Werder schafft nur ein 0:0 in Köln / „Wir haben eine Riesenchance verpasst“

Die Serie hält, aber wichtige Punkte fehlen

Gestern ging’s im Rhein-Energie-Stadion heftig zur Sache. In dieser Szene lässt Kölns Kevin Pezzoni (links) den Bremer Tim Borowski über die Klinge springen.

Köln - Björn Knips · Super, jetzt sind es schon 23 Pflichtspiele, die Werder Bremen unbesiegt ist. Doch diese Serie hört sich toller an, als sie eigentlich ist. Denn Werder gewinnt zu wenig – speziell in der Bundesliga.

Gestern gab’s für den Tabellenzweiten nur ein maues 0:0 beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln. Das war das vierte Unentschieden in den vergangenen fünf Liga-Partien. Zu wenig für eine Spitzenmannschaft, zumal die Verfolger Schalke und Bayern mit Siegen Boden gutmachten. Immerhin patzten auch Klassenprimus Leverkusen sowie Hamburg und Hoffenheim.

Die Noten der Werder-Profis

Noten: Mielitz und Marin stark

„Ein schwacher Trost“, wie Marko Marin fand: „Wir haben heute die Riesenchance verpasst, näher an Leverkusen heranzurücken und uns von den anderen Mannschaften abzusetzen.“ Dazu fehlten vor allem die Durchschlagskraft im Angriff. Werder bestimmte zwar wieder einmal das Spielgeschehen, aber richtig gute Chancen gab es kaum. Der Ausfall von Mesut Özil, der wegen einer Grippe in Bremen geblieben war, und Claudio Pizarro (Sprunggelenksverletzung) war nicht zu übersehen. „Ich bin mir sicher, mit Claudio hätten wir heute 2:0 oder 3:0 gewonnen“, behauptete Kapitän Torsten Frings nach der Partie: „Uns hat einfach die absolute Überzeugung gefehlt, ein Tor schießen zu wollen.“

Außerdem machten die Kölner den Gästen das Leben mit ihrer harten Gangart unheimlich schwer. „Das hat uns nicht überrascht, weil Köln unten steht und irgendwie punkten musste. Aber wir waren überrascht, wie sehr der Schiedsrichter sie gewähren ließ“, schimpfte Werder-Boss Klaus Allofs über den Unparteiischen Dr. Jochen Drees. Der hatte zum Beispiel Kölns Youssef Mohamad nach einer Notbremse an Marin (28.) nur Gelb statt Rot gezeigt. Vor allem der kleine Bremer bekam die Härte der Gastgeber ganz besonders zu spüren (siehe Extra-Geschichte). Drees versagte ihm gleich zweimal einen durchaus möglichen Elfmeterpfiff (67. und 79.). Zudem übersah der Schiedsrichter einen klaren Schubser von Pedro Geromel an Naldo im Strafraum (16.).

Trotzdem: Werder war vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion einfach auch zu ungefährlich. Im Gegensatz zu den Kölnern: Die hatten zwei ganz dicke Dinger. Doch Milivoje Novakovic erwies sich als Chancentod. Erst brachte er aus sechs Metern Torentfernung das Kunststück fertig, den Ball neben das Gehäuse zu setzen (14.), dann scheiterte er völlig freistehend am glänzend reagierenden Sebastian Mielitz (54.). Werders dritter Keeper, der Tim Wiese (Grippe) und Christian Vander (Leistenoperation) vertrat, feierte ein tolles Bundesliga-Debüt.

Lukas Podolski interessierte das herzlich wenig. Dafür lieferte Kölns Kultspieler die beste Analyse der Partie: „Werder hatte uns im Griff. Das ist ja auch eine starke Mannschaft. Aber wir hatten zwei Hundertprozentige, von denen wir mindestens eine nutzen müssen.“

So herrschte am Ende auf beiden Seiten Frust über vergebene Chancen. Doch Allofs wollte das alles nicht überbewerten: „Natürlich müssen wir solche Spiele gewinnen, aber wir dürfen jetzt nicht jammern, sondern müssen eben die nächsten beiden Bundesliga-Spiele gewinnen.“ Klingt gut, wird aber schwer, denn zum Hinrundenausklang geht’s gegen die Spitzenteams Schalke und Hamburg.

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