Aufsichtsrats-Boss Lemke ist zwar entsetzt, gibt Schaaf und Allofs aber trotzdem Rückendeckung

„Sie genießen unser vollstes Vertrauen“

„Furchtbar“, fand Willi Lemke den Werder-Auftritt in Stuttgart und begibt sich deshalb auf Fehlersuche.Foto. imago

Werder-Bremen - Von Björn Knips · In der Werder-Krise rücken nun auch Trainer Thomas Schaaf und Klaus Allofs in den Fokus. Immer mehr Fans fordern einen Wechsel der sportlichen Leitung. Aufsichtsrats-Boss Willi Lemke ist zwar ebenfalls entsetzt vom Auftritt in Stuttgart, trotzdem spricht der 64-Jährige dem Duo im Interview sein Vertrauen aus.

Herr Lemke, wo und wie haben Sie am Sonntag das Werder-Debakel in Stuttgart erlebt?

Gemeinsam mit Nachbarn in meinem Wohnzimmer in Schwachhausen. Und ich muss zugeben: Ich bin vorm Fernseher immer kleiner geworden. Es war furchtbar, schrecklich, einfach nicht mitanzusehen. Irgendwann habe ich dann sogar gedacht: Gott sei Dank ist es eine richtige Klatsche, da kommen alle mal zum Nachdenken. Denn häufiger möchte ich so etwas nicht erleben.

Das letzte Mal liegt ja auch schon 23 Jahre zurück . . .

Ich kann mich trotzdem noch gut an dieses 1:7 gegen Mönchengladbach erinnern. Es war das Ende von Ottos Hauruckfußball. Danach hat Otto Rehhagel seine später berühmte kontrollierte Offensive eingeführt. Aber das waren ganz andere Zeiten. Heute haben wir einen wesentlich besseren und auch teureren Kader und spielen auf einem anderen Niveau. Das macht es ja auch viel dramatischer, wenn man mit so einer Mannschaft immer mehr die Saisonziele aus den Augen verliert.

War es ein Fehler, Spielmacher Mesut Özil im Sommer zu verkaufen? Und hätte diese Lücke besser gefüllt werden müssen?

Ich glaube nicht, dass die Ver- und Einkäufe im Sommer so großen Einfluss auf unsere Mannschaft hatten, dass wir beim Tabellenvorletzten so eine Klatsche bekommen oder in der Champions League Gruppenletzter sind.

Woran liegt es dann?

Das versuchen wir gerade zu analysieren.

Werder-Training am Montag

Haben Sie deshalb als Aufsichtsratsvorsitzender schon eine Krisensitzung einberufen und die Geschäftsführung zum Rapport bestellt?

Zum Rapport muss bei uns keiner. Wir haben als Aufsichtsrat untereinander kommuniziert und natürlich auch mit der Geschäftsführung gesprochen. Wir versuchen gemeinsam, mögliche Fehler zu finden. Die Mannschaft kann es doch nicht verlernt haben.

Ist die Mannschaft überhaupt gut genug?

Die sportliche Leitung, die bei uns aus Klaus Allofs und Thomas Schaaf besteht, hat uns das versichert. Und der Aufsichtsrat zweifelt nicht an der fachlichen Kompetenz von Klaus Allofs und Thomas Schaaf. Sonst hätten wir sie nicht an unsere sportliche Spitze gestellt und mit so viel Macht ausgestattet.

Also genießen Allofs und Schaaf die absolute Rückendeckung des Aufsichtsrats?

Natürlich. Alles andere wäre auch furchtbar, das würde ja Auflösungserscheinungen bei uns gleichkommen. Wir sind kein Allerweltsverein, sondern der SV Werder Bremen. Deshalb bewahren wir die Ruhe und diskutieren sachlich.

Das klingt so brav. Ist es bei Werder verboten, über die Zukunft des Trainers und des Managers zu diskutieren?

Ich kann versichern: Bei uns gibt es keine Denkverbote. Aber Thomas Schaaf und Klaus Allofs werden von uns nicht in Frage gestellt. Sie genießen unser vollstes Vertrauen – ohne Wenn und Aber. Und sie haben unsere volle Unterstützung. Trotzdem: Alle müssen sich kritisch hinterfragen, ob alles richtig gelaufen ist. Und das Ziel ist, dass unsere sportliche Leitung aus diesem Prozess gestärkt hervorgeht.

War es ein Fehler von Klaus Allofs, sozusagen als Strafmaßnahme die September-Gehälter der Profis zum Teil einzufrieren?

Dazu äußern wir uns als Aufsichtsrat nicht.

Wie würden Sie denn versuchen, den Werder-Profis Beine zu machen?

Wir können als Aufsichtsrat nur folgendes tun und den Profis klarmachen: Wir vertrauen Klaus Allofs und Thomas Schaaf – und das gilt es zu respektieren. Also rauft euch jetzt zusammen, tretet als Mannschaft auf und zeigt, dass ihr Fußball spielen könnt.

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