Skripnik verneigt sich vor Schaaf 

„Es ist eine Ehre für uns“

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Wer führt in Sachen Insiderwissen? Viktor Skripnik (Bild) ist sich beim Vergleich mit Vor-Vorgänger Thomas Schaaf nicht sicher: „Er weiß auch, dass wir wissen, was er weiß.“

Bremen - Eigentlich will Viktor Skripnik aus dem Wiedersehen mit Thomas Schaaf keine große Sache machen. Doch dann wählt er selbst bemerkenswert große Worte vor dem mit Erinnerungen schwer beladenen Duell. „Es ist eine Ehre für uns, gegen ihn zu spielen“, sagt der neue Werder-Coach vor dem Spiel bei Schaafs Frankfurter Eintracht (morgen, 17.30 Uhr).

„Uns“ – das sind Skripnik selbst sowie sein Co-Trainer Torsten Frings und Torwartcoach Christian Vander. Alle hatten sie früher unter Schaaf für Werder gespielt, waren Teil der erfolgreichen Bremer Jahre, die Schaaf als Trainer maßgeblich geprägt hatte.

Die Wertschätzung für den ehemaligen Chef geht bei Skripnik nach fünf Jahren (1999 bis 2004) im Spieler-Trainer-Verhältnis weit über das hinaus, was als normal gelten dürfte. „Er ist der Mann, der mich wirklich weitergebracht hat, der mir so viel über Fußball erklärt hat“, sagt der Nach-Nachfolger über seinen Vor-Vorgänger. Aber dass das morgen Nachmittag in der Frankfurter Commerzbank-Arena zu großen Gefühlsausbrüchen führen wird, kann Skripnik absolut ausschließen: „Wir müssen nicht zeigen, dass wir eng miteinander sind. Wir sind beide Trainer und haben einen Job zu machen.“

Die Zielsetzung ist bei beiden die gleiche: Gewinnen. Frankfurt ist das nach zuvor fünf vergeblichen Anläufen zuletzt mit Überraschungsergebnissen gegen Dortmund (2:0) und Mönchengladbach (3:1) zweimal in Folge gelungen. Werder verzeichnete unter Skripnik drei Siege in vier Bundesliga-Partien. Es sind also Teams im Aufschwung, die sich morgen treffen. Für die Eintracht spricht dabei die bessere Tabellenplatzierung – und das Insiderwissen von Thomas Schaaf. Glaubt Skripnik jedenfalls: „Er kennt die meisten Spieler, das ist ein Vorteil für ihn.“ Andererseits: Skripnik kennt Schaaf und seine Methoden in- und auswendig. Nicht aber umgekehrt. „Ich kenne seine Art, seine Spieler auf einen Gegner vorzubereiten. Aber er kennt meine nicht.“ Was letztlich wohl zur Patt-Situation in Sachen Informationsstand führt. „Wir können da viel drüber diskutieren“, meint Skripnik und sinniert mit dem Satz des Tages über die Sinnlosigkeit der Vorteilssucherei: „Thomas weiß auch, dass wir wissen, was er weiß.“

Mit dieser verschlungegen Ein-Satz-alles-drin-Analyse würde es Skripnik am liebsten bewenden lassen – „bevor ich noch ein Buch über Thomas schreiben muss“. Aber es ist fast unmöglich die Partie morgen ohne den Schaaf-Aspekt zu betrachten. Skripnik reduziert die Begegnung dennoch auf ein ganz normales Niveau und sagt, dass eigentlich nur eines morgen passen muss: der Einsatz: „Wenn wir alles reinwerfen, haben wir gute Chancen auf drei Punkte.“

csa

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