Skripnik geht die Werder-Rettung „ohne Panik“ an / Ein Punkt in Mainz ist morgen das Ziel

Ein bisschen Spaß muss sein

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Original und Fälschung: Viktor Skripnik und Torsten Frings sitzen nun auf der Werder-Bank – und das Fußball-Magazin „11Freunde“ hat sich einfach mal den Spaß erlaubt, die Frisuren der beiden Ex-Profis zu tauschen.

Bremen - Werder hat sich für einen Nobody als neuen Coach entschieden? Von wegen! Viktor Skripnik ist schon ein Star – zumindest im Internet.

Dort erfreut sich seit Tagen ein Foto mit dem leicht abgewandelten Werbeslogan eines Elektronik-Marktes größter Beliebtheit: „Abgenickt von Skrip Nick.“ Neuester Renner ist aber eine Fotomontage von Skripnik und dessen Co-Trainer Torsten Frings. „Meine Tochter hat es mir gezeigt. Mir gefällt‘s“, sagt der Werder-Coach und fügt mit einem fetten Grinsen an: „Aber fragen Sie mal Torsten…“

Gelächter im Presseraum, wo die Journalisten eigentlich Antworten darauf haben möchten, wie Skripnik Werder möglichst schon morgen in Mainz (15.30 Uhr) aus dem Tabellensumpf ziehen will. Darf da ein Trainer überhaupt lustig sein? „Wir sind nicht hier, um nur zu lachen“, betont Skripnik, der sich die Fragen ja auch nicht aussuchen kann. Aber er beantwortet sie alle und erklärt sogleich: „Fußball ist auch ein Spiel. Da darf man auch Spaß haben.“

Und genau so arbeitet der Ukrainer mit der Mannschaft. Hochkonzentriert, fordernd, mit klaren Worten, aber eben auch mit einer Portion Lockerheit. Sein spezieller Dialekt nach 18 Jahren in Deutschland sorgt für einen besonderen Charme, aber nicht für Probleme, wie der 44-Jährige klarstellt: „Ich habe keine Angst vor meinem Deutsch. Ich verstecke mich nicht in der Kabine und zeige nur Videos. Ich spreche mit den Spielern, und es hat mir noch nie einer gesagt, er hätte mich nicht verstanden.“

Missverstanden fühlt er sich nur bei der Interpretation seines nicht vorhandenen Torjubels beim 2:0-Pokalsieg in Chemnitz. „Natürlich habe ich mich gefreut. Aber das erste Tor war nach einer halben Stunde, das zweite nach einer Stunde. Was soll ich da groß jubeln? Da kann noch so viel passieren“, merkt Skripnik an und erzählt noch eine nette Geschichte mit Frings in der Hauptrolle: „Torsten hat mich nicht in Ruhe gelassen und immer wieder gesagt: ,Viktor wir gewinnen, Viktor wir gewinnen.’ Ihn musste ich erst mal beruhigen.“ Aber, so Skripnik, er könne auch ganz anders: „Sie brauchen sich nur mal Spiele der U23 anzuschauen, da bin ich richtig losgelaufen.“ Vor Freude versteht sich.

So soll es, so muss es aber morgen in Mainz nicht werden. Denn Skripnik geht das Projekt Klassenerhalt „ohne Panik“ an: „Wir haben noch 25 Spiele. Wir müssen erst einmal dicht stehen und zu Null spielen. Da kann man auch mit einem Punkt gut leben.“ Mainz sei als Tabellensechster natürlich Favorit, „da müssen wir uns mehr um unser eigenes Tor kümmern“, findet Skripnik. Deswegen hätte in der kurzen Vorbereitung auch die Defensivarbeit im Mittelpunkt gestanden. Was aber nicht bedeutet, dass Werder sich in dem „geilen Stadion“ (Skripnik) verstecken wird. Denn der Ex-Profi bevorzugt eigentlich ein ganz anderes Spiel – den Thomas-Schaaf-Fußball. „7:2, 5:4 – diese Ergebnisse haben uns berühmt gemacht, das haben die Leute hier in ihren Herzen. In diese Richtung müssen wir denken. Aber das geht nicht von heute auf morgen.“ Dabei erinnert er an die Zeit nach Otto Rehhagel – und auch bei Lehrmeister Thomas Schaaf, unter dem er selbst fünf Jahre spielte, dauerte es einige Zeit bis zum Spektakel.

Jetzt ist erst einmal harte Arbeit angesagt. Und Skripnik verhehlt nicht, dass er vor seinem ersten Bundesliga-Auftritt als Chefcoach „ein bisschen nervös“ ist. Aber das sei jetzt alles unwichtig, es zähle nur eines: „Wir wollen nicht die Opfer-Mannschaft sein, sondern echt Werder Bremen.“

kni/mr

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