„Es sind nicht plötzlich alle Zauberer geworden“

Klaus Allofs

Bremen (kni) · Klaus Allofs hat natürlich am Samstagnachmittag auch vorm Fernseher gesessen und den deutschen Viertelfinalsieg bejubelt. Doch von Zauberfußball mag der Boss von Werder Bremen nicht sprechen, für ihn ist die Leistung der DFB-Auswahl die Folge harter Arbeit und einer starken Bundesliga. Und er hätte nichts dagegen, mit einem Weltmeister Mesut Özil über dessen Zukunft in Bremen zu verhandeln.

?Herr Allofs, die ganze Welt ist von der deutschen Mannschaft begeistert – Sie auch?

!Natürlich, wenn man Argentinien 4:0 schlägt, dann muss man einfach begeistert sein. Wir waren die klar bessere Mannschaft, das war wirklich eindrucksvoll.

?Ist das die beste deutsche Mannschaft seit Jahren?

!(lacht)  Seit Menschengedenken . . . Jetzt mal im Ernst: Ich mag diese Vergleiche von Mannschaften aus verschiedenen Zeiten nicht. Das bringt nichts und ist unfair. Entscheidend ist doch, dass man sich durchsetzt.

?Aber Deutschland ist nicht nur erfolgreich, sondern spielt so ansehnlich wie selten zuvor. Es ist sogar von Zauberfußball die Rede.

!Also ich glaube nicht, dass aus unseren Spielern innerhalb von drei Wochen Zauberer geworden sind. Und es ist auch nicht so, dass man im Spiel einen Schalter umlegt und dann zaubert. Das funktioniert anders.

?Und wie?

!Entscheidend für das gute Spiel der Deutschen ist die Disziplin und die enorm hohe Laufbereitschaft. Dadurch hat man immer viele Anspielmöglichkeiten, alles wird leichter, und es sieht einfach schöner aus. Außerdem ist jeder für jeden da – so wurde zum Beispiel Messi erfolgreich bekämpft.

?Liegt’s also hauptsächlich am Teamgeist und weniger an einzelnen Spielern?

!Das kann man so nicht sagen. Wir haben auch zahlreiche Spieler in unseren Reihen, die sich mit Messi, Rooney und Co. messen können. Aber irgendwie ist es typisch deutsch, dass immer von den Spielern in Spanien, England und Italien geschwärmt wird und unsere Bundesliga-Spieler kritisiert werden. Aber die stehen hier nun mal ständig unter Beobachtung – und deshalb kennt man auch ihre Schwächen und erlebt Phasen, wo es bei ihnen im Club nicht so gut läuft.

?Wie zufrieden sind Sie mit den Werder-Profis in der DFB-Auswahl?

!Per Mertesacker macht es wie bei uns in Bremen sehr unaufgeregt. Ich konnte die Kritik an ihm nach den ersten Spielen nicht verstehen. Gegen Argentinien hat er es überragend gemacht. Mesut Özil spielt auf Weltklasseniveau. Ich sehe keinen Spieler, der bei der WM besser ist als er – kein Messi, kein Rooney, kein Villa. Die Holländer sind stark, aber auch nicht besser als Mesut.

?Wie wollen Sie so einen Spieler in der Bundesliga halten?

!Wo ist das Problem? Die bislang herausragenden WM-Spieler sind doch fast alle in der Bundesliga. Also Mesut bei uns, dann Schweinsteiger, Müller, Lahm und Klose bei den Bayern. Selbst Hollands Robben spielt in München. Die Bundesliga kann also nicht so übel sein, wie sie gerne mal gemacht wird.

?Trotzdem sollen Topclubs wie der FC Barcelona oder Manchester United schon ganz heiß auf Özil sein.

!Natürlich haben diese finanzkräftigen Vereine immer die Möglichkeit, solche Spieler wegzuholen. Das hat ja das Beispiel Diego gezeigt, den wir vor einem Jahr an Juventus Turin abgeben mussten. Aber deshalb müssen wir jetzt nicht in Panik verfallen.

?Gibt es denn schon Angebote für Özil?

!Ich habe schon etwas länger nicht mehr in mein Postfach geguckt . . .

?Sie weichen aus.

!Es gibt im Moment zu diesem Thema nichts Neues zu sagen. Mesut konzentriert sich jetzt auf die WM, und dann sehen wir weiter.

?Werden Sie dann mit einem Weltmeister sprechen?

!Wenn die Dinge so positiv weiterlaufen, dann können wir Weltmeister werden.

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