robbie Kruse stand der als Linksverteidiger aufgebotene Mateo Pavlovic ganz schlecht, ließ Michael Reisinger im Rücken entwischen. Ein platzierter Schuss ins lange Eck – 0:1.

Werder brauchte danach ein bisschen, um sich nach diesem frühen Schock zu sammeln. Aber gleich mit der ersten guten Offensivaktion gelang der Ausgleich. Dank Kevin De Bruyne: Nach einem abgeblockten Schuss von Oliver Fink setzte Bremens Belgier in der eigenen Hälfte zu einem sensationellen Solo an. Er schüttelte mehrere Düsseldorfer wie lästige Fliegen ab, schaffte es bis vors Tor und hatte dann noch Kraft und Übersicht für den Querpass auf Zlatko Junuzovic, der ohne Probleme zum 1:1 einschob (16.). Die Bremer waren wieder drin in diesem so wichtigen Kellerduell und mussten in der ersten Halbzeit nur noch ein Mal zittern, als Johannes van den Bergh plötzlich völlig frei vorm Tor auftauchte. Dessen gefühlloser Lupfer fiel jedoch deutlich zu hoch aus.

Die zweite Halbzeit begann dann für die Gäste fast genauso schlimm wie die erste. Erste Chance für Düsseldorf: Und drin das Ding, nach zwei Minuten und 56 Sekunden! Kapitän Andreas Lambertz hatte Reisinger bedient, der erneut eiskalt vollstreckte (48.). Nun wollte die Fortuna gegen wackelnde Bremer die Entscheidung, doch Mielitz parierte klasse gegen Dani Schahin (56.) und verhinderte den frühzeitigen Knockout.

Die Parallele zum ersten Durchgang: Die Bremer berappelten sich und schafften den Ausgleich, allerdings mit sehr viel Glück. Der Torschuss von Marko Arnautovic wäre ziemlich weit vorbeigegangen, aber Martin Latka geriet irgendwie in die Flugbahn und fälschte den Ball ins eigene Netz ab (70.). „Es ist gewiss nicht einfach, hier in Düsseldorf mit den Wahnsinnsfans gleich zwei Mal zurückzukommen, aber wir haben es geschafft und es erzwungen. Das war gut“, fand Assani Lukimya, der an alter Wirkungsstätte sicherer wirkte als zuletzt gegen Schalke und in Mainz, als er böse gepatzt hatte.

Fortuna Düsseldorf - Werder Bremen 2:2

Werder Bremen erreicht nur ein 2:2 in Düsseldorf

Und beinahe wäre den Bremern sogar noch das Happy End gelungen. Fortuna-Keeper Fabian Giefer hatte allerdings etwas dagegen und parierte den Kopfball des ansonstens blassen Bremer Mittelstürmers Nils Petersen (78.). So blieb es bei dem einen Punkt, mit dem Werder leben musste und auch konnte, wie Junuzovic urteilte: „Das ist zwar nur mittelmäßig, aber für heute in Ordnung.“

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