Skripnik und Eichin denken nur an Punkte / Fritz freut sich auf Schaaf und die Meister

Der Nostalgie-Faktor: Mal nervend, mal beflügelnd

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Bremen - Rückkehr von Werder-Legende Thomas Schaaf? Egal! Festivitäten für die ersten Werder-Meister von 1965? Egal! Viktor Skripnik und Thomas Eichin nervt das ganze nostalgische Drumherum beim heutigen Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr). „Es geht nicht um ein schönes Spiel oder ein schönes Rahmenprogramm, sondern es geht um drei Punkte“, stellt Eichin klar. Werder will sich auf dem noch möglichen Weg nach Europa nicht ablenken lassen.

Bei Skripnik artet die Fokussierung auf das Spiel sogar darin aus, dass er sein Verhältnis zu seinem Ex-Trainer und heutigen Eintracht-Coach Schaaf plötzlich als „Privatsache“ bezeichnet. Das zweite Aufein-andertreffen sei schon so etwas wie „Routine“, sagt der 45-Jährige. Er will nicht über Schaaf reden, eigentlich will er gar nicht reden. Skripnik ist angefressen. Vielleicht liegt es an den zuletzt eher schwächeren Auftritten seiner Mannschaft. Vielleicht liegt es auch am großen Verletzungspech. Die Ausfallliste ist in dieser Woche noch länger geworden. Auch Alejandro Galvez, Özkan Yildirim und Felix Kroos stehen nicht zur Verfügung. Bei Jannik Vestergaard, Santiago Garcia, Luca Caldirola und Melvyn Lorenzen war das schon vorher klar.

„Man kann keine Pläne machen“, stöhnt der Coach. Er muss wieder mal basteln und improvisieren. Vor allem in der Viererkette. Sebastian Prödl wird in der Mitte gebraucht und kann somit nicht mehr auf der linken Abwehrseite aushelfen. Eigentlich führt nun kein Weg mehr an Janek Sternberg vorbei. Doch den hatte der Coach nach der Partie in Paderborn verbal vernichtet („Mit ihm wäre es vielleicht schlimmer geworden“). Und Skripnik tut nichts, um den Ersatzmann nun öffentlich wieder zu stärken. „Er trainiert vernünftig. Das erwarten wir auch von ihm“, lautet sein nüchterner Kommentar zum 22-Jährigen. Gefolgt von dem Hinweis: „Wir haben keine Stresssituation, wir haben genug Leute, die dort spielen können. Auch Leute aus der U23.“ Namen nennt er nicht. Begründung: „Wir dürfen nicht spekulieren.“

Das gilt aus Skripniks Sicht auch für die Tabellensituation. Nach dem 2:2 in Paderborn hatte er noch fröhlich darüber gesprochen, nun nach oben zu schauen. Jetzt geht der Blick ausschließlich aufs nächste Spiel. Immerhin wagt sich Eichin ein bisschen mehr aus Deckung: „Die Konstellation ist maßgeschneidert, wir sind in der Verfolgerposition und wollen gegen Frankfurt den ersten Schritt machen.“ Natürlich Richtung Europa, aber das Wort steht bei Werder auf dem Index und bleibt auffallend auffällig unbenutzt.

Als Tabellenneunter liegt Werder nur einen Punkt hinter Hoffenheim auf Rang sieben, der fürs internationale Geschäft reicht, wenn Wolfsburg Pokalsieger wird oder Dortmund den Pott holt und Platz fünf oder sechs belegt. Auch diese Ränge sind für Werder noch in Reichweite, der Rückstand auf Schalke und Augsburg beträgt gerade einmal drei Zähler. „Vom Tabellenplatz her ist es unsere Pflicht, nach oben zu schauen“, sagt Clemens Fritz: „Es ist aber auch unsere Pflicht, Spiele zu gewinnen.“

Das hat in den vergangenen sechs Partien nur ein Mal geklappt – gegen den Hamburger SV (1:0). Die Leistungen waren nur noch mäßig, die Mannschaft nach dem Höhenflug zu Beginn der Rückrunde kaum wiederzuerkennen. Kapitän Fritz spricht mit Blick auf die erste Halbzeit in Paderborn sogar „von einem Rückfall in alte Zeiten. Wir müssen in einigen Situationen wieder den einen Schritt mehr machen.“

Thomas Schaaf auf Bremer Rasen

Anders als seine Chefs fühlt sich Fritz von den besonderen Rahmenbedingungen dieses Spiels nicht gestört, sondern eher noch angestachelt: „Ich freue mich, dass Thomas Schaaf und unsere Meister-Mannschaft da sind. 50-jähriges Meister-Jubiläum – das ist schon Wahnsinn. Super, dass das in diesem Rahmen gewürdigt wird. Auch deswegen wäre es toll, wenn wir einen Sieg gegen Frankfurt einfahren würden.“

kni

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