Gesichtsfraktur und Muskelfaserriss: Werder beim Aufwärmen kalt erwischt

Schwarzer Freitag: Auch Wiese und Bargfrede k.o.

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Torwart Tim Wiese erlitt bei dem Zusammenstoß mit Markus Rosenberg eine Fraktur im Gesicht.

Bremen - Gibt‘s das denn? Jetzt schlägt das Verletzungspech bei Werder Bremen sogar schon beim Aufwärmtraining zu! Innerhalb von fünf verhängnisvollen Minuten erwischte es gestern Torwart Tim Wiese mit einer Fraktur im Gesicht und Philipp Bargfrede mit einem Muskelfaserriss in der Wade.

Beide fallen heute gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr) und auch für das Heimspiel am kommenden Wochenende gegen den FC Augsburg aus. Nach der Sperre für Torjäger Claudio Pizarro und der Oberschenkelzerrung bei Marko Marin sind es die Hiobsbotschaften drei und vier, die Werder vor dem Kracher beim amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer verkraften muss. Insgesamt fehlt Trainer Thomas Schaaf heute gleich eine ganze Elf.

Statt Pizarro und Wiese spielen heute also Niclas Füllkrug und Sebastian Mielitz. Statt Bargfrede und Marin wohl Aleksandar Ignjovski und Mehmet Ekici. „Unsere Verletztenliste war schon lang – jetzt ist sie noch länger geworden. Das ist nicht angenehm“, seufzte Werder-Chef Klaus Allofs.

Der Schock über die jüngsten Ausfälle stand ihm dabei ins Gesicht geschrieben. Denn was gestern Nachmittag in den ersten Minuten des Abschlusstrainings passiert war, ist wohl einmalig. Zuerst erwischte es Tim Wiese. Beim lockeren Aufwärmspielchen „5  gegen  2“ ging der Keeper in den Luftkampf mit Stürmer Markus Rosenberg. Beide plumpsten anschließend zu Boden, aber während „Rosi“ schnell wieder stand, blieb Wiese mit blutender Nase liegen. Er habe, berichtete der 30-Jährige später, „voll den Ellenbogen abbekommen“. Und zwar auf das rechte Auge. Wiese brach das Training ab, wurde zur Untersuchung in die Augenklinik gefahren. Dort stellte sich heraus: Ein kleiner Knochen zwischen Nasenbein und Auge ist gebrochen, zudem trug Wiese eine leichte Gehirnerschütterung davon. Pause: mindestens zehn Tage. Bitter für Werder, bitter für den Keeper. „Aber so etwas passiert halt mal. Ich hatte ja auch schon lange nichts mehr“, grummelte Wiese.

Das Stadiontor hatte sich nach seinem blutigen Abgang gerade hinter ihm geschlossen, als auf dem Trainingsplatz der Nächste das Handtuch warf. Philipp Bargfrede trottete zu Trainer Schaaf, deutete auf seine linke Wade und nahm den gleichen Weg wie Wiese: ab in die Kabine. „Es ist gleich am Anfang passiert. Ich habe da etwas in der Wade gespürt, habe es etwas aufgelockert und weitergemacht, doch es hatte keinen Sinn mehr. Das nervt natürlich“, sagte der defensive Mittelfeldspieler. Auch er muss nun voraussichtlich zehn Tage pausieren.

Seine Position wurde knapp 24 Stunden vor dem Anpfiff neu ausgeschrieben. Erster Anwärter ist Ignjovski. Aber auch Tom Trybull könnte den Part vor der Abwehr übernehmen. Oder Kapitän Clemens Fritz aus der Viererkette vor die Viererkette rücken. Sebastian Prödl käme dann trotz negativer Erfahrung beim 0:5 auf Schalke als Rechtsverteidiger infrage und Francois Affolter wieder als Nebenmann von Innenverteidiger Sokratis. Aber wer auch immer wo auch immer spielt: Es bleiben Notlösungen. · csa

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