Werder genießt den Derby-Triumph / Trainer Schaaf sieht den nächsten Schritt

Ein „Signal an alle“ und ein „Extra-Pusher nach vorne“

Bremen - Der Kapitän brachte es auf den Punkt. „Das war genau der Sieg, den wir gebraucht haben“, jubelte Clemens Fritz. Nach zuvor vier Remis in der Rückrunde fand Werder ausgerechnet im 96. Bundesliga-Nordderby beim Hamburger SV den Weg zurück auf die Siegerstraße.

Werder siegt im Nordderby

Werder siegt im Nordderby

Das 3:1 (2:0) gibt den Bremern „einen Extra-Pusher nach vorne“, urteilte Keeper Tim Wiese, mahnte aber zugleich: „Wir müssen das so beibehalten und jetzt auch mal wieder zu Hause gewinnen.“

Am Samstag (18.30 Uhr) kommt der 1. FC Nürnberg ins Weserstadion – und mit einer Leistung wie am Samstag in der nicht ganz ausverkauften Imtech Arena hat Werder exzellente Chancen, Wieses Vorgaben zu erfüllen. „Das war unser bestes Spiel in der Rückrunde“, meinte Stürmer Marko Arnautovic, der mit seinem 3:1 (86.) den Schlusspunkt unter einen beeindruckenden Auftritt der Bremer gesetzt hatte. „Wir haben ein Signal an alle gesendet und viel Selbstvertrauen getankt“, sagte Sportchef Klaus Allofs und stellte erleichtert fest: „Hier zu gewinnen, ist wunderschön. Ein Remis hätte nicht gereicht, um da oben zu bleiben. Und wir wollten den HSV auf Distanz halten – das haben wir geschafft.“

Die Einzelkritik

Die Einzelkritik: Marins starkes Comeback

Werder hat als Fünfter zwei Punkte Vorsprung auf Leverkusen und Hannover – und nun zehn auf den HSV. Die Hamburger, deren Tor durch Mladen Petric (75.) ein abgefälschter Freistoß und demnach ein Zufallsprodukt war, machten aus ihren 62 Prozent Ballbesitz fast nichts. Werder hatte zwar lediglich 38 Prozent, konnte mit der Kugel allerdings wesentlich mehr anfangen. Die Bremer kombinierten so flüssig wie nur ganz selten in dieser Saison und nutzten fast alle Großchancen. Marko Marin traf zum frühen 1:0 (9.), Tom Trybull legte nach (45.). „Wir haben sehr, sehr gut gespielt“, fand Fritz.

Doch woher kommt nach eher dürftigen Leistungen in den Vorwochen plötzlich diese Souveränität, diese Stärke, dieser Spielwitz? „Wir haben intensiv daran gearbeitet, die Fehler aus dem Hoffenheim-Spiel (1:1, Anm. d. Red.) abzustellen. Der Trainer hat sehr viel mit uns gesprochen“, sagte Stürmer Claudio Pizarro. Doch das allein kann’s natürlich nicht sein.

Laut Allofs hat Werder vor allem im Kollektiv überzeugt: „Wir haben gemeinsam viele Bälle erobert. Und alle waren bereit, den Weg nach vorne zu gehen, mitzuarbeiten. Dann hat man Anspielstationen, dann kann man den Ball laufen lassen und bekommt die nötige Sicherheit rein.“ Zudem rückte die Hamburger Abwehr oft sehr weit auf und bot den Bremern Räume, „die wir sehr gut genutzt haben“ (Allofs).

Für Trainer Thomas Schaaf war die deutliche Steigerung keine Überraschung, sondern vielmehr der nächste Schritt der Bremer Entwicklung: „Wir haben in den letzten Wochen viele gute Sachen aufgezeigt, aber in Hamburg ist uns das über einen längeren Zeitraum gelungen – wenn auch noch nicht über 90 Minuten.“ Und das, so Schaaf, sei das nächste Ziel: „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber den müssen wir weitergehen und noch einige Sachen verfeinern.“ · mr

Der Becherwurf

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