Die Partie gegen 96 hat es gezeigt: „Wenn wir alle kämpfen, können wir erfolgreich sein“

Sokratis setzt auf den Aha-Effekt

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Sokratis am Boden – dieses Bild täuscht. Der Grieche war gegen Hannover pausenlos unterwegs. ·

Bremen - Sokratis stand noch lange in der Interview-Zone des Weserstadions. Während die Fans nach dem 2:0-Sieg über Hannover 96 schon glücklich auf dem Heimweg waren, referierte der Abwehrchef des SV Werder immer noch ungeduscht über Wert und Wirkung des ersten Bremer Sieges im Jahr 2013.

In einer „ganz schwierigen Situation“ sei ein „ganz wichtiger“ Erfolg gelungen, sagte Sokratis, der am Freitagabend noch nicht wissen konnte, wie Recht er haben sollte. Weil die Teams aus dem unteren Tabellendrittel am Wochenende fast alle punkteten, verhinderte Werder quasi im Vorsorgeverfahren die Annäherung mit der Abstiegszone. Und weil die Teams aus der Tabellenmitte fast alle Punkte ließen, ist Werder wieder bis auf vier Zähler an die Europa-League herangerückt. Ein für Werder perfektes Wochenende hat alte Perspektiven neu eröffnet.

Aber Sokratis, der keineswegs über hellseherische Fähigkeiten, wohl aber über Verstand verfügt, mahnte schon kurz vor Mitternacht, dass das internationale Geschäft bis auf Weiteres kein Thema für Werder ist. „Wir haben erst 25 Punkte – da wird es mit Europa schwierig. Wir müssen jetzt schnell vier, fünf Spiele gewinnen und auf 40 Punkte kommen. Dann kann man sich neue Ziele setzen“, erklärte er. Oder anders gesagt: Priorität hat die Vermeidung des Abstiegskampfs – und bevor das nicht erledigt ist, will selbst der noch vor wenigen Monaten so optimistisch von der Champions League plaudernde Innenverteidiger nichts anderes hören. Aus Gründen, die die Mannschaft in den ersten drei Spielen der Rückrunde aufs Neue geliefert hatte. „Wir spielen manchmal wie ein Tabellenzweiter. Und manchmal wie ein Tabellenzehnter“, erklärte Sokratis und erweckte dabei den Eindruck, als habe er das mit dem Zehnten nur gesagt, weil er es nicht noch drastischer formulieren wollte.

Tatsächlich ist Werder jetzt Elfter, hat den Zehnten aus Hannover aber nach allen Regeln der Kunst beherrscht. Wie das möglich ist nach zuvor 2:8 Toren und null Punkten in zwei Partien? „Weil wir diesmal als Mannschaft aufgetreten sind. Weil wir alle gekämpft haben, wirklich alle. Niemand hat sich hängen lassen“, antwortete Sokratis und setzte wie immer, wenn Werder im Auf und Ab der Formkurve mal wieder ein Hoch erwischt hat, auf den Aha-Effekt: „Wenn wir so spielen, können wir auch erfolgreich sein. Wir müssen lernen, dass es nur so geht. Wenn aber einer hierhin und einer dahin läuft, dann wird das nichts.“

Werder Bremen gewinnt 2:0 gegen Hannover 96

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Gegen Hannover war allerdings er kreuz und quer über das Feld gewetzt. Der 24-Jährige war hinten, vorne, rechts und links – einfach überall. Sokratis wirkte am motiviertesten von allen, wollte den Erfolg unbedingt. Er zeigte die Qualitäten eines Führungsspielers und war so gut wie schon lange nicht mehr. Aber Einspruch, meinte Sokratis: „Ich habe in dieser Saison schon viele solcher Spiele gemacht. Verloren haben wir jedoch trotzdem, und dann interessiert das natürlich alles nicht.“

Einzelkritik: Werder Bremen gegen Hannover 96

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Ihn interessierte die eigene Leistung aber selbst nach dem Sieg im 50. Nordduell mit 96 nicht. Die Auszeichnung „Man of the match“ hatte er zwar entgegengenommen. „Aber die kann meinetwegen Nils haben“, sagte Sokratis und meinte Nils Petersen, dessen zwei späte Tore (85./88.) Werder nach dem Fehlstart in die Rückrunde vor einem noch größeren Schlamassel bewahrt haben. · csa

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