Jurica Vranjes will in Dubai „den Kopf freibekommen“ / Vertragsauflösung ein Thema / Dank an Wolter

Seelen-Massage unter Palmen

Im vergangenen Winter war Jurica Vranjes noch mit Werder im Trainingslager in Dubai – jetzt ist er dort privat, macht Urlaub und hofft auf einen neuen Verein.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge · Es war ein schweres halbes Jahr für Jurica Vranjes. „Die bislang härteste Zeit in meiner Karriere“, wie der Mittelfeldspieler selbst sagt. Von Profitrainer Thomas Schaaf im Sommer nach einem Zerwürfnis verschmäht, aussortiert und zur U 23 ins Trainings-Exil verbannt, fristete Vranjes (Vertrag bis 2011) ein berufliches Dasein, was jedem Profi wie ein Horrorszenario vorkommen muss: Bei den Amateuren trainieren, trainieren, trainieren, aber niemals spielen.

„Am Anfang habe ich gedacht: Wie soll das gehen?“, erinnert sich Vranjes, doch dann habe er U 23-Coach Thomas Wolter näher kennengelernt. „Wir haben viele Gespräche geführt. Er ist nicht nur ein sehr guter Trainer, er ist auch ein toller Mensch“, spricht der Kroate mit höchstem Respekt über Wolter, „ihm ist es zu verdanken, dass ich nicht aufgegeben, dass ich die Lust am Fußball nicht verloren habe.“

Die Hinrunde der Saison 2010/11

Werder Bremen - die Hinrunde 2010

Vranjes berichtet, dass er in eine junge Mannschaft gekommen sei, die ihn akzeptiert und sofort aufgenommen hätte. „Das ist nicht selbstverständlich“, weiß der 32-Jährige, der trotz der tatkräftigen Unterstützung durch Wolter und seine Truppe zwischendurch hin und wieder mal am Boden war. „Ich war zuvor zehn Jahre lang Bundesligaprofi. Dass du plötzlich abgeschoben wirst, war schon hart“, erzählt Vranjes: „Klar gab es häufiger mal einen Punkt, an dem ich total frustriert war, doch ich habe nicht aufgegeben und das Beste aus meiner Situation gemacht.“

Im Sommer hatte Vranjes mit einem Wechsel in seine Heimat zu Hajduk Split geliebäugelt. Der Transfer platzte aber am letzten Tag – es folgte die Verbannung auf „Platz 11“.

Mit dem Beginn der Winterpause öffnet nun wieder das Transferfenster. Für Vranjes die nächste Chance, bis zum 31. Januar einen neuen Club zu finden. Und die Aussichten stehen nicht schlecht. „Es gibt Gespräche mit Vereinen aus dem Ausland aber auch aus Deutschland“, sagt Vranjes, „ich bin sicher, einen guten Club zu finden.“ Das sei zwar nicht gerade leichter geworden, nachdem er nun fast ein halbes Jahr keine Spielpraxis hatte, „doch ich habe mich fit gehalten und habe eine Menge Erfahrung. Auch das zählt etwas. Ich möchte endlich wieder spielen. Ich hoffe, dass sich etwas Gutes ergibt“, ist der Ex-Nationalspieler zuversichtlich.

Und wenn er keinen neuen Verein finden sollte? „Gott sei Dank bin ich von niemandem abhängig. Dann werden wir eine andere Lösung finden“, kündigt Vranjes an. Sein Weggang im Winter ist (fast) beschlossene Sache. Sein Berater Alen Augustincic hat bereits ein Gespräch mit Werder-Boss Klaus Allofs geführt, wie Vranjes erklärt. „Er weiß, dass ich weg muss. Und wenn sich bis zum 31. Januar für mich nichts ergibt, besteht die Möglichkeit, meinen Vertrag aufzulösen.“ Allerdings nur, „wenn alle Seiten zufrieden sind“, wie Vranjes betont: „Ich bin unkompliziert, mit mir kann man reden. Die Sache könnte in zwei Minuten vom Tisch sein. Man muss nur mit mir reden wie mit einem normalen Menschen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

Vor einigen Tagen ist Vranjes mit der Familie in die Sonne nach Dubai aufgebrochen – Weihnachten und Seelen-Massage unter Palmen. „Nach den letzten Monaten ist es wichtig für mich, den Kopf mal frei zu bekommen“, sagt Vranjes, dessen ganzer Stolz sein fünfeinhalb Monate alter Sohn ist. Ivan, benannt nach seinem besten Kumpel Ivan Klasnic, sei bereits verrückt nach Fußball. „Und er ist ein Linksfuß. Werder hat ja Probleme auf der linken Seite“, schmunzelt Vranjes, „vielleicht spielt er in ein paar Jahren auch bei Werder. Dann bin ich sein Berater und verhandle mit dem Klaus . . .“

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