Skripnik stellt sich vor die Mannschaft

„Eine gesunde Niederlage“

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Viktor Skripnik echauffierte sich gestern, dass zu viel über Neuzugänge spekuliert wird.

Bremen - Die Leistung war schlecht, richtig schlecht sogar – und Werder-Coach Viktor Skripnik nach der 1:3-Testspielpleite beim Drittligisten MSV Duisburg entsprechend angefressen.

So sehr, dass er vor Ort darüber nicht sprechen wollte, um den mitgereisten Bremer Journalisten bloß kein weiteres Futter für die befürchtete Negativ-Berichterstattung zu liefern. Erst gestern stellte sich der Ukrainer den Medien – und dabei demonstrativ vor seine Mannschaft. Er wirkte dabei allerdings ziemlich dünnhäutig und nicht nur vom Torwart-Thema (siehe nebenstehenden Bericht) ziemlich genervt.

„Eine Vorbereitung ohne Niederlage ist keine Vorbereitung“, behauptete Skripnik und sprach von einer „gesunden Niederlage zum richtigen Zeitpunkt“. Denn nach den Siegen in den ersten drei Spielen sei es nicht so einfach gewesen, Kritik zu üben. Die Spieler würden schließlich denken: Hauptsache gewonnen. Nun könnten die Defizite deutlich angesprochen werden. Davon gibt es vor allem im Defensivbereich einige. Acht Gegentore in vier Spielen passen herrlich zur desaströsen Hinrunden-Bilanz mit 39 Gegentreffern in 17 Partien.

„Ich gebe zu, damit bin ich unzufrieden“, meinte Skripnik. Bislang hat seine Trainingsarbeit in diesem Bereich noch nicht gefruchtet. Der Coach spricht von einer Kopfsache und zieht das Beispiel Assani Lukimya heran: „Er spielt ein Mal im Monat perfekt – so wie gegen Dortmund. Aber ich wünsche mir das drei Mal im Monat von ihm.“

Bei vielen anderen Spielern sei das ähnlich. „Das ist nun einmal unser Niveau“, meinte Skripnik und verwies auf den Tabellenplatz: Werder ist 16., steht also auf dem Relegationsplatz. Das allerdings gebe niemandem das Recht, die Mannschaft schlecht zu reden und nach Neuverpflichtungen zu fragen, fauchte Skripnik: „Wir haben mit dieser Qualität der Spieler und diesem Torwart 13 Punkte geholt. Und wenn wir schon länger zusammengearbeitet hätten, wären es vielleicht noch viel mehr Punkte gewesen.“ Als Nachfolger von Robin Dutt hatte Skripnik bislang nur acht Spiele Zeit, um das Bremer Konto zu füllen.

17 Partien folgen nun noch, um den Klassenerhalt zu sichern. Ob er dafür noch Verstärkungen benötigt, wollte der Ex-Profi partout nicht sagen. Begründung: „Das bringt nur Unruhe in die Mannschaft.“ Deswegen nervt ihn die Berichterstattung über vermeintliche Neuzugänge gewaltig. Dabei gehört das zum Profi-Fußball wie das Gezeter der Trainer über vermeintliche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. Doch momentan ist Skripnik jedes Mittel Recht, seine Mannschaft zu schützen. Andererseits will er auch nichts von einer Komfortzone für seine Spieler wissen. Er nimmt sie durchaus in die Pflicht. Den Auftritt in Duisburg hat er ihnen verziehen, „aber Samstag Hannover will ich eine Reaktion sehen“. Das nicht-öffentliche Duell mit dem Ligakonkurrenten sei schließlich die Generalprobe und das Ende der Experimente in der Vorbereitung.

kni

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