Ohne Pizarro und ohne Gegentor – Werder Bremen klettert mit 2:0 über VfB Stuttgart auf Rang vier

Ein Sieg mit zuckersüßen Zugaben

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Was für ein Strahl! Mit 108 km/h jagt Naldo den Freistoß für Werder in die Maschen. VfB-Keeper Sven Ulreich hat die Hände erst oben, als der Ball schon längst vorbei gezischt ist.

Von Carsten Sander - „Es geht auch ohne Pizarro“ – Aaron Hunt genoss es, dies sagen zu dürfen. Aus jeder Silbe tropfte die Zufriedenheit darüber, dass Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart gestern auch ohne seinen als unverzichtbar geltenden Torjäger gewonnen hatte.

2:0 (0:0) hieß es am Ende – und Hunt persönlich hatte das Fehlen des am Knie verletzten Claudio Pizarro wettgemacht. Auf sein Konto ging das 1:0 (57.), Naldo stellte mit einem perfekten Freistoß den Endstand her (67.).

Werder in der Einzelkritik

Werder in der Einzelkritik

Tim Wiese: Erst musste der Keeper nur aufpassen, dass er bei dem Wind nicht wegfliegt, dann flog Wiese freiwillig und parierte klasse nach Tascis Kopfball (41.). In der Nachspielzeit besorgte sich der Nationaltorwart durch einen kleinen Fehler noch selbst eine feine Parade. Note 2,5 © nordphoto
Aleksandar Ignjovski: Diesmal wurde der junge Serbe rechts gebraucht – und das machte der 20-Jährige mit dem bissigen Zweikampfverhalten gut. Note 2,5 © nordphoto
Andreas Wolf: Bekam den Vorzug vor Prödl und rechtfertigte das Vertrauen mit einer ordentlichen Partie. Zwei tollen Rettungstaten (75./77.) steht aber auch eine eher schwache Zeikampfquote (62 Prozent) gegenüber. Note 3
Naldo: Er gewann 85 Prozent seiner Zweikämpfe und 95 Prozent seiner Pässe kamen an – allein diese Zahlen sind schon spitze. Doch mit seinem Hammer-Tor (67.) setzte Naldo sogar noch einen drauf. Note 1 © nordphoto
Lukas Schmitz: Der Linksverteidiger überzeugte mit einem unaufgeregten Auftritt. Note 3 © nordphoto
Philipp Bargfrede: Vor der Pause fabrizierte der Sechser im Spielaufbau noch viel Murks, dann leitete er das 1:0 ein und holte den Freistoß zum 2:0 raus. Vor der Abwehr defensiv nicht immer im Bilde. Note 3 © nordphoto
Clemens Fritz: Stark, wie er sich vor dem 1:0 durchsetzt. Es passte zum kämpferisch guten Auftritt des Kapitäns, der auch viele VfB-Angriffe stoppte. Note 2,5 © nordphoto
Aaron Hunt: Spielfreude gepaart mit großer Einsatzbereitschaft – das bringt nicht nur ein Tor (57.), sondern auch eine richtig gute Leistung. Note 2 © nordphoto
Marko Marin (bis 79.): Der Einsatz stimmte, der Ertrag leider nicht. Zwei erfolgversprechende Werder-Konter (13. und 41.) zerstörte der Spielmacher fahrlässig und eigensinnig – und so war fast sein ganzes Spiel. Note 4 © nordphoto
Markus Rosenberg (bis 75.): Was wäre wohl passiert, wenn er in der 15. Minute nicht allein vor VfB-Keeper Ulreich kläglich gescheitert wäre? Aber so kam nichts mehr vom Schweden. Note 5 © nordphoto
Marko Arnautovic (bis 87.): Auch der Österreicher blieb ohne Treffer – und das sogar bei zwei Riesenchancen (23./26.). Aber dafür ackerte der Angreifer unermüdlich, arbeitete viel nach hinten und blieb gefährlich. Note 3 © nordphoto
Sandro Wagner (ab 75.): Auch der „Joker“ wurde zum Chancentod (81./84.), ohne Pizarro gibt‘s eben keine Stürmertore. Note - © nordphoto
Mehmet Ekici (ab 79.): Der Platz in der Startelf ist wieder futsch, immerhin durfte der Spielmacher noch ein paar Minuten ran. Note - © nordphoto
Florian Trinks (ab 87.): Tatsächlich – den Trinks gibt‘s auch noch. Erster Saisoneinsatz, nachdem das Eigengewächs in der Rückrunde der Vorsaison immerhin acht Mal dabei war. Note - © nordphoto

Es war ein hochverdienter Sieg für das Bremer Kollektiv, das sich im Verfolgerduell der Fußball-Bundesliga mehr als nur drei Punkte zum Ziel gesetzt hatte. Der desaströse Eindruck, den die Mannschaft eine Woche zuvor beim 0:5 in Mönchengladbach hinterlassen hatte, sollte korrigiert werden. Zudem musste der lästige Vorwurf, das Team sei ohne seinen peruanischen Tor-Garanten nicht viel wert, ausgeräumt werden. Beides gelang. Trainer Thomas Schaaf zeigte sich folglich uneingeschränkt zufrieden: „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und die richtige Reaktion auf die Partie in Gladbach gezeigt.“

