Mit Skripnik kann Werder auch Bundesliga – 2:1

„Der SVW ist wieder da“

+
Der Dank des Trainers an seinen Matchwinner: Viktor Skripnik (r.) und Doppeltorschütze Franco Di Santo.

Mainz - Die Werder-Fans brüllten schon Sekunden vor dem Abpfiff „Der SVW ist wieder da“ – und dann lagen sich auch Spieler, Trainer und Offizielle aus Bremen in der Mainzer Coface-Arena in den Armen: Werder hatte den Tabellensechsten mit 2:1 (1:1) regelrecht niedergerungen, damit am 10. Spieltag den ersten Bundesliga-Sieg der Saison gelandet und die Rote Laterne vorerst an den SC Freiburg (heute in Köln) abgegeben.

„Ich bin überglücklich“, jubelte Viktor Skripnik nach der Partie.

Erst vor einer Woche hatte der Ukrainer den gefeuerten Robin Dutt als Chefcoach abgelöst und Werder sofort in die Erfolgsspur zurückgeführt – erst am Dienstag im Pokal (2:0 in Chemnitz) und nun auch in der Bundesliga. Dafür gab es Lob von allen Seiten „Er macht einen sehr guten Job“, meinte zum Beispiel Rouven Schröder als Direktor Profi-Fußball – und Mittelfeldspieler Felix Kroos urteilte: „Der Trainerwechsel hat uns einen neuen Impuls gegeben. Viktor spricht sehr viel mit uns. Wir spielen mutiger. Wir können doch auch Fußball spielen. 

“Skripnik hatte im Vergleich zum Chemnitz-Spiel zwei Änderungen vorgenommen: Der junge Levent Aycicek musste zurück auf die Bank, die Spielmacherrolle übernahm der erfahrene Ludovic Obraniak. Und Zlatko Junuzovic ersetzte etwas überraschend Izet Hajrovic. So hatte es Skripnik schon am Dienstag gegen den Drittligisten geplant, doch dort war Junuzovic wegen Knieproblemen kurzfristig zum Zuschauer geworden.

Doch damit konnten die 3000 mitgereisten Werder-Fans nicht lange befassen, denn nach nicht einmal drei Minuten lag ihr Team schon zurück. Das hat fast Tradition, in der Vorsaison hatte es nach einem Eigentor von Assani Lukimya schon nach wenigen Sekunden 0:1 gestanden. Diesmal war es ein kollektives Versagen. Mittelfeldspieler Clemens Fritz leistete sich im Aufbauspiel einen kapitalen Fehlpass, Kroos verzichtete als Sechser auf den nötigen Zweikampf, Innenverteidiger Sebastian Prödl ließ den kreuzenden Shinji Okasaki einfach laufen, Santiago Garcia war nach einem einfachen Haken des Japaners ausgespielt – und als Krönung durfte Okasaki den Ball aus dem Prödl-Selassie-Garcia-Knäuel heraus einschießen. Nur Keeper Raphael Wolf traf da keine Schuld, der Ball war von Gebre Selassie noch abgefälscht worden. Ein Tor, das deutlich zeigte, warum diese Bremer Mannschaft bisher Tabellenletzter war. „Wir waren in den ersten 20 Minuten grottenschlecht“, gestand auch Skripnik.

Mainz hätte das zu weiteren Treffern nutzen müssen, doch Okasaki scheiterte per Kopf am starken Wolf (6.), Yunus Malli zielte knapp vorbei (22.) – und in der Folgezeit wollten es die Gastgeber zu schön machen. So etwas wird gerne mal bestraft – auch diesmal: Werder löste sich, wenn auch beschwerlich, aus der Umklammerung. Obraniak kam endlich besser ins Spiel, leitete den ersten guten Angriff ein, doch Fin Bartels kam einen Tick zu spät (35.). In der 44. Minute war der Neuzugang vom FC St. Pauli dann nach feiner Vorarbeit von Franco Di Santo und Zlatko Junuzovic rechtzeitig zur Stelle, legte den Ball an Keeper Loris Karius vorbei und stürzte. Elfmeter? Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte sofort auf den Punkt. Eine ganz knifflige Geschichte, denn Karius hatte die Arme weggezogen und Bartels den Körperkontakt gesucht. „Er berührt mich“, verteidigte sich Bartels, während sein Coach zugab: „Das war hart für Mainz und glücklich für uns.“ Di Santo trat zum Strafstoß an, scheiterte zwar an Karius, köpfte den Abpraller aber zum 1:1 (44.) ein. Aufatmen bei Werder!

Werder gewinnt in Mainz: Die Noten

Direkt nach der Pause kam es sogar noch besser. Wieder war Di Santo der Torschütze – und was für einer! Nach tollem Pass des bis dahin enttäuschenden Kroos hob der Argentinier die Kugel technisch fein und unbeschreiblich frech über Karius hinweg zum 2:1 ins Tor (49.). Und er hätte kurz darauf sogar sein drittes Tor machen müssen, doch nach einer Hereingabe von Gebre Selassie bugsierte der Gaucho den Ball neben das schon leere Tor. (55.).

So blieb Mainz vor 31.017 Zuschauern im Spiel, belagerte das Werder-Tor – war dabei aber selten gefährlich. Und das lag an den aufopferungsvoll kämpfenden Bremern, die sich in jeden Schuss warfen.

Werder holt ersten Saisonsieg in Mainz

Am Ende war der Sieg nicht einmal unverdient. Aber das war Skripnik sowieso völlig egal: „Es zählen nur die drei Punkte. Wir haben nicht alles überragend gemacht, aber ich bin stolz auf meine Jungs. Jetzt werden wir weiter hart arbeiten.“

Denn am Samstag soll dann gegen Stuttgart der erste Heimsieg folgen. Der Glaube an Werder ist jedenfalls wieder zurück – dank Victor Skripnik.

Das könnte Sie auch interessieren

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Hommage an Farbe: Yves Saint Laurent-Museum in Marrakesch

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Im Himmelbett am Wasserloch: Luxussafaris in der Savanne

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Tag der offenen Tür im Kindergarten Haendorf

Erntefest im Kindergarten Scholen

Erntefest im Kindergarten Scholen

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Bode: „Einhellig“ pro Nouri

Klasnic: Neue Niere, neues Leben

Klasnic: Neue Niere, neues Leben

Kommentare