„Skripnik-raus“-Rufe „gehören zu meinem Job dazu“

Skripnik fürchtet weder Fans noch Pfiffe

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Diskussion am Trainer-Auto: Viktor Skripnik stellt sich nach dem Pokalaus einigen Fans.

Bremen - Die „Skripnik-raus“-Rufe hatte der, der gemeint war, angeblich nicht gehört. „Davon habe ich nichts mitgekriegt“, behauptete Viktor Skripnik. Der Werder-Trainer zeigte sich von dem, was sich außerhalb seiner Hörweite im Bremer Fan-Block zugetragen hatte, auch wenig beeindruckt. „Was soll ich machen? Ich kann den Leuten ja nicht den Mund zuhalten“, sagte er und betrachtete die Aufforderung zum Rauswurf als normale Begleiterscheinung: „Ich bleibe ganz ruhig. Das gehört zu meinem Job dazu.“

In diesem Satz steckt mehr Wahrheit, als ihm lieb sein kann. Denn dass der Unmut einiger Fans nach nur einem Spiel schon wieder auf ihn zielt, zeigt, wie gering des Trainers Kredit in der Anhängerschaft ist. „Skripnik raus“ – das war in der vergangenen Saison schon der Mainstream. Werder hat trotzdem an dem Cheftrainer festgehalten. Nun braucht der aber auch Erfolg und keine Blamagen, um seine Position tatsächlich zu festigen.

Frank Baumann, als Geschäftsführer Sport Skripniks direkter Vorgesetzter, drückte sich Montag um eine Aussage über die frühen Unmutsbekundungen Richtung Trainer herum. „Ich möchte dazu eigentlich gar nichts sagen“, erklärte er. Die Chance, Skripnik mit Worten zu schützen und zu stärken, ließ er ungenutzt.

Dabei hätte der Coach Unterstützung nötig. Denn im Moment steht er als der Mann da, der ein Team zwar sieben Wochen lang und in drei Trainingslagern auf die Saison vorbereitet hat, dann aber bei einem Drittligisten untergeht.

Wie das möglich ist, musste er erklären – und zwar noch am Sonntagabend. Nach der Ankunft am Weserstadion warteten einige Bremer Fans auf den Trainer und die Spieler. Sie wollten die Diskussion, und Skripnik ließ es zu. Als er mit dem Auto aus dem Stadion fuhr, hielt er an, ließ beide Seitenfenster runter und stellte sich – wie auch einige Spieler – dem friedlichen Gespräch. Montag sagte er in einer Medienrunde: „Ich habe volles Verständnis für die Fans. Ich bin doch auch frustriert, das habe ich auch gesagt. Ich will keine Ausreden und Alibis vorschieben. Es war einfach eine schlechte Leistung von uns. Wir können uns nur entschuldigen.“

Beim Bundesliga-Start am Freitag bei Bayern München hofft Skripnik nun auf die entsprechende Gegenreaktion seines Teams: „Wenn wir dort mit der gleichen Körpersprache auftreten wie in Lotte, weiß jeder, was uns blüht.“ 

csa

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