Marin redet vom Angriff auf die Spitze, Pizarro vom „Nicht-mehr-Weltklasse-Team“ des FC Bayern

Ein Sieg, der die Phantasie anregt

Zwei, die gegen Gladbach überzeugten. Marko Marin (li.) lieferte das bislang beste Spiel im Werder-Dress ab, Claudio Pizarro legte einen Doppelpack hin.

Bremen - von Carsten Sander. Vielleicht wird über die Partie gegen Borussia Mönchengladbach auch in einigen Wochen oder Monaten noch gesprochen. Nicht, weil sie denkwürdig war.

Nein, es hat schon weitaus berauschendere, spektakulärere Spiele von Werder Bremen gegeben als diesen grundsoliden 3:0 (2:0)-Sieg am Sonntag . Aber möglicherweise wird einmal gesagt, dass dieses Match das Spiel war, in dem Werder die Kurve kriegte. Und dabei einen Weg eingeschlagen hat, der weit nach oben führte.

Utopie, Phantasie oder doch berechtigte Hoffnung? Nach dem ersten Erfolg in der noch jungen Bundesliga-Saison keimen bei Werder vereinzelt Höhenflug-Gedanken. Allerdings bei Spielern, deren Gefühlswelt zuvor verständlicherweise kräftig in Aufruhr geraten war. Man mag es ihnen deshalb nachsehen, wenn sich irgendwann herausstellen sollte, dass sie den Mund etwas zu voll genommen haben.

So schwärmte Marko Marin , der Ex-Gladbacher im Bremer Dress, unter dem Eindruck des Sieges über die alten Kollegen davon, mit Werder „ganz oben angreifen“ zu wollen. Natürlich nur dann, „wenn wir immer so spielen wie diesmal“, sagte der Wirbelwind, der die Umsetzung des Ziels persönlich stark beeinflussen kann. Wie? Indem er selbst immer so spielt wie am Sonntag .

„Es war sicher seine auffälligste Partie“, sagte Trainer Thomas Schaaf über den Auftritt des 8,3-Millionen-Einkaufs. Starke Dribblings, gefährliche Abschlüsse, Elfmeter rausgeholt und die Defensivaufgaben nicht vergessen – so soll Marin spielen. So hat er gespielt. Schaaf: „Man hat deutlicher gesehen, wo seine Qualitäten liegen, wieso er ein besonderer Fußballer ist. Er hatte nach der Pause den Platz, den er braucht.“

Nach 84 Minuten wurde Marin bei seiner Auswechslung mit viel Applaus bedacht. Die Pfiffe, mit denen die Gladbach-Fans ihren ehemaligen Liebling schon während des ganzen Spiels eingedeckt hatten, wurden locker übertönt. Der Applaus tat gut, „sehr schade“, fand Marin dagegen das Pfeifkonzert, „aber damit muss ich leben.“

Die gute Laune ließ er sich jedenfalls nicht verderben. Mit einem breiten Grinsen trug er nach der Partie Marin-Trikots in die Borussia-Kabine – als Andenken für alte Freunde. Mit einem breiten Grinsen kam er auch unbeschadet wieder heraus und stellte sich den Journalisten zum Gespräch. In wenigen Sätzen fasste er zusammen, wie er den Tag erlebt hatte. Gladbach als Gegner – das war nach drei Jahren am Niederrhein „schon komisch. Aber nur vor dem Spiel. Als es dann losging, war’s okay. Bei mir lief es heute besser als in den ersten Spielen. Ich komme immer besser ins Fahrt. So kann es weitergehen.“

Den letzten Satz kann Claudio Pizarro nur unterstreichen – sowohl die Leistung der Mannschaft als auch die eigene betreffend. Zwei Tore im ersten Punktspiel waren perfekt für den Peruaner, der danach wie Marin leicht euphorisiert auftrat. Im TV-Interview mit Sky nahm er seinen Ex-Club Bayern München auf die Hörner. „Normalerweise ist der FC Bayern eine Weltklassemannschaft. In dieser Saison sieht es nicht so aus“, lästerte er über den aktuellen 14. der Tabelle. Werder hat mit dem ersten Sieg den Sprung auf Platz sieben geschafft, liegt also vor dem hochgelobten Titelfavoriten. Nur eine wertlose Momentaufnahme nach gerade mal drei Spieltagen? Nein, glaubt Pizarro und lässt wie Marin den Träumen freien Lauf: „Ich denke, dass wir vor ihnen bleiben…“

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