Sebastian Mielitz nach dem Torwartwechsel:

„Mein Weg ist noch nicht zu Ende“

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Er jongliert mit dem Ball und mit seiner Enttäuschung: Sebastian Mielitz verspricht, dass ihn die aktuelle Versetzung auf die Ersatzbank nicht umhaut. ·

Bremen - Tatsächlich: Sebastian Mielitz lacht. Gerade hat der Torhüter des SV Werder Bremen dem vereinseigenen Internet-TV ein Interview gegeben, jetzt sind die Vertreter der Printmedien an der Reihe.

Auf den ausdrücklichen Wunsch des mindestens bis zur Winterpause zum Reservisten degradierten Ex(?)-Stammtorhüters kommt die Runde zustande. Mielitz will reden, will sich nicht verstecken, nachdem Coach Robin Dutt ihn am Wochenende zum ersten Mal auf die Bank gesetzt hatte. Was er in teils gut zurechtgelegten Worten zu sagen hat, ist knapp zusammengefasst dies: Er nimmt den Kampf gegen Raphael Wolf um den Nummer-ein-Status bei Werder an. Er glaubt an sich. Er ist fit – körperlich und mental. Letzteres unterstreicht er demonstrativ mit einem Auftreten, das locker und gelöst wirken soll.

Sie kommen gut gelaunt zum Gespräch – haben Sie den Ärger über Ihre Rückstufung etwa schon verarbeitet?

Sebastian Mielitz: Ich muss mit der Situation klarkommen, und ich werde damit klarkommen. Auch aus dieser Situation werde ich gestärkt hervorgehen – so wie ich das die anderen Male auch getan habe.

Wie hat Trainer Dutt Ihnen gegenüber den Wechsel zwischen den Pfosten begründet?

Mielitz:Er hat es mir in einem Vieraugengespräch erklärt, aber was er gesagt hat, bleibt unter uns.

Wie haben Sie auf die Nachricht reagiert? Hatten Sie vielleicht sogar damit gerechnet?

Mielitz:Ich war natürlich enttäuscht, das ist doch wohl normal. Wäre ich nicht enttäuscht, wäre es mir ja egal, ob ich spiele oder nicht. Ich wollte gerne spielen, und ich will auch gerne gegen Bayern (am Samstag, d. Red.) spielen. Aber jetzt muss ich entsprechend arbeiten, damit ich, wenn der Trainer mir wieder die Chance gibt, topfit bin. Und das werde ich sein.

Haben Sie die Gründe, die Ihnen der Trainer genannt hat, verstanden und nachvollziehen können?

Mielitz:Ich muss sie akzeptieren und komme damit gut klar. Aber nochmal: Ich wollte spielen am Wochenende, wollte meine Fehler aus dem Mainz-Spiel revidieren. Ich denke, die Spiele davor habe ich super gemacht, da habe ich gezeigt, was in mir steckt. Das Spiel gegen Mainz war nicht so gut, aber ich kann das ganz gut einordnen. Ich vertraue auf mich selbst. Ich weiß, was ich kann.

Durch den Wechsel im Tor ist der Eindruck entstanden, als seien Sie nach dem Mainz-Spiel mental angegriffen gewesen. Stimmt das?

Mielitz:Ich bin voller Tatendrang. Ich bin mit mir im Reinen. Ich fühle mich vom Kopf her fit und werde mich jetzt wieder voll reinhängen.

Wie sehr glauben Sie noch an Ihre Chance bei Werder?

Mielitz:Ich bin 2005 zu Werder gekommen, habe seitdem meinen Weg gemacht – bis zur Nummer eins im Bundesliga-Team. Und ich glaube nicht, dass mein Weg hier schon zu Ende ist.

Wobei die Situation schon besonders ist. Ihr Vertrag läuft im Sommer aus, augenblicklich sind Sie ins zweite Glied gerutscht. Es könnte also auf eine Trennung am Saisonende hinauslaufen.

Mielitz:Damit beschäftige ich mich jetzt überhaupt nicht. Jetzt zählt erstmal nur Werder. Wir haben bis zur Winterpause noch wichtige Spiele, die auch richtungsweisend sein können. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir erfolgreich sind – sei es im Training, oder sei es im Spiel. So werde ich das Ganze angehen. Ich bin da eigentlich ganz entspannt.

Bisher musste Raphael Wolf Ihnen bei der Arbeit zuschauen, jetzt haben die Rollen gewechselt. Hat sich Ihr Verhältnis untereinander dadurch verändert?

Mielitz:Unser Verhältnis hat nicht gelitten. Raphael und ich kommen gut miteinander klar, wir pflegen ein sehr kollegiales Miteinander. Wir haben uns immer gegenseitig unterstützt, das werden wir auch weiterhin so machen.

Torhüter betonen immer wieder, wie wertvoll es ist, die Sicherheit zu haben, die Nummer eins zu sein. Wie wichtig ist Ihnen diese Sicherheit?

Mielitz:Sicherheit ist ein ganz gutes Thema. Aber der Trainer fällt die Entscheidung. Und ich bin der Spieler, der sie annehmen muss.

Werden Sie jetzt irgendetwas in Ihrer täglichen Trainingsarbeit verändern, damit Sie sich weiter verbessern?

Mielitz:Ich glaube nicht, dass ich das muss. Wer mich im Training sieht, weiß, wie hart ich arbeite. Ich brauche da nichts umzustellen.

Sie haben keine Zweifel? Das kann man sich ja kaum vorstellen.

Mielitz:Warum soll ich denn zweifeln? Ich habe den schönsten Beruf, den man sich als Kind wünschen kann. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, habe jetzt schon 62 Bundesliga-Spiele absolviert, davon zuletzt beinahe 50 am Stück. Das kommt, glaube ich, auch nicht von ungefähr. Warum soll ich da zweifeln? Ich wäre ja blöd, wenn ich an mir zweifeln würde.

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Weil Sie von Ihrer Leistungsstärke überzeugt sind?

Mielitz: Ja, selbstverständlich.

Wie kommen Sie mit der öffentlichen Diskussion um Ihre Person klar?

Mielitz:Ich habe mir da ein dickes Fell zugelegt – so, wie man es braucht. Ich komme damit gut zurecht.

Gehen Sie davon aus, nach der Winterpause wieder im Werder-Tor zu stehen?

Mielitz:Das weiß man nicht. Aber ich werde hart dafür kämpfen. Wenn ich die Chance bekomme, werde ich da sein. · kni/csa

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