Fjörtoft über das Wunder von 1999

Ein später Übersteiger ins große Glück

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Fjörtoft (Archivbild)

Frankfurt - Vor drei Wochen haben sich Niko Kovac und seine Spieler im Eintracht-Museum einen zwanzigminütigen Film über das „Wunder von 1999“ angeschaut, der dort in Dauerschleife läuft. Für viele der aktuellen Profis war es die erste Begegnung mit dem legendärsten Saisonendspurt in der Vereinsgeschichte. „Danach haben wir uns dran gemacht, ein eigenes Wunder zu vollbringen“, erzählt der Frankfurter Trainer.

Das „Wunder von 1999“ ist jedem Frankfurter in Erinnerung. Damals hatte die Aufholjagd mit einem 2:1 dort begonnen, wo sie diesmal enden soll, in Bremen. Borussia Dortmund hatte die Eintracht 2:0 geschlagen, dann am 33. Spieltag auf Schalke 3:2 gewonnen. Mit 34 Punkten hatten die Frankfurter vor dem letzten Spiel gegen Kaiserslautern als Sechzehnter dennoch die schlechteste Ausgangsposition gegenüber Hansa Rostock (35), dem SC Freiburg (36), dem VfB Stuttgart (36) und dem 1. FC Nürnberg (37). Zur Halbzeit sah es nicht viel besser aus, es stand 0:0, zwanzig Minuten später 1:1. Dann startete das „Finale furioso“, das es so in der Liga nicht mehr gegeben hat. Thomas Sobotzik, Marco Gebhard, Bernd Schneider und Jan-Aage Fjörtoft (in der 89. Minute!) erzielten vier Treffer zum 5:1. Das reichte, um mit Nürnberg punkt- und torgleich zu ziehen und durch die mehr geschossenen Treffer in der Klasse zu bleiben.

Wie dramatisch die Situation damals war, beschrieb später Fjörtoft: „Wir führten 4:1, und von der Bank schrien sie, dass wir noch ein Tor brauchen, da habe ich halt noch eins geschossen.“ Mit einem Übersteiger, aufreizend lässig. Seitdem werden und wurden Fjörtoft und der inzwischen verstorbene Trainer Jörger Berger in Frankfurt wie Helden verehrt. „Jörg Berger hätte auch die Titanic gerettet“, sagte Fjörtoft, der danach auf der Tribüne mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth ein Tänzchen wagte. - pep

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