„Sie bekommen den richtigen Sanogo“

Boubacar Sanogo will sich im Werder-Trikot beweisen.

Werder-Bremen - BAD WALTERSDORF n Alles nur Show? Oder meint es Boubacar Sanogo wirklich ernst? Der Rückkehrer von der TSG Hoffenheim hatte gestern im Werder-Trainingslager in Bad Waltersdorf einen interessanten Auftritt.

Vor Journalisten gab der 26-Jährige mächtig Gas, um klarzumachen: Im zweiten Anlauf soll alles besser werden. „Sie wollen den richtigen Sanogo, und sie bekommen den richtigen Sanogo“, sagte der Ivorer und verwies dabei auf ein Gespräch mit Sportchef Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf: „Sie haben gesagt, wenn ich hart arbeite, alles gebe und gut bin, dann spiele ich auch.“ Deshalb sei ein Wechsel absolut kein Thema: „Ich will nicht weg. Ich will mich hier durchsetzen.“

Doch wie soll das gelingen? Vor seiner Ausleihe im Winter hatte Sanogo total enttäuscht. Der Bankdrücker flüchtete nach Hoffenheim. Doch als Ersatz des verletzten Torjägers Vedad Ibisevic groß angekündigt, wurde Sanogo schnell zum Rohrkrepierer. Und Hoffenheim verzichtete auf die Kaufoption.

Doch über diese Zeit mag Sanogo nicht mehr reden. „Ich blicke nach vorne“, sagte er gestern, um dann doch selbst zurückzublicken: „Als ich vor zwei Jahren zu Werder kam, habe ich Tore gemacht. Alles war gut. Warum soll das nicht noch mal klappen?“ Weil ihm vielleicht die Klasse fehlt, um dauerhaft starke Leistungen zu bringen? „Nein, ich habe die Qualität“, konterte Sanogo. Er müsse vor allem mehr Geduld aufbringen und nicht gleich beleidigt sein, wenn es mal nicht für die Startelf reicht. „Das war ein Fehler“, gab er zu.

Klingt eigentlich alles ganz vernünftig. Aber vielleicht bleibt ihm auch einfach nur keine andere Wahl. Der Stürmer gilt nach seinem verkorksten Jahr als schwer vermittelbar – in der Bundesliga, aber auch in den europäischen Topligen. Angeblich hätten sich bei seinem Berater zwar einige Interessenten gemeldet, aber überzeugend trägt Sanogo das nicht vor. Fakt ist doch: Wenn wirklich interessante Angebote vorliegen würden, hätte Sanogo zugegriffen. Denn gleich mehrfach betonte er, dass er in dieser Saison unbedingt spielen muss. „Weil ich bei der WM 2010 dabei sein will“, erklärte der Nationalspieler der Elfenbeinküste. Aber bei Werder muss er sich erst einmal hinten anstellen, bei einem anderen Club wäre das als Neuverpflichtung anders.

Diesem Thema begegnete Sanogo ungewohnt humorvoll. Als ihm aufgezählt wird, dass er bei einer vermeintlichen Verpflichtung von Claudio Pizarro hinter dem Peruaner, Hugo Almeida, Marcelo Moreno und Markus Rosenberg nur Stürmer Nummer fünf sei, schreitet er ein und präsentiert lachend seine eigene Reihenfolge: „Also wir haben Sanogo, Pizarro, Almeida, Moreno und Rosenberg.“ Sanogo als neuer Sturmführer? Da schmunzelten auch die Journalisten. Doch der Ivorer war noch gar nicht fertig: „Fünf Stürmer sind wirklich viel, es wird schwierig – also für die anderen.“ So, so.

Immerhin: Beim Test gegen Graz hat Sanogo nach seiner Einwechslung in der 60. Minute schon einmal einen ganz ordentlichen Eindruck gemacht. Engagiert, gutes Auge für die Nebenleute, allerdings noch torlos. Doch der 26-Jährige ist ja auch erst seit Freitag im Training, weil ihm Schaaf wegen Länderspielen in der Sommerpause einen längeren Urlaub gewährt hatte. Tore sollen allerdings schon bald folgen – und in der Bundesliga will es Sanogo dann richtig krachen lassen: „Ich habe schon eine Zahl im Kopf, aber die sage ich erst eine Woche vor Saisonbeginn.“ Wenn er dann noch in Bremen ist . . .

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