So schön jubelt Bremen mit Naldo

So schön jubelt Bremen mit Naldo

Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto
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Über ein Jahr mussten die Bremer Fans auf ihren Liebling Naldo verzichten. umso größer war der Jubel im Weserstadion, als der Brasilianer in der 67. Minute gegen Stuttgart den Hammer auspackte und das vorentscheidende 2:0 erzielte. © Nordphoto

Nebenbei blieb Werder zum ersten Mal seit dem fünften Spieltag (2:0 gegen den Hamburger SV) ohne Gegentor. Nebenbei hüpften die Bremer auf Rang vier, sind wieder voll im Geschäft. Nebenbei gelang erstmals in dieser Saison – und eine Woche vor dem Hit beim auf Platz drei zurückgefallenen FC Bayern – ein Sieg über einen direkten Konkurrenten im Rennen um die internationalen Plätze. Zuckersüße Zugaben, wie Kapitän Clemens Fritz fand: „Dann hört dieses Gerede jetzt endlich auf. Das hat echt genervt.“

Mehr noch als das reine Ergebnis mit den schönen Begleiterscheinungen freute den 31-Jährigen jedoch, wie es zustande gekommen war. „Wir waren in der Defensive kompakt, sehr organisiert und alle sehr präsent“, lobte Fritz: „Wir haben die Räume zugemacht und Chancen erspielt.“

Werder besiegt Stuttgart 2:0

Werder besiegt Stuttgart 2:0

Werder Bremen hat auch ohne Top-Torjäger Claudio Pizarro nach einem 2:0 gegen den VfB Stuttgart die Champions-League-Plätze wieder fest im Visier. In Abwesenheit des verletzten Stürmerstars sicherten Aaron Hunt (57. Minute) und Naldo (67.) am Sonntag den ersten Werder-Sieg gegen schwache Schwaben seit mehr als zwei Jahren. © Nordphoto
Werder Bremen hat auch ohne Top-Torjäger Claudio Pizarro nach einem 2:0 gegen den VfB Stuttgart die Champions-League-Plätze wieder fest im Visier. In Abwesenheit des verletzten Stürmerstars sicherten Aaron Hunt (57. Minute) und Naldo (67.) am Sonntag den ersten Werder-Sieg gegen schwache Schwaben seit mehr als zwei Jahren. © Nordphoto
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Werder Bremen hat auch ohne Top-Torjäger Claudio Pizarro nach einem 2:0 gegen den VfB Stuttgart die Champions-League-Plätze wieder fest im Visier. In Abwesenheit des verletzten Stürmerstars sicherten Aaron Hunt (57. Minute) und Naldo (67.) am Sonntag den ersten Werder-Sieg gegen schwache Schwaben seit mehr als zwei Jahren. © Nordphoto

Alles richtig, alles gut. Nur: Was Werder gegen schwache Stuttgarter zunächst aus seinen Möglichkeiten machte, war miserabel. Erst stand Pizarro-Ersatz Markus Rosenberg frei vor VfB-Keeper Sven Ulreich (15.), dann zweimal Marko Arnautovic (23., 26.). Weil beide den Ball nicht am Stuttgarter Schlussmann vorbeibrachten, stöhnten die Werder-Fans unter den 40 800 Zuschauern laut auf und wünschten sich leise die schnelle Rückkehr jenes Mannes, der bis dato die letzten sieben Bremer Heimtore erzielt hatte: Claudio Pizarro.

Der Peruaner saß haare-raufend auf der Tribüne und wurde Zeuge, wie Keeper Tim Wiese mit einem Reflex einen Kopfball von Serdar Tasci entschärfte (41.) und so einen absurden Halbzeitstand verhinderte.

Selbst das 0:0 spottete den Verhältnissen auf dem Platz. Doch Aaron Hunt setzte dem ein Ende. Nachdem sich Clemens Fritz und Philipp Bargfrede geschickt durch das Mittelfeld kombiniert hatten, passte Fritz steil in den Strafraum. Hunt erlief den Pass, setzte sich etwas glücklich gegen Khalid Boulahrouz durch und tunnelte Ulreich. Endlich 1:0, endlich der Lohn für eine disziplinierte, kontrollierte Leistung.

Martin Harnik, der blassgebliebene Ex-Bremer, spürte schon in dieser 57. Minute, dass mit dem Tor auch die Entscheidung gefallen war: „In unserer einzigen guten Phase kriegen wir den Gegentreffer – damit war es gelaufen. Wir haben einfach zu schlecht gespielt.“ Coach Bruno Labbadia pflichtete bei: „Wir hätten nochmal 90 Minuten spielen können, ohne ein Tor zu schießen.“

Der VfB hatte ja auch keinen Naldo. Gegen Gladbach war der Brasilianer wegen einer Bronchitis noch ausgefallen, gestern präsentierte er sich in Top-Form und krönte seinen Arbeitstag mit dem Freistoß-Hammer zum 2:0. Auf 108 km/h beschleunigte er den Ball, der genau im Winkel einschlug. Ein Traumtor wie es nicht einmal Pizarro hätte besser machen können. Trotzdem hofft Werder natürlich auf ein schnelles Comeback des Superstars, nur Prognosen lehnen Allofs und Co. nach dem Wirrwarr der letzten Woche kategorisch ab.

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Kiel-Profi Holtby im Interview vor dem Duell gegen Werder: „Ich habe Mega-Bock auf Holstein“

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