„Ich glaube mehr an diese Mannschaft als an die alte“

Sokratis‘ Werbefeldzug für das neue Werder-Team

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Entgeistert geht Sokratis nach dem nicht anerkannten Treffer gegen Hannover in die Knie. Hätte das Tor gezählt, sagt der Grieche, würde aktuell nicht über einen Bremer Fehlstart gesprochen.

Bremen - Für Sokratis ist die Sache klar: Werder ist in der Bundesliga auf dem Weg, wieder ein Spitzenteam zu werden. An dieser Überzeugung kann auch die bescheidene Punktausbeute zum Saisonstart nichts ändern. Sokratis ist voller Mut und Selbstvertrauen:

„Wir hatten auch viel Pech, haben zwei Spiele erst in der Schlussphase unglücklich verloren. Wenn sich das Pech dreht und wir so weiterspielen wie bisher, verlieren wir von den nächsten 20 Spielen nur drei oder vier.“

In einer Phase, in der viel über die Berechtigung verteilter Vorschusslorbeeren, gefühlte Werte und knallharte Realitäten gegrübelt wird, prescht der Grieche mit Vollgas und dem Anflug von Übermut voran. Kommt es, wie er glaubt, würde Werder – das zeigt der Vergleich mit früheren Spielzeiten – nach zwei Dritteln der Saison zwischen Platz drei und fünf liegen – Kurs auf Europa, vielleicht sogar auf die Champions League. Es ist eine mehr als offensive Prognose des Verteidigers.

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Doch Sokratis steht voll und ganz dazu. „Wir werden eine gute Saison spielen. Die ersten drei Partien haben gezeigt, dass wir vor nichts Angst haben müssen“, verkündet er und lässt die Zwischenbilanz von drei Punkten aus drei Begegnungen und Tabellenplatz elf einfach mal links liegen. „Wir sind erst ganz früh in der Saison, es kommen noch 31 Matches“, sagt er und erinnert an die Aussagekraft des Starts in die vergangene Saison: „Wir haben damals drei der ersten vier Spiele gewonnen – und wo sind wir am Ende gelandet? Neunter sind wir geworden, weil wir in der Rückrunde nichts mehr erreicht haben.“

Die Ergänzung seiner Aussage muss dann wohl die sein, dass es in dieser Spielzeit anders herum laufen wird: Holperstart, aber vorzeigbares Ergebnis am Schluss. Genau so ist es von dem 24-Jährigen gemeint. Allerdings sind Prophezeiungen der Marke Sokratis mit Vorsicht zu genießen. So hatte er im Vorfeld des DFB-Pokalspiels bei Drittligist Preußen Münster versprochen, dass hinten „nichts anbrennt“. Es kam anders, Werder kassierte vier Gegentore, schied in Runde eins aus.

Man kann darin eine Gemeinsamkeit des „neuen“ SV Werder mit dem „alten“ sehen. Auch in der Vorsaison war nach einem 1:2 in Heidenheim ganz früh Schluss. Doch Sokratis stellt das aktuelle Team mit Newcomern wie Kevin De Bruyne, Nils Petersen, Sebastian Mielitz und Theodor Gebre Selassie ganz klar über die Mannschaft der Vergangenheit mit gestandenen Stars wie Claudio Pizarro, Naldo, Tim Wiese und Marko Marin: „Ich glaube mehr an unsere neue Mannschaft als an die der Vorsaison. Es ist ein junges, sehr gutes Team.“

Aber eben auch eines, das noch viele Fehler macht. So ging die Partie in Dortmund in der 81. Minute verloren, die in Hannover in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Doch Sokratis legt Einspruch ein, erinnert an das reguläre Tor von Assani Lukimya nach seiner Kopfball-Vorlage: „Wenn das gezählt hätte, hätten wir das Spiel gewonnen. Und wir würden jetzt über ganz andere Dinge reden.“ Bestimmt nicht über einen vermeintlich missglückten Saisonstart. Werder hätte sechs Punkte, wäre damit Sechster – das würde die gefühlte Qualität der Bremer Leistungen und die Wirklichkeit der Tabelle schon eher in Einklang bringen. Sokratis fordert deshalb, die Dinge umgehend zurechtzurücken – mit einem Heimsieg über den VfB Stuttgart. „Am Sonntag“, sagt er, „müssen wir gewinnen“. · csa

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