Rauball wirft SPD-Politiker Populismus vor

Mäurers Konter: Grober Unsinn

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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer hat mit seinem Vorstoß einen schweren Konflikt ausgelöst.

Bremen - In der Debatte um Kosten für Polizeieinsätze bei Risiko-Spielen verschärft sich der Ton zwischen dem Land Bremen und den Spitzenvertretern des deutschen Fußballs weiter. Ligapräsident Reinhard Rauball (67) warf den Politikern des Stadtstaates Populismus vor.

„Selbst wenn man mit solchen Thesen die Meinungshoheit über manchen Stammtisch gewinnt: Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit ist immer die Aufgabe und das Monopol des Staates“, sagte Rauball der „Süddeutschen Zeitung“.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (63) will den Profi-Fußball für Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Spielen zahlen lassen: „Wir sind nicht in der Lage, die vielen tausend Überstunden zu bezahlen, die in den letzten Jahren angefallen sind. Und wir sehen auch nicht, dass sich die Entwicklung bessert – im Gegenteil.“

Das vorgebrachte Argument einer Verfassungswidrigkeit wies der SPD-Politiker ebenfalls in der „Süddeutschen Zeitung“ zurück. „Ich kenne mich auch etwas aus in der Verfassung. Diese Behauptung halte ich für groben Unsinn“, sagte Mäurer. Der Bremer Senat handele nach Recht und Gesetz.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) argumentiert, die öffentliche Sicherheit sei allein Aufgabe des Staates. Dieser sei „für die Gefahrenabwehr zuständig, und auch in Zeiten leerer Staatskassen bleibt das so. Wenn wir an den Aufgaben der Polizei herumbasteln wollen, dann wird das ein ordnungspolitischer Bruch und ein Verfassungsbruch“, sagte Rauball. In einem Interview mit den „Ruhr Nachrichten“ äußerte der Vereinspräsident von Borussia Dortmund sein Unverständnis über den Bremer Vorstoß. „Seit Jahren sind wir mit der Innenministerkonferenz in einem Dialog, der von beiden Seiten als außerordentlich positiv beurteilt wird. Wir haben uns auf ein Zehn-Punkte-Programm verständigt. Dieses Programm erfüllen wir, DFB und Bundesliga. Aus diesem Konsens ist Bremen ausgebrochen“, sagte Rauball. Das Zehn-Punkte-Programm schließe eine jährliche Zahlung der Fußballverbände an die Fanprojekte von elf Millionen Euro ein. Zudem würden Auswärtsfans durch Fan- und Sicherheits-Beauftragte der Clubs begleitet. Weiterhin würden vor den Spielen Absprachen mit der Polizei getroffen.

Mäurer führt unter anderem die Milliarden-Einnahmen der DFL für die Fernsehrechte ins Feld. „An Populismus hat man sich ja gewöhnt, aber Populismus gepaart mit unvollständigen Fakten ist schon hart“, sagte Rauball dazu und kündigte für die heutige turnusmäßige Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main an: „Alle vier Vertreter der Liga stellen einen Antrag, künftig keine Länderspiele, weder der Männer noch der Frauen oder Junioren, nach Bremen zu vergeben. Wir beantragen zudem, den Beschluss, das Länderspiel gegen Gibraltar am 14. November in Bremen auszutragen, aufzuheben.“

Dazu sagte Mäurer: „Das soll wohl heißen: Jetzt zeigen wir mal Bremen, wer hier mit wem tanzt. Ich finde, dieses Vorgehen spricht Bände.“ Dass Bremen die Liga angehe, „scheint einer Majestätsbeleidigung gleichzukommen“.

dpa/sid/mr

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