Skripnik legt sich noch nicht auf Di-Santo-Ersatz fest, vieles spricht aber für Petersen

Mammutaufgabe für Mister X

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Trikot aus zum Jubeln: So ekstatisch feierte Nils Petersen vor 14 Monaten seinen Treffer zum 2:0 gegen den HSV.

Bremen - Das Ausmaß des Schadens ist Nils Petersen durchaus klar. Dass Werder Bremen morgen (15.30 Uhr) im Nordderby beim Hamburger SV auf seinen Top-Torjäger Franco Di Santo verzichten muss, sei denkbar schlecht. „In seiner aktuellen Form ist er für uns fast unersetzlich“, sagt der Mann, der sehr wahrscheinlich dafür vorgesehen ist, es dennoch zu versuchen. „Ich brenne darauf“, sagt Angreifer Petersen, aber er weiß auch: „Es wird eine Mammutaufgabe.“

Wegen einer Außenbandzerrung im rechten Knie fällt Di Santo – mit sechs Toren in elf Spielen bislang so etwas wie die Bremer Lebensversicherung – für das Nordderby definitiv aus. Das hat der Club so mitgeteilt. Über die Länge der Zwangspause für den 25 Jahre alten Stürmer machte Werder allerdings auch gestern noch keine Angaben. „Wir werden erst in der kommenden Woche genauere Erkenntnisse haben“, erklärte Geschäftsführer Thomas Eichin.

Keine absolute Klarheit auch hinsichtlich der Vertretung im Derby. Gesucht wird Mister X – und die Top-Kandidaten heißen Nils Petersen und Davie Selke. Mit zwei klaren Vorteilen für Petersen. Erstens: Er hat schon Derby-Erfahrung. „Das ist enorm wichtig“, sagt Trainer Viktor Skripnik. Zweitens: Petersen war beim Erfahrungsammeln auch noch erfolgreich. In vier Partien gegen den HSV erzielte der ehemalige Bayern-Reservist drei Treffer – zwei davon beim Bremer 2:0-Erfolg in Hamburg in der vergangenen Saison. „Das war einer meiner größten Momente in meinem Bundesliga-Dasein“, erinnert sich der Doppel-Torschütze an den 21. September 2013. Damals wurde der Stürmer zum „Man of the Match“ gewählt, die Auszeichnung steht noch immer bei ihm im Flur: „Da gucke ich jedes Mal drauf, wenn ich zur Tür reinkomme.“

Die Vergangenheit spricht also dafür, ihn mit der Herausforderung der Gegenwart zu konfrontieren. Die da lautet: Ersetze den Unersetzbaren! „Wenn ich spielen darf, ist es für mich die Chance, mich wieder ins Rampenlicht zu schießen und in Erinnerung zu bringen. Eine bessere Plattform gibt es nicht“, sagt Nils Petersen.

In dieser Saison liest sich der Arbeitsnachweis des ehemaligen Zweitliga-Torschützenkönigs allerdings noch sehr bescheiden. Nur ein Startelf-Auftritt, dazu fünf Einwechslungen, kein Tor, kein Assist, dafür zwischendurch ein Platz auf der Tribüne – diese Zwischenbilanz und Petersens Selbstkritik („Ich habe nicht die Form der Vorsaison“) macht nicht wirklich Hoffnung, dass er den Kollegen Di Santo tatsächlich gut vertreten kann. Aber die Kollegen vertrauen dem Stürmer aus der zweiten Reihe dennoch. „Der Nils braucht nur ein Erfolgserlebnis, dann kann er explodieren“, glaubt Verteidiger Sebastian Prödl.

Ein erstes, wenn auch recht kleines Erfolsgerlebnis hatte sich Petersen schon vor acht Tagen im Testspiel gegen Odense BK geholt, als er das einzige Tor der Partie erzielte. Im Bremer Nebel besorgte er sich gestern weitere Mutmacher, versenkte im Training einen Ball nach dem anderen. „Ich weiß, dass Nils treffen kann“, hatte Skripnik schon vorher gesagt: „Ich bin deshalb ganz entspannt. Wir können auch ohne Franco siegen.“

csa

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