„Ich darf auch mal einen schlechten Tag haben“

Sokratis versteht die Kritik nicht

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Sokratis ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich bin fit.“ ·

Bremen - Sokratis lehnte sich entspannt zurück, sein Dienstfahrzeug gab ihm perfekten Halt – und dann wehrte sich der Grieche des SV Werder Bremen gegen die Kritik. „Ich bin ein Mensch, kein Roboter.

Ich darf auch mal einen schlechten Tag haben“, sagte der Werder-Profi gestern nach dem Training. Tags zuvor hatte der 24-Jährige eine desaströse Leistung abgeliefert. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich Werder schon in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal verabschiedete – durch eine 2:4-Blamage beim Drittligisten Preußen Münster. Der Innenverteidiger ist in diesem Sommer nicht wiederzuerkennen, überraschend kommt das allerdings nicht.

Wegen seiner EM-Teilnahme durfte Sokratis noch Urlaub machen, als die Werder-Kollegen schon auf Norderney schwitzten. Als der Grieche dann im zweiten Trainingslager im Zillertal zur Mannschaft stieß, gestand er: „Ich habe drei Wochen nichts gemacht und mich gut erholt.“ Das verwunderte schon ein wenig.

Bilder vom Training

Werder-Training ohne Elia

Normalerweise bekommen die Profis für ihren Urlaub einen Plan, was sie wann zu tun haben. Und das ist nicht wenig. Trainer Thomas Schaaf sagte gestern dazu: „Er war klar von mir aufgeklärt worden, dass es, wenn er diesen Urlaub macht, danach keine große Schonzeit geben wird, er sofort funktionieren muss.“ Doch genau das tut Sokratis nicht. „Er ist noch nicht in Tritt. Warum, weshalb – das muss er hinterfragen. Wir können das nur anmerken und ihm sagen, dass wir noch nicht die Dinge gesehen haben, die ihn auszeichnen“, fand Schaaf ungewohnt offene Worte zu einem einzelnen Spieler.

Sportchef Klaus Allofs hatte sich bereits nach dem Pokalaus in Münster eindeutig geäußert: „Er kommt von seinem Spiel ab, lässt sich auf Dinge ein, die er nicht braucht. Er wartet auf einen Freistoß für sich, obwohl er alle Fähigkeiten hat, die Situation anders zu lösen. Sein Spiel muss wieder klarer werden.“

Vorwürfe, die Sokratis nicht gerne hört. Er findet die Kritik überzogen und wehrt sich gegen die Rolle des Sündenbocks. „Die Mannschaft war schlecht, ich war schlecht“, sagte er: „Es ist normal im Fußball, dass man auch mal schlecht spielt. Ich kann doch nicht immer super sein. Es war doch nur ein schlechtes Spiel.“ Dass er schon in den Testspielen kaum überzeugen konnte, davon will der 24-Jährige nichts hören. Und schon gar nichts davon, dass er nicht fit sei oder Knieprobleme ihm zu schaffen machen würden. „Das Knie ist okay, das war am Anfang der Vorbereitung. Ich fühle mich gut, ich bin fit“, versicherte Sokratis und fügte noch an: „Ich weiß, dass die Erwartungen an mich sehr groß sind. Ich bin bereit dafür.“

Vielleicht ist auch das sein Problem. Nach dem Wechsel von Naldo zum VfL Wolfsburg ist Sokratis der Abwehrchef. Nach seiner starken Vorsaison gilt der Grieche als großer Hoffnungsträger, ist einer der wenigen verbliebenen Stars im Team. Offenbar will Sokratis der jungen Mannschaft zu viel helfen und vergisst dabei sein eigenes Spiel. Das muss er nun schleunigst wiederfinden, genauso wie seine Fitness. Die bekommt er am besten durch Einsätze. Deshalb ist es auch ausgeschlossen, dass Schaaf ihn nun auf die Bank setzt. Werder braucht einen starken Sokratis in der Abwehr.

Vermutungen, der Abwehrspieler habe keine Lust mehr auf Bremen und wolle einen Wechsel provozieren, können schnell abgehakt werden. Sokratis lässt keine Gelegenheit aus, sich positiv zum Club zu äußern. „Es macht Spaß mit dieser jungen Mannschaft“, hat er erst kürzlich gesagt. Und gestern, angesprochen auf seine Gelb-Rote Karte in Münster wegen einer Unbeherrschtheit (109.), meinte er: „Das war ein Fehler. Daraus muss ich lernen, ich will ein Vorbild für die anderen sein.“ Aber, Achtung: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. · kni

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