„Es sind zu viele haltbare Gegentore“

Rost: Klare Kritik an Mielitz

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Steht bei seinem Vor-Vor-Vor-Vorgänger Frank Rost in der Kritik: Werder-Keeper Sebastian Mielitz.

Hamburg - Der Schuss von Heung-Min Son kam aus spitzem Winkel, scharf und präzise. Sebastian Mielitz stand da wie angewurzelt, sah den Ball an sich vorbei in den linken Winkel zischen.

Es war das 1:1 für den HSV, „unser Weckruf“, urteilte Rafael van der Vaart später. Aber die Frage, die es zu beantworten galt: War es ein Traumtor des Südkoreaners im HSV-Trikot oder ein Fehler des Bremer Torwarts? Frank Rost, einst Keeper bei beiden Clubs, legte sich fest: ein Mielitz-Fehler. „Der Ausgleich war eigentlich ein Geschenk. Aus der Position muss es der Anspruch von Mielitz sein, den Ball zu halten“, sagte Rost. Einmal dabei, kritisierte der 39-Jährige in seiner Halbzeit-Analyse beim Pay-TV-Sender Sky gleich Mielitz’ Leistungen im allgemeinen. „Insgesamt sind es zu viele haltbare Bälle, die durchgelassen werden. Wenn man 35 Gegentore in 19 Spielen bekommt, kann man nur sagen: er war stets bemüht.“ In Arbeitszeugnissen ist das eine glatte „5“.

Werder verliert im Nordderby 2:3

Werder verliert im Nordderby 2:3

Kein Glück hatte Werder Bremen beim 98. Nordderby in Hamburg. Trotz der Tore von Lukimya und Sokratis verloren die Bremen beim HSV nicht nur mit 2:3, sondern auch Clemens Fritz und Marko Arnautovic mit Platzverweisen. © Nordphoto, DPA
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Thomas Schaaf reagierte nicht auf Rosts Attacken. „Was er sagt, ist mir egal. Frank kann erzählen, was er will.“ Und Mielitz? „Ich weiß nicht, wie es passiert ist. Ich habe das Gefühl, dass der Ball die Bahn gewechselt hat“, sagte er. Also ist er um die Ecke geflogen? HSV-Coach Thorsten Fink schließt es nicht aus: „Sonny“, sagte er und meinte Heung-Min Son, „hat goldene Füße. Er schießt immer dahin, wo er hinschießen will.“ n csa

Die Einzelkritik

Nach HSV-Pleite: Werder in der Einzelkritik

Sebastian Mielitz: Kassierte die Saisongegentore 35 bis 37 und sah beim ersten Hamburger Treffer schlecht aus. Der Schuss von Heung Min Son aus spitzem Winkel war haltbar, keine Frage. Mielitz zeigte nicht mal eine Reaktion Richtung Ball. Note 5 © nph
Theodor Gebre Selassie (bis 56.): Ihn als Schwachpunkt zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. Der Tscheche wurde auf seiner rechten Abwehrseite mehrfach überlaufen oder einfach umdribbelt – wie von Son beim 1:1, wie von Vorlagengeber Aogo beim 1:3. Gegenwehr? Minimal. Und beim 1:2 kam „Theo“ auch zu spät. Er lieferte eine negative Steigerung seiner schlechten Leistung gegen den BVB ab. Note 6 © nph
Assani Lukimya: Lukimya machte es wie einst Uwe Seeler. Mit dem Hinterkopf traf er zur frühen Bremer Führung. Sein erstes Bundesliga-Tor wäre wohl von größerem Wert gewesen, wenn sich „Luki“ beim 1:1 Son in den Weg gestellt hätte, statt in der Mitte zu verharren. Außerdem unglücklich beim 1:2. Note 4 © nph
Sokratis: Klärte in der ersten Halbzeit mehrfach in der Mitte, aber nicht bei Aogos 1:2, als er am Ball vorbeisäbelte. Sein erstes Saisontor kam unter gütiger Mithilfe von HSV-Keeper Adler zustande. Note 4 © nph
Lukas Schmitz: Weil sich der HSV auf die andere Seite konzentrierte, stand er als Linksverteidiger selten im Blickpunkt. Einmal aber doch: Beim 1:3 war er an Rudnevs nicht genug dran. Note 4 © nph
Clemens Fritz: Wechselte mit Junuzovic die Positionen. Fritz agierte als Sechser lange gut, schaltete HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart aus. Aber dann: Gelb in der 57. Minute wegen Meckerns, Gelb-Rot zehn Minuten vor Schluss, weil er Arslan umgrätschte. Der erste Platzverweis für Fritz in der Bundesliga. Nun fehlt der Kapitän am Freitag gegen Hannover. Note 4 © nph
Mehmet Ekici (bis 89.): Weil Aaron Hunt kurzfristig mit muskulären Problemen ausgefallen war, rutschte Ekici in die Startelf – zum ersten Mal in dieser Saison. Er begann gut, war mit einem Distanzschuss gefährlich (8.), tauchte dann aber sehr lange ab. Auch wenn die statistischen Daten okay sind (80 Prozent seiner Pässe kamen an, 63 Prozent gewonnene Zweikämpfe), blieb der Gesamteindruck mäßig. Ekici fehlt immer noch das Tempo. Note 4,5 © nph
Zlatko Junuzovic: Rückte auf eine Halbposition im Mittelfeld vor, setzte aber keine Akzente. Er lief wie immer viel, produzierte aber auch einige Fehlpässe im Spielaufbau. Note 5 © nph
Aleksandar Ignjovski: Rückte für Arnautovic in die Anfangself und spielte so etwas wie einen hängenden Rechtsaußen. Mit Erfolg – Ignjovski gab die Flanke zur Führung. Nach Gebre Selassies Auswechslung übernahm der Serbe die Rechtsverteidigerposition – und machte es besser. Note 3 © nph
Kevin De Bruyne: Wurde erwartungsgemäß als Flügelstürmer auf der Elia-Position aufgeboten. Aber das funktionierte nicht. Auffällig wurde De Bruyne nur, wenn er in die Mitte drängte. Hatte die große Chance zum 3:3, setzte den Flugkopfball aber weit über die Latte. Note 5 © nph
Nils Petersen: Ein Torschuss (in der Nachspielzeit), dazu nur 22 Ballkontakte – Mittelstürmer Petersen fand im Nordderby quasi nicht statt. Note 5 © nph
Marko Arnautovic (ab 56.): Wegen seiner zweitägigen Trainingspause (Magen-Darm-Infekt) blieb er zunächst auf der Bank. Endlich auf dem Platz flankte Arnautovic perfekt auf De Bruyne. Mehr kam aber nicht. Dann kassiert er binnen Sekunden für ein Allerweltsfoul und eine Beinahe-Unbeherrschtheit Gelb-Rot (90.). Note 5 © nph
Sebastian Prödl (ab 89.): Ohne Ballkontakt. Note - © nph

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