„Ich erwarte bei der EM das Beste von mir“

Sokratis – der neue Anführer der Griechen

Sokratis im griechischen Nationaltrikot. ·

Bremen / Athen · Diesmal wird er dabei sein, ganz sicher. Eine böse Überraschung, wie Sokratis Papastathopoulos sie vor vier Jahren erlebt hatte, ist quasi ausgeschlossen.

Damals flog der Innenverteidiger kurz vor EM-Beginn aus dem griechischen Kader, weil Nationaltrainer Otto Rehhagel noch einen Spieler streichen musste. Es erwischte den gerade 20 Jahre jungen Abwehrspieler mit dem großen Talent, aber der geringen Erfahrung. Gestern wurde der Werder-Profi wieder in einen vorläufigen Kader für eine Europameisterschaft berufen. Mit dem Unterschied, dass die Reise zum Turnier in Polen und der Ukraine im Grunde garantiert ist. „Ich bin jetzt kein junger Spieler mehr. Ich will eine ganz besondere Rolle in der Mannschaft spielen, will sie führen. Ich erwarte das Beste von mir“, sagt Sokratis.

Dass er über Leader-Qualitäten verfügt, hat er in seiner ersten Saison in Bremen bewiesen. Allerdings blieb das Kollektiv erfolglos. Mit Griechenland soll das anders laufen – wobei erstmal definiert werden muss, was für das krisengeschüttelte Land schon ein Erfolg ist. Auf eine Sensation wie 2004, als die Griechen in Portugal den Titel holten, mag Sokratis nicht hoffen. „Das war ein unglaublich großer Moment für uns alles. So etwas zu wiederholen, ist zwar möglich, aber sehr schwierig“, sagt er und grenzt die Erwartungen ein: „Die Gruppe zu überstehen, wäre schon toll.“

Vielleicht ist das angesichts der Vorrundengegner Polen, Russland und Tschechien tiefgestapelt. Schließlich marschierte das Team nach der Ablösung von Otto Rehhagel durch den gebürtigen Portugiesen Fernando Santos ungeschlagen durch die Qualifikation (sieben Siege, drei Remis). Doch um an Spanien, Deutschland, England, die Niederlande oder Italien heranzureichen, reiche es eher nicht. „Das sind die Favoriten“, meint Sokratis. Und Griechenland stellt sich hinten an. Mit einem Team, das „sehr effektiv spielt, mit einer guten Defensive“. Jedoch auch ohne „Spieler, die ein Match allein entscheiden können“.

Jedenfalls nicht in der Offensive. Hinten aber steht Sokratis und will den Laden dichthalten. In erster Linie für Griechenland, aber auch für sich selbst. Denn natürlich geht es bei einer EM auch immer darum, Eigenwerbung zu betreiben. Erst recht für einen wie ihn, der nicht glücklich damit ist, Spieler eines Clubs ohne internationale Herausforderung zu sein. Das Turnier sei schon „eine wichtige Chance“, sagt er deshalb. Aber mehr lässt Sokratis nicht raus. „Ich bin von Werder verpflichtet, ich bin Spieler von Werder. Damit Schluss, aus, Basta!“ · csa

Das könnte Sie auch interessieren

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Samstag

Das passiert am Samstag

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Zehn Fakten zum Werder-Spiel gegen Gladbach

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Wohin mit Kainz? Nouri hat die Wahl

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Kommentare