0:2 gegen Schalke ärgert Allofs maßlos / Mertesacker: „Das war ein Rückschlag“

Schuss vor den Bug reißt Werder aus den Träumen

Auch Flügelflitzer Marko Marin konnte es nicht fassen: Werder verlor zu Hause gegen Schalke mit 0:2.

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Per Mertesacker versuchte erst gar nicht, um den heißen Brei herumzureden. „Keine Frage, das war ein Rückschlag“, sagte Werder Bremens Manndecker nach der 0:2 (0:0)-Heimpleite seiner Mannschaft im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Schalke 04.

23 Pflichtspiele in Folge waren die bereits als „Unbesiegbaren“ titulierten Hanseaten ungeschlagen geblieben, die Herbstmeisterschaft lockte – doch seit Samstagabend ist das alles Makulatur. Nach einer noch ordentlichen ersten Halbzeit hatten sich die Bremer vor 37 000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion von engagierten Schalkern nach dem Wechsel den Schneid abkaufen lassen. „Da war heute nichts Positives von dem dabei, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat. Wenn wir so gegen den HSV spielen, kriegen wir eine Klatsche“, kritisierte Werder-Sportchef Klaus Allofs sein Team – und lobte dafür den Gegner: „Schalke hat es uns vorgemacht, wie man so ein Spiel angeht. Mit Willen und Einsatzbereitschaft. Es war eindrucksvoll. Ihrer Frische hatten wir nichts entgegenzusetzen.“

Kevin Kuranyi (47.) und der gerade eingewechselte Jan Moravek mit seinem zweiten Ballkontakt (72.) hievten die Gelsenkirchener mit ihren Toren auf den zweiten Platz – Werder rutschte auf Rang vier ab.

Werder Bremen - Schalke 04

Aber nicht nur deswegen sprach Per Mertesacker von einem Rückschlag. Auch die Art und Weise, wie Bremen die Punkte herschenkte, gefiel dem Nationalverteidiger überhaupt nicht. Werder hatte den Gegner nach der Pause größtenteils gewähren lassen, war nicht mehr in die Zweikämpfe gegangen und hatte selbst nur wenig überzeugende Angriffe gefahren. „Vielleicht“, meinte Mertesacker, sei diese Niederlage nun ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit gewesen, „damit wir uns mal wieder Gedanken machen, was der richtige Weg ist“.

Der Nimbus der Unbesiegbarkeit hatte Werder vielleicht die Augen vor dem Wesentlichen verschlossen: Ohne Leidenschaft und Kampf geht’s nicht. Schon gar nicht gegen eine Spitzenmannschaft. Und so lange das nicht verinnerlicht wird, „ist das Gerede von Titeln nur Geplänkel“, meinte Mertesacker.

Kapitän Torsten Frings stellte seiner Mannschaft in Sachen Einsatzbereitschaft sogar ein Armutszeugnis aus: „Schalke hat besser gekämpft als wir. Da sind wir selbst schuld.“ Und Torwart Tim Wiese grantelte: „Uns hat der Wille gefehlt.“

Warum die Bremer ausgerechnet in diesem für die Liga richtungsweisenden Spiel schlussendlich versagten, keine Spritzigkeit und keinen Spielfluss zeigten, war auch Trainer Thomas Schaaf ein Rätsel. „Wir sind nicht mehr in die Zweikämpfe gegangen und haben nicht dagegengehalten“, ärgerte sich der 48-Jährige. Und dass sich die Bremer nach so einer tollen Serie zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde die Tür zur Herbstmeisterschaft selbst zuschlugen, warf freilich wieder einmal die Frage auf, ob Werder wirklich eine Spitzenmannschaft ist. Allofs bejahte das einschränkend: „Nur wenn wir unsere Fähigkeiten konstant abrufen, gehören wir dazu.“ Im Klartext: Mit der Leistung in Durchgang zwei gegen Schalke nicht. „Wir müssen eine Mannschaft erst niederkämpfen“, dann könne man seine spielerischen Mittel einsetzen, so der Werder-Boss.

Allofs wollte jetzt aber auch nicht alles schlecht reden. Schließlich hat Werder – um es einmal martialisch auszudrücken – eine Schlacht, aber nicht den Krieg verloren. „Wir haben jetzt zwei wunderbare Gelegenheiten, in der Europa League in Bilbao und dann in der Bundesliga beim HSV diese Niederlage zu korrigieren“, sagte der Sportchef und fügte hinzu: „Wir müssen zwar unsere Lehren aus dem Spiel ziehen, brauchen uns aber nicht zu verkriechen“ Oder wie es Mertesacker sagte: „Wieder aufrappeln und zurückschlagen.“

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