Sieben wilde Wiese-Jahre: Tiefpunkt in Turin, Highlights gegen HSV

BREMEN. Im Januar 2005 gibt Werder die Verpflichtung von Tim Wiese bekannt. Ein Rumoren setzte ein, „Fan-Aufstand gegen Wiese“ titelte gar die „Sport Bild“. Doch sieben Jahre später geht der 30-Jährige als Publikumsliebling. Was in der Zwischenzeit passierte, zeigen die Highlights aus Wieses wilden Werder-Jahren.

August 2005: Es beginnt mit einer Katastrophe. Im Vorbereitungsspiel bei Hansa Rostock reißt Wiese das Kreuzband – zum zweiten Mal innerhalb von zehn Monaten. „So viel Pech kann man gar nicht haben“, jammert der Keeper.

Januar 2006: Wiese ist wieder da. Im Trainingslager in der Türkei feiert er sein Comeback und heizt den Konkurrenzkampf mit Andreas Reinke an. Der Routinier setzt sich durch, bleibt die Nummer 1 – bis er gegen den VfB Stuttgart schwer im Gesicht verletzt wird. Wiese übernimmt.

März 2006: Über sein rosa Trikot wird gekichert, über den Patzer bei Juventus Turin böse gelästert. Im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales bei Juventus Turin lässt Wiese kurz vor Schluss den Ball fallen – das kostet Werder den Einzug ins Viertelfinale und einige Millionen Euro. Und der Keeper schämt sich: „Hätte ich eine Schippe zur Hand gehabt, hätte ich mich noch auf dem Platz eingegraben.“

September 2007: Wann ruft Löw endlich an? Die hartnäckige Nicht-Berücksichtigung durch den Bundestrainer nervt den Bremer Schlussmann. Und er schießt – nicht zum ersten und letzten Mal in seiner Karriere – mit seiner Kritik über das Ziel hinaus. „Das Kapitel Nationalmannschaft ist unter Löw kein Thema mehr für mich. Das ist abgehakt“, sagt Wiese. Eine gleichermaßen unbedachte wie falsche Aussagen.

Oktober 2007: Vorzeitige Vertragsverlängerung bei Werder bis 2012. Kommentar Wiese: „Was soll ich woanders?“

März 2008: Wieder so ein „Bock“! Im UEFA-Cup patzt Wiese bei den Glasgow Rangers. Das 0:1 wirft er sich quasi selbst ins Netz, auch beim 0:2 sieht er schlecht aus. „Dim Wiese“ (Dummer Wiese) spotten die Schotten. Champions-League-Absteiger Werder scheitert im Achtelfinale.

Mai 2008: Nordderby mit Ecken und Kanten in Hamburg – und Wiese übertreibt’s. Mit dem Kung-Fu-Tritt gegen HSV-Angreifer Ivica Olic schockt er alle. „Fast ein Mordversuch“, erbost sich „Kaiser“ Franz Beckenbauer. Wiese spielt den Vorfall zunächst als „alltägliche Situation“ runter, später entschuldigt er sich aber bei Olic. Es folgt die Versöhnung.

Tim Wiese - seine Jahre bei Werder Bremen

Tim Wiese: Seine Jahre bei Werder Bremen

November 2008: Von wegen abgehakt! Erster Länderspieleinsatz gegen England. Deutschland verliert 1:2, Wiese wird dennoch gelobt. Bis dato folgen nur fünf weitere DFB-Einsätze (kein Sieg).

April 2009: Der Wahnsinn beginnt: Vier Nordderbys gegen den HSV in nur 19 Tagen – es werden Wiese-Festspiele. Beim Auftakt im DFB-Pokal-Halbfinale wird er zum Helden, hält drei Elfmeter. Auch im UEFA-Pokal-Halbfinale setzt sich Werder durch. Nach dem abschließenden 2:0 in der Liga klettert Wiese vor den Bremer Fans auf den Zaun, brüllt „Scheiß HSV“ ins Megaphon. Konsequenz: Der HSV mag ihn nun noch weniger, der DFB brummt ihm 8 000 Euro Geldstrafe auf.

April 2010: Eine Fehde mit Jens Lehmann wird öffentlich. Weil der Ex-Nationalkeeper im ZDF-Sportstudio indirekt über Wiese gelästert hatte, schießt der Bremer zurück: „Der Typ juckt mich nicht. Als der sich im Ohr gebohrt und überlegt hat, was er sagen will, war klar wie Kloßbrühe, dass er gegen mich stänkert.“

September 2010: Und Lehmann macht weiter, kreidet Wiese eine Mitschuld an einem Gegentor beim 2:2 gegen Tottenham an. „Der Typ hat sie doch nicht alle. Wenn der behauptet, mich trifft da eine Mitschuld, dann kannst du den Spinner direkt einweisen, am besten in die Geschlossene“, schießt Wiese zurück. Lehmann reagiert mit einer Klage, verlangt 20 000 Euro Schmerzensgeld. Die Klage wird abgewiesen.

April 2012: Und tschüss! Wiese erklärt seinen Abschied zum Saisonende. Sein Fazit: „Ich hatte hier sieben tolle Jahre.“ n csa

Lesen Sie auch das Interview mit Tim Wiese:

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