Sebastian Mielitz kehrt angriffslustig zurück nach Bremen – aber nur als Freiburger Ersatzkeeper

„Die Gegentore kommen auch so...“

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Freiburgs Heißmacher: Obwohl er am Samstag selbst nicht im Tor stehen wird, ist Sebastian Mielitz vor seiner Rückkehr zu Werder extrem selbstbewusst und sagt: „Wir wollen unseren ersten Dreier – und wir werden ihn auch holen.“

Bremen - Sebastian Mielitz freut sich auf Bremen, doch seine Rückkehr am Samstag ins Weserstadion hat er sich ganz anders vorgestellt: „Natürlich hätte ich gerne gezeigt, was ich kann – gerade nach der Vorgeschichte. Aber so ist das Profi-Geschäft.“ Mielitz ist auch beim SC Freiburg nur Ersatzmann. Der 25-Jährige hat in der Vorbereitung den Zweikampf mit Roman Bürki verloren. So wie zu Jahresbeginn in Bremen, als Raphael Wolf endgültig zur Nummer eins wurde. So ganz verwunden hat der Ex-Bremer das bis heute nicht.

„Die Gegentore kommen auch so . . .“, merkt Mielitz zum größten Werder-Problem süffisant an. Bremen gilt mal wieder als Schießbude der Liga. Das hat fast schon Tradition. Damit musste sich Mielitz-Vorgänger Tim Wiese herumärgern, dann Mielitz selbst – und nun kriegt Wolf die Kiste voll. Die Leistung seines Nachfolgers will er öffentlich nicht bewerten: „Das gehört sich nicht. Das ist nicht meine Aufgabe.“ Aber es ist nicht zu überhören, dass ihm die andauernde Gegentorflut ein bisschen Genugtuung bringt, weil sie demonstriert: „So schlecht war das mit mir damals nicht.“

Robin Dutt hatte es anders gesehen – und seine Nummer eins vor einem Jahr in der Hinrunde rasiert. In der Wintervorbereitung sollten beide noch einmal um den Platz im Werder-Tor kämpfen, verkündete der Coach. Mielitz verlor. „Wie es damals gelaufen ist, das war nicht so, wie man sich das vorstellt“, sagt Mielitz und deutet damit an, dass die Entscheidung schon vorher gefallen war: „Im Profi-Geschäft ist das alles nicht immer so schön, wie es aussieht.“ Dazu gehört ganz bestimmt auch der Moment, als ihn Dutt zum ersten Mal rausnahm – im November 2013. „Es tat richtig weh, dass ich bei meinem SVW aus dem Tor musste. Da ist ein Kindheitstraum geplatzt.“

Mielitz wollte nur noch weg – zumindest seinen Bundesliga-Traum weiterleben: in Freiburg. Er wusste, dass der Sportclub noch einen weiteren Torhüter holen würde, um in einem harten Zweikampf einen Nachfolger für Oliver Baumann, der zu 1899 Hoffenheim gewechselt war, zu finden. „Ich habe noch nie eine so gute Vorbereitung gespielt“, erinnert sich Mielitz: „Aber die Trainer mussten sich irgendwann entscheiden – und sie haben sich leider gegen mich entschieden. Natürlich war das enttäuschend für mich.“

Der 23-jährige Bürki, der für eine Ablöse von 1,8 Millionen Euro von Grasshopper Zürich losgeeist worden war, hat das Vertrauen mehr als bestätigt. Das weiß auch Mielitz: „Roman macht im Moment sehr gute Spiele, da ist es schwer für mich, ins Tor zu kommen. Ich muss auf meine Chance warten. Aber im Fußball geht das manchmal ziemlich schnell. Dann werde ich da sein.“

Seine Entscheidung pro Freiburg hat er trotzdem noch nicht bereut. „Es gefällt mir super hier“, sagt der 25-Jährige: „Die Fans sind genauso klasse wie in Bremen. Das ist ein besonderes Gut, das beide Vereine unbedingt pflegen müssen.“ Ansonsten würden sich der Sportclub und Werder schon wesentlich unterscheiden. „Hier ist es noch viel familiärer als bei Werder. Hier kennt im Club wirklich jeder jeden, alle sind per Du, jeder hilft dir.“

Und Mielitz will auch helfen – zurzeit dann eben als starker Torwart im Training und als Motivator bei den Spielen. „Ich werde meine Mitspieler richtig heiß machen“, kündigt der Ersatzkeeper an – und nicht nur das: „Wir wollen unseren ersten Dreier – und wir werden ihn auch holen.“ Einfach werde es nicht, Werder sei trotz der Krise kein leichter Gegner, aber sein SC Freiburg auch nicht: „Wir sind sehr schwer bespielbar.“ Und warum? „Wir laufen extrem viel, mehr verrate ich nicht. Das kann man dann am Samstag sehen...“

Mielitz schmunzelt. Die Vorfreude auf das Wochende ist spürbar. „Es ist einfach schön, viele Leute, die man mag, wiederzutreffen. Und ich freue mich auf die Fans in der Ostkurve, die sind klasse.“ Nicht weit davon entfernt hat er jahrelang gewohnt, im Werder-Internat im Weserstadion. Deshalb sei es auch ein „komisches Gefühl“, erstmals als Gegner in diese Arena zu kommen. Und genauso speziell sei es, dass es für Werder im Abstiegskampf schon ein Schicksalsspiel ist. „Natürlich verfolge ich Werder noch intensiv und würde mich freuen, wenn es wieder aufwärts geht“, sagt Mielitz, ist damit aber längst noch nicht fertig: „Am Samstag brauchen wir die Punkte – und wir werden Werder mit allem bekämpfen, was wir haben.“ Also auch mit einem Sebastian Mielitz auf der Ersatzbank.

kni

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