„Sie haben die Fähigkeiten, durch diese Krise durchzukommen“

Bode glaubt an Skripnik, das Team und die Wende

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Noch gut in Schuss: Aufsichtsratschef Marco Bode kickte ein bisschen mit – im Hintergrund schauen die Co-Trainer Torsten Frings (links) und Florian Kohfeldt genau zu.

Bremen - Marco Bode hat in den vergangenen Wochen ziemlich gelitten – wie alle anderen Bremer auch. Die Pleitenserie (vier am Stück) hat Werders Aufsichtsratsboss zugesetzt.

Auch die Niederlagen gegen die beiden Aufsteiger Ingolstadt und Darmstadt seien vermeidbar und „ärgerlich“ gewesen. „Und jetzt müssen wir eben wieder diese kritische Situation akzeptieren", sagt der 46-Jährige.

So ernst wie im stürmischen Herbst 2014 ist die Lage (noch) nicht, sie kann es aber schnell werden. „Jetzt kommen schwere Spiele“, weiß Bode. Allen voran der Heimauftritt am Samstag (15.30 Uhr) gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern – danach geht es in der Bundesliga nach Mainz, ehe Borussia Dortmund ins Weserstadion kommt. Ein hartes Programm – und Werder strotzt derzeit nicht gerade vor Selbstvertrauen. Trotz des mittlerweile gefährlichen Abwärtsrends hat Bode seinen Optimismus aber nicht verloren – er glaubt sogar, dass am Wochenende gegen die momentan schier übermächtigen Münchner eine dicke Überraschung möglich ist. Und er glaubt auch, dass Werder sich bald aus dem Tal befreien wird.

Um ein bisschen Atmosphäre zu schnuppern, war Bode am Montag auf dem Trainingsplatz. Er sprach lange mit Trainer Viktor Skripnik und dessen Assistenten Torsten Frings. Und er kickte am Rande auch ein bisschen mit, lieferte sich unter anderem eine kleine Ballhochhalt-Challenge mit Co-Trainer Florian Kohfeldt (die Bode übrigens gewann). „Ich wollte mal ein Gefühl dafür kriegen, wie die Stimmung in der Mannschaft ist“, erklärte der Aufsichtsratschef.

Und er wollte auch sehen, wie Skripnik und sein Team auf die Nackenschläge der jüngeren Vergangenheit reagieren. Bodes Fazit klingt positiv. „Ich weiß von Viktor, dass er den Glauben hat, dass wir das schaffen. Dass er auch weiß, woran es liegt, dass er Lösungen hat und entwickelt und daran arbeitet.“ Und dann, meint Bode, weden auch die Erfolge wiederkommen. Über das Bremer Trainerteam, das inzwischen fast genau ein Jahr Bundesliga-Erfahrung hat, sagt er: „Sie haben die Fähigkeiten, mit der Mannschaft durch diese Krise durchzukommen. Da bin ich ganz sicher. Ich bin überzeugt davon, dass wir es gemeinsam schaffen werden. Das Schlimmste in so einer Situation ist, die Schuld bei einzelnen oder anderen zu suchen.“

Dass die Krise schon am Samstag endet, ist angesichts der Bayern-Dominanz unwahrscheinlich. Das weiß auch Bode: „Es scheint momentan fast unmöglich, gegen sie etwas zu holen. Aber wenn man Sportler ist, muss man den Glauben haben, dass an einem bestimmten Tag und in einer bestimmten Konstellation niemand unschlagbar ist.“ Vor allem in der Mannschaftssportart Fußball. „Wenn ich gegen Novak Djokovic Tennis spiele, verliere ich. Das ist klar“, meint Bode und lächelt: „Wenn sich jedoch zwei Bundesliga-Teams gegenüberstehen, ist das etwas anderes. Wir müssen darauf vertrauen, dass wir gut genug sind.“

Voraussetzung, um überhaupt den Hauch einer Chance zu haben, sei eine geschlossene, leidenschaftliche Bremer Mannschaftsleistung. „Man muss nachher, egal wie es läuft, sagen können: Wir haben alles gemacht und wir können in den Spiegel schauen“, fordert Bode: „Meine Hoffnung ist, dass wir an unsere Grenze gehen und alles reinwerfen, was wir haben. Wenn das so ist, kann man auch gegen die Bayern bestehen.“

mr

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