Dabei hat er Wiese in Köln entdeckt / „Tim ist schon ein bisschen wie ich“

Schumacher ist für Neuer

Toni Schumacher (Bild) mag zwar Tim Wiese, hält Manuel Neuer aber für stärker.

Werder-Bremen - (kni) · Werder-Torwarttrainer Michael Kraft hatte es sicher gut gemeint, als er Tim Wiese mit Toni Schumacher verglich (wir berichteten) – doch irgendwie ging der Schuss nach hinten los.

Denn Schumacher lobte Wiese zwar gestern in höchsten Tönen, sprach sich aber im Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor für Schalkes Manuel Neuer aus. „Für mich ist Manuel eine Nasenspitze voraus. Und ich glaube, dass es Joachim Löw genauso sieht“, sagte der Europameister von 1980, fand aber zugleich noch tröstende Worte für Wiese: „Wenn Tim bei der WM im Tor steht, wäre das auch okay und ich auch nicht nervöser als sonst.“

Schumacher lernte Wiese vor fast elf Jahren bei Fortuna Köln kennen. Der Ex-Nationalspieler war Trainer des Regionalligisten, „und ich habe Tim bei den Amateuren von der Asche runter zu den Profis auf den Rasen geholt. Man konnte schon damals sein großes Potenzial sehen“, erinnert sich Schumacher. Die Wege trennