Ein Sieg in Köln – und Werders Trainer kann „über andere Sachen“ als Abstiegskampf nachdenken

Skripnik schielt nach Europa

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Werder-Trainer Viktor Skripnik würde mit seiner Mannschaft gerne höhere Ziele anpeilen – aber dafür muss morgen ein Sieg beim 1. FC Köln her.

Bremen - Das noch fehlende Häkchen wird morgen gesetzt. Gegen alle Bundesligisten hat Viktor Skripnik als Profitrainer von Werder Bremen seit Ende Oktober gespielt – bis auf den 1. FC Köln. Der 45-jährige Ukrainer beendet damit sozusagen mitten in der Rückrunde seine ganz persönliche Hinrunde. Und das mit einem richtungweisenden Spiel, mit einem Matchball für Werder!

Triumphieren die Bremer bei den nicht gerade heimstarken Kölnern (zwei Siege, sechs Remis, vier Niederlagen), haben sie 36 Punkte. Und das wäre dann wirklich genug, um nicht mehr in Abstiegsnot zu geraten – glaubt sogar der sonst eher vorsichtige Skripnik: „Ziele können mit Ergebnissen wechseln. Noch haben wir 33 Punkte. Aber wenn wir gewinnen, können wir nach oben schauen und über andere Sachen nachdenken.“ Worüber, ist klar: das internationale Geschäft. Aktuell hat Werder drei Punkte Rückstand auf Platz sieben (Hoffenheim), der für die Qualifikation zur Europa League reichen könnte. Und Skripnik traut seinem Team absolut zu, in der Tabelle noch entscheidend Boden gut zu machen. Auf die Frage, ob Werder stark genug sei für einen Europa-League-Platz, antwortete er gestern deutlich: „Das muss ich glauben. Wir haben sehr gute Gegner geschlagen, sehr gute Ergebnisse erzielt.“ Findet auch Sportchef Thomas Eichin, der sich ähnlich angriffslustig äußerte. „Wir sind in der Situation zu sagen: Nach oben geht noch ‘was. Die Großen ärgern zu können, an diesem Punkt sind wird jetzt“, meint der 48-Jährige.

Vor einigen Monaten war das völlig undenkbar gewesen. Nach dem niederschmetternden 0:1 im Hinspiel gegen Köln hatte Werder mickrige vier Punkte auf dem Konto, noch kein einziges Mal gewonnen und war auf dem letzten Tabellenplatz angelangt. Es folgte die Entlassung von Trainer Robin Dutt und die Beförderung von U23-Coach Skripnik. Seither ging es bergauf, im Moment sind die Bremer Neunter. „Das haben wir alle erhofft, aber so nicht erwartet. Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht“, sagt Skripnik stolz und fügt an: „Wir haben die Kurve gekriegt, eine Serie hingelegt, sind echt zufrieden.“

Die Hauptgründe für den Aufschwung kann der Ukrainer allerdings nicht so genau nennen. „Ich weiß nicht, woher das kommt. Es gibt kein Geheimnis, kein Rezept. Es sind viele kleine Punkte“, erklärt Skripnik. Zum Beispiel die beiden Winter-Neuzugänge Jannik Vestergaard und Levin Öztunali. „Sie haben uns verbessert und stabilisiert“, urteilt der Bremer Coach. Oder auch das Hochziehen diverser Talente. „Die U23-Spieler sorgen für einen guten Konkurrenzkampf“, lobt Skripnik, der morgen vermutlich ein, zwei Änderungen in seiner Startelf vornehmen wird.

Auch, um sich auf einen Gegner einzustellen, den er trotz der schwachen Heimergebnisse als gefährlich einstuft: „Die Kölner werden uns attackieren, wollen uns ärgern und schlagen. Sie werden ganz sicher nicht passiv sein.“

Eichin stuft den FC ebenfalls als „extrem stark“ ein. Nach dem Aufstieg hätten sich die Kölner zunächst in der Defensive stabilisiert, inzwischen „sind sie auch offensiv richtig gut“, sagt er. Doch Werder ist vorbereitet, betont Eichin: „Entscheidend ist jetzt, den Druck hoch zu halten und nicht nachzulassen. Die Mannschaft ist aber sehr gut fokussiert und will das auch.“ In den nächsten Wochen „kommen wieder die Gegner, die pari sind mit uns“, meint der Sportchef: „Das heißt aber nichts. Da kannst du vier Spiele in Folge gewinnen oder drei verlieren – ohne schlecht gespielt zu haben.“

mr

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