Stürmer feierte gestern Abend Debüt in der Startelf / „Ein spezieller Moment“

Seelenmassage für Moreno

Überraschung: Marcelo Moreno feierte gestern sein Startelf-Debüt.

Werder-Bremen - BREMEN (flü/kni) Als gestern Abend im Medienraum die Mannschaftsaufstellungen für das Pokalspiel gegen den FC St. Pauli verteilt wurden, ging ein Raunen durch den Saal.

Und man musste schon zweimal hinschauen: Marcelo Moreno, bislang enttäuschender Neuzugang, stand völlig überraschend in der Werder-Startformation. „Wir müssen ihn heranbringen und ihm die Chance geben, sich zu zeigen“, begründete Trainer Thomas Schaaf seine Maßnahme: „Er hat den Anspruch, von Anfang an zu spielen.“

Davon war der 22-jährige Stürmer zuletzt jedoch meilenweit entfernt. Nach seinen beiden Toren im DFB-Pokal gegen Union Berlin Anfang August kam von Moreno gar nichts mehr. 34 schlechte Minuten zum Saisonstart gegen Frankfurt, gegen Hannover bot er nach seiner Einwechslung ebenfalls eine enttäuschende Leistung, in Funchal durfte er nur für wenige Sekunden ran. Sein bis gestern dürftiger Arbeitsnachweis nach vier Einsätzen: 64 Minuten Spielzeit in allen drei Wettbewerben. In Leverkusen wechselte Schaaf sogar Markus Rosenberg ein, obwohl der nach vier Monaten Verletzungspause gerade erst ein paar Tage im Mannschaftstraining war. Ein deutliches Zeichen an Moreno: Das ist noch viel zu wenig.

„Meine Chance kommt, und darauf werde ich vorbereitet sein“, hatte Moreno in den vergangenen Tagen trotzig gesagt. Den Beweis dafür durfte er nun gestern Abend antreten. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten machte der Angreifer ein ordentliches Spiel. Moreno war am 1:0 beteiligt, viel unterwegs und suchte den Weg zum Tor. Das wurde vom Publikum honoriert. Nach 62 Minuten wurde Moreno mit Beifall verabschiedet. Und Sportchef Klaus Allofs fand: „Das Spiel hat ihn weiter gebracht.“

„Ich bin sehr glücklich. Das erste Mal in der Startelf zu stehen, war sehr emotional, ein spezieller Moment“, strahlte Moreno.

Die Leistung wird ihm Selbstvertrauen geben und ihm vielleicht auch dabei helfen, sein anderes Problem in den Griff zu bekommen: die Integrationsschwierigkeiten. „Die Umstellung von Südamerika auf Europa ist sehr groß“, weiß Abwehrspieler Naldo: „Es gibt viele Dinge, die komplett anders sind.“ Der Brasilianer habe sich nach seinem Wechsel zu Werder im Jahr 2005 schnell anpassen können, doch das schaffe nicht jeder. „Marcelo hat erhebliche Schwierigkeiten damit“, sagt Naldo, „das ganze Umfeld ist neu für ihn. Vor allem mit der Ernährung hat er große Schwierigkeiten.“

Naldo hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem 22-jährigen Bolivianer zu helfen. „Ich versuche das, wo ich kann. Ob bei privaten Dingen oder im sportlichen Bereich“, erklärt der Brasilianer, „aber auch Dolmetscher Roland Martinez, Hugo Almeida und Claudio Pizarro unterstützen ihn. Wir versuchen, es ihm so angenehm wie möglich zu machen.“

Doch Moreno selbst müsse auch seinen Teil dazu beitragen, mahnt Naldo. „Marcelo ist ein guter Stürmer, und ich glaube an ihn. Doch er muss dafür hart arbeiten. Er muss jeden Tag alles geben“, fordert der 27-Jährige.

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