Skripnik fordert Kampf pur

Elf Drecksäcke müsst ihr sein

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Werder-Coach Skripnik

Bremen - Von Carsten Sander und Malte Rehnert. Wieder einmal zeigt sich: Man muss kein brillanter Rhetoriker zu sein, um mit Worten zu beeindrucken. Viktor Skripnik ist es bei seinem Ausblick auf die Bundesliga-Auswärtsaufgabe des SV Werder Bremen am Samstag beim FC Ingolstadt (15.30 Uhr) gelungen. Was sein Team dort erwartet, was sein Team dort liefern muss – der Bremer Trainer hat es so zusammengefasst: „Es wird ein Drecksackspiel.“

Mit allem, was dazu gehört. Wie der Abstiegsangst. Die sitzt angesichts des Relegationsplatzes, auf dem sie nun schon seit Wochen kleben, vor allem den Gästen im Nacken. Weshalb sie morgen vielleicht noch mehr Drecksack sein müssen, als die sechs Punkte und vier Ränge besser platzierten Ingolstädter. Skripnik jedenfalls hofft genau darauf.

„Gegen Ingolstadt zu spielen, ist für jede Mannschaft schwer, selbst Top-Teams haben Schwierigkeiten. Der FC spielt mutig, aggressiv. Fünf Mann sind ständig in Bewegung und attackieren. Das wird ein heißer Tanz für uns. Aber ich hoffe, dass wir auch ein unangenehmer Gegner sein können“, sagt der 46-Jährige und verklausuliert damit, was er von seinen Spielern morgen sehen will: bedingungslosen Einsatz, Kampf Mann gegen Mann – eben Fußballer, die das Messer zwischen den Zähnen haben. Und die dabei nicht vergessen, wer sie sind – nämlich ein Team mit Qualität. „Wir haben oft die spielerischen Lösungen. Aber wenn wir sie nicht nutzen, tut das weh. Wir müssen dann auch effektiv sein“, fordert Skripnik, der dabei sicher nicht nur an den verpassten Sieg gegen 1899 Hoffenheim am vergangenen Spieltag denkt (1:1), sondern auch an das Hinspiel gegen den FC Ingolstadt.

0:1 hatte Werder im eigenen Stadion das erste Bundesliga-Duell mit dem Aufsteiger und Liga-Neuling aus Bayern verloren. Unnötig war’s, weil das Gegentor aus einem von Assani Lukimya ohne Not verursachten Elfmeter kurz vor Schluss resultierte. Und dann war die Partie auch noch der Auftakt einer fünf Spiele anhaltenden Niederlagenserie – bis heute ist diese Serie der Grund, weshalb Werder in der Tabelle unten drin hängt. Es gibt also jede Menge schlechte Erinnerungen an den FC Ingolstadt, doch die Bremer wollen sich nicht mit dem Blick zurück aufhalten und schalten die negativen Gedanken einfach aus. Sendepause für den Hinterkopf. Stattdessen volle Konzentration auf Ingolstadt. „Wir können dort gewinnen“, meint Skripnik, „aber wir wissen, wie schwer es wird.“

Um die Bedeutung der Partie für beide Teams noch einmal hervorzuheben, hier zwei Zahlenspiele: Gewinnt Werder, rutscht der FCI mit dann möglicherweise nur noch drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz mit in den Abstiegsschlamassel. Gewinnen jedoch die „Schanzer“, beträgt das Polster schon neun Zähler – „das“, so sagt es Viktor Skripnik mit Sorge, „wäre schon komfortabel“.

Selbst bei einem Unentschieden wäre den Ingolstädtern mehr geholfen als den Bremern. „Wichtig ist, den Gegner auf Distanz zu halten“, meint FC-Coach Ralph Hasenhüttl, der die Bremer „sehr robust und kopfballstark“ erwartet: „Das ist eine Mannschaft mit Charakter und Mentalität, die schnörkellosen Fußball spielt.“

Die in den kommenden Wochen aber auch einen Zwischenspurt hinlegen muss. Nach Ingolstadt folgen für Werder die Heimspiele gegen Darmstadt 98 und Hannover 96, unterbrochen nur von dem Nicht-Kellerduell bei Bayer Leverkusen. In diesen Wochen muss Werder möglichst viele Punkte zwischen sich und die Abstiegszone bringen. Wenn nicht, muss bis zum Schluss gezittert werden. Bei einer Niederlagenserie wie in der Hinrunde wäre die zweite Liga schon sehr, sehr nahe.

Aber erstmal Ingolstadt. Eine Mannschaft, die unter Hasenhüttls Regie aus wenig viel zu machen versteht. 14 Toren haben dem Aufsteiger gereicht, um 26 Punkte zu sammeln. Neben Darmstadt ist der FC damit das einzige Team, das nach 21 Spielen mehr Punkte als Tore auf dem Konto hat. Das sagt viel über die Defensivstärke aus. Aber Werder kann mit der eigenen Auswärtsqualität dagegenhalten – hofft jedenfalls Geschäftsführer Thomas Eichin: „Unsere Spielanlage auswärts ist für jeden Gegner schwer auszurechnen. Weil wir uns immer etwas Neues einfallen lassen.“ Die Aussage impliziert ein Lob für den Trainer, dessen Rezept diesmal ziemlich simpel ist: Elf Drecksäcke müsst ihr sein!

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