Der Sieg in Chemnitz bringt zwar keine Punkte ein, aber das Lachen zurück

Eine Pille für den Patienten

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Es wird wieder gelacht bei Werder Bremen. Torschütze Fin Bartels (2.v.r.) freut sich mit Felix Kroos (re.) über den Treffer zum 1:0. Izet Hajrovic (li.) hatte die Vorarbeit geleistet.

Chemnitz/Bremen - 527000 Euro – den Wert des 2:0-Sieges beim Chemnitzer FC mit der vom Deutschen Fußball-Bund garantierten Achtelfinal-Prämie zu bemessen, könnte ein Weg sein. Das Geld tut Werder Bremen einerseits zwar gut, war Geschäftsführer Thomas Eichin nach dem erfolgreich bestrittenen Zweitrundenspiel im DFB-Pokal aber „völlig wurscht“.

Wichtiger war, dass die Mannschaft mal wieder ein sportliches Lebenszeichen gesendet hat und sich die Krise nach dem ersten Spiel unter dem neuen Trainer Viktor Skripnik nicht mehr ganz so schlimm anfühlt.

Überwunden ist sie aber noch lange nicht – dahingehend waren sich alle Beteiligten nach dem Pflichtsieg über einen unbequemen Drittligisten sicher. „Eswar wie eine Tablette für einen Kranken“, meinte Skripnik, der natürlich auch weiß: Eine Pille allein heilt kein schweres Leiden.

Ganz konkret: Am Samstag muss Werder im Auswärtsspiel bei Mainz 05 die Eigenmedikation fortsetzen. Sonst war Chemnitz wohl nur eine abschweifende Anekdote in der großen Geschichte des Bremer Niedergangs.

Den zu stoppen, hat sich Skripnik zur Aufgabe gemacht. Als Nachfolger des am Samstag entlassenen Robin Dutt feierte er ein gelungenes Debüt als Cheftrainer, wäre aber „echt froh“ gewesen, wenn es dafür auch drei Punkte gegeben hätte. So ist Werder „nur“ im Pokal weitergekommen, muss auf den ersten Sieg in der Liga aber weiter warten. Immerhin, so Skripnik, kann die Mannschaft nach dem durch Tore von Fin Bartels (31.) und Franco Di Santo (51.) sichergestellten Sieg „zwei, drei Tage lang ruhiger arbeiten. Der Druck auf die Jungs ist im Moment sehr groß. Ich bin mir sicher, dass sie nach dem Sieg mit viel besserer Laune zum Training kommen.“

Von ausgeprägtem Frohsinn konnte nach dem Schlusspfiff allerdings nicht die Rede sein – jedenfalls war aus den Statements und Mienen der Spieler nichts dergleichen abzulesen. Maximal könnten sich die Akteure einen vorsichtig optimistischen Blick in die Zukunft. „Wir hatten vorher davon gesprochen, dass wir mal ein Erfolgserlebnis brauchen, jetzt haben wir es uns erarbeitet. Das sollte uns Mut geben für die nächsten Aufgaben“, sagte Kapitän Fritz. Sein Stellvertreter Sebastian Prödl mahnte: „Dieser Sieg ist für nichts eine Garantie. Ich hoffe aber, dass er uns Rückenwind gibt.“

Werder braucht viel davon, um nach neun sieglosen Spielen unter Robin Dutt nun mit Skripnik die Wende zum Guten zu schaffen in der Bundesliga. In Chemnitz, das stellte Eichin zufrieden fest, „haben wir die Prüfung bestanden“.

csa

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