Der Grieche will unbedingt international spielen / „Ja, es gibt andere Interessenten“

Sokratis schockt Werder: Ob er bleibt, ist ungewiss

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Dem Nationalspieler geht es um etwas die sportliche Perspektive. Er will unbedingt international spielen.

Bremen - Das Thema Sokratis schien längst abgehakt. Schon vor Wochen hatte Werder-Boss Klaus Allofs angekündigt, die Option für eine Verpflichtung des starken Griechen zu ziehen. So wird es auch kommen – doch deshalb ist der Verbleib des Innenverteidigers längst noch nicht gesichert. Möglicherweise stellt sich Sokratis quer. „Die Chancen sind 50:50.

Die Entscheidung liegt bei mir“, hebt der 23-Jährige hervor. Wohl wissend, dass Werders Option auch ein vertragliches Ja-Wort von ihm beinhaltet. Doch das ist dem Griechen egal.

„Wenn du nicht glücklich bist, dann kannst du nicht bleiben“, sagt Sokratis, bittet aber sofort um die richtige Einordnung dieser Aussage: „Das heißt nicht, dass ich hier unglücklich bin und weg will. Ich mag den Verein, die Stadt, die Leute.“ Dem Nationalspieler geht es um etwas anderes, es geht ihm um die sportliche Perspektive. Er will unbedingt international spielen. „Die Europa League ist sehr wichtig für mich“, betont Sokratis. Und er hat schon einmal ausgerechnet, wie das mit Werder klappen könnte: „Wir müssen jetzt die beiden Heimspiele gegen Augsburg und Mainz gewinnen, dann haben wir 45 Punkte. Das wäre ein großer Schritt. Denn ich glaube, dass 51, 52 Punkte für die Europa League reichen müssten.“

Spricht so einer, dem Werder egal ist? Eigentlich nicht. Der Grieche wirkt eher wie einer, der sich als Führungsspieler fühlt und deshalb sich, dem Team und dem Verein den nötigen Druck machen will, um die Ziele zu erreichen. „Der Verein hat jetzt ein Jahr nicht international gespielt, noch ein Jahr dürfte schwierig werden – auch finanziell“, sorgt sich Sokratis um die Zukunft des Clubs. Und er hat den Worten längst Taten folgen lassen, ist in der Rückrunde der mit Abstand beste Bremer und längst auch einer der stärksten Innenverteidiger der Bundesliga. Dass er in der Hinrunde klaglos als rechter Verteidiger ausgeholfen hat, brachte ihm ebenfalls Pluspunkte.

Sokratis ist die Entdeckung der Saison. Dabei wäre er beinahe gar nicht in Bremen gelandet. Seine geplante Verpflichtung hatte einen Machtkampf zwischen Sportchef Allofs und Aufsichtsratsboss Willi Lemke ausgelöst. Allofs setzte sich durch, durfte den Griechen trotz aller Sparzwänge holen – auf Leihbasis für 500 000 Euro.

Für eine Ablösesumme von 3,5 Millionen Euro ist Sokratis, der zuletzt beim AC Mailand spielte, aber dessen Transferrechte beim FC Genua liegen, zu haben – und zwar für drei Jahre. Bis Ende April hat Werder Zeit, diese Option zu ziehen. Und alles andere wäre ein riesengroßes Versäumnis. Denn für den Fall, dass Sokratis tatsächlich nicht bleiben will, könnte Werder mit einem Weiterverkauf wenigstens noch Kasse machen. So bestätigt Sokratis: „Ja, es gibt einige Interessenten. Aber Werder ist mein erster Ansprechpartner.“ · kni

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