Skripnik lobt Neuzugang Öztunali / Seelers Enkel glänzt erst einmal mit Schlagfertigkeit

Einer, der den Unterschied macht

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Rautenwechsel: Das Fußballspielen lernte Levin Öztunali beim HSV, jetzt trägt er das Werder-Trikot.

Bremen - Es wird ihm eine sehr gute Handlungsschnelligkeit auf dem Rasen nachgesagt. Die konnte Levin Öztunali gestern bei seinem ersten Tag als Werder-Profi mangels Balltraining noch nicht beweisen – dafür etwas anderes durchaus Rasantes: seine Schlagfertigkeit. Gleich zwei Mal wollten ihn die Journalisten aufgrund seiner Vorgeschichte beim Hamburger SV ein wenig in Verlegenheit bringen, zwei Mal konterte der erst 18-Jährige eiskalt.

Ob es kein Problem sei, als gebürtiger Hamburger in Bremen zu spielen, wurde Öztunali gefragt. „Wieso? Bremen ist doch auch im Norden“, antwortete der Enkel von Uwe Seeler und grinste frech. Natürlich wurde er prompt auch nach der Reaktion der Familien-Legende gefragt: „Da müssen Sie meinen Opa selbst fragen. Er hat seine Karriere gehabt, jetzt habe ich meine.“

Öztunali wirkte bei seinem ersten Auftritt in Bremen selbstbewusst, aber alles andere als arrogant. „Ich durfte bei Bayer Leverkusen in den Profi-Fußball reinschnuppern, jetzt will ich den nächsten Schritt machen“, analysierte er ganz sachlich. Bei Werder verspricht er sich wesentlich größere Chancen auf Spielpraxis. In Leverkusen durfte der U19-Europameister in der Bundesliga-Hinrunde nur sechs Mal ran, davon vier Mal als Einwechselspieler. Die Konkurrenz beim Champions-League-Club ist noch zu stark für den 18-Jährigen. Deshalb entschieden sich Verein und Spieler für eine eineinhalbjährige Ausleihe. Die Wahl fiel auf Werder. „Ich kannte den Trainer, es ist eine junge Mannschaft, da passe ich gut rein“, glaubt der Abiturient.

Viktor Skripnik hat er schon in der Jugend kennengelernt – als Trainer des Gegners. Der Ukrainer war immer angetan vom großen Talent. „Levin ist ein Spieler, der den Unterschied in einem Spiel macht. So einen braucht jeder Verein“, schwärmt Skripnik: „Er kann alle fünf Offensivpositionen spielen. Ich hoffe, dass er uns sofort hilft.“

Das ist natürlich auch der Plan von Öztunali. „Ich möchte hier Verantwortung übernehmen“, sagt er. Eine One-Man-Show soll es aber nicht werden. Öztunali gibt sich lieber bescheiden – und kann sich dabei auch auf seine Schlagfertigkeit verlassen. Seine künftige Rückennummer 11, die er von Eljero Elia (ausgeliehen an Southampton) übernimmt, sei ihm zugeteilt worden: „Das ist eine Rückennummer wie jede andere. Und ohne kann ich ja schlecht spielen.“

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