Wie Per Mertesacker die Trauer um seinen Freund Robert Enke verarbeitet

Mit schwerem Herzen zurück in die Normalität

In Gelsenkirchen aufzulaufen, war nicht leicht für Per Mertesacker.

Bremen - Von Arne Flügge · Der Schock bei Per Mertesacker sitzt noch immer tief. Und es wird dauern, bis Werder Bremens Abwehrspieler den Tod seines Freundes und Nationalmannschaftskollegen Robert Enke verkraftet hat.

Wenn so etwas überhaupt möglich ist. Er wisse nicht, ob es den alten Per Mertesacker wieder geben werde, sagt der 25-Jährige mit leiser Stimme, „das ist aber auch nicht entscheidend“. Wichtig sei für ihn, den Weg zurück in die Normalität zu finden. „Es muss jetzt weitergehen“, sagt der Innenverteidiger, „und ich denke, dass ich damit umgehen kann.“

Bei der Trauerfeier für Enke am Sonntag in Hannover sowie dem Gedenken an den Torwart beim Länderspiel am Mittwochabend in Gelsenkirchen, „haben wir Abschied nehmen können. Das war gut und auch wichtig“, sagt „Merte“. Jetzt müsse er wieder nach vorn schauen.

Doch das wird nicht leicht. Das weiß Mertesacker. Und daher fordert er jetzt von sich selbst, „sich von der Gefühlslage zu befreien und den Fokus wieder auf andere Dinge zu richten. In der letzten Woche hatten wir viele Gedanken, die wir nicht kannten.“ Daher sei das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste ein „erster, wichtiger Schritt“ zurück zur Normalität gewesen. Auch wenn der sportliche Wert des Spiels gegen die Ivorer durch die besonderen Umstände „im Grunde genommen doch völlig wurscht war“.

Es sei nicht leicht für ihn gewesen, am Mittwoch in Gelsenkirchen aufzulaufen, erzählt Mertesacker: „Das war ein ganz anderes Gefühl.“ Und als dann kurz vor dem Anpfiff ein eineinhalbminütiger Film mit Bildern aus dem Leben von Robert Enke gezeigt wurde, kamen bei Per Mertesacker die ganzen Emotionen noch einmal hoch „Ich war nicht in der Lage, hinzuschauen“, verrät der Abwehrspieler. Nach dem Anpfiff und mit zunehmender Spielzeit aber hätte er sich dann besser gefühlt.

Mertesacker ist froh, nach der „schlimmen und intensiven Woche“ in Bremen wieder das Training aufgenommen zu haben, um sich nun wieder seiner Verantwortung bei Werder zu stellen.

Dass er das schafft, davon ist sein Trainer überzeugt. Noch am Abend nach dem Länderspiel hat Thomas Schaaf mit Mertesacker gesprochen. Per sei vom Tod Robert Enkes sehr betroffen gewesen, „und er hat sich viele Gedanken gemacht“, berichtet der Coach, „er hat mir aber auch gesagt, dass dieses Spiel wichtig für ihn war, um wieder nach vorn zu schauen. Er weiß, dass er jetzt wieder die Pflicht hat, sich bei uns einzubringen.“ Es gehe nun darum, so Schaaf, „dass man wieder in den Rhythmus kommt und sich auf die Aufgaben konzentriert“.

Was freilich nicht bedeuten soll, dass Per Mertesacker mit der Verarbeitung seiner Trauer um Robert Enke nun allein dasteht. „Es war und ist eine schlimme Zeit für Per. Wenn er darüber reden möchte und wir ihm helfen können, sind wir für ihn da“, verspricht Kapitän Torsten Frings.

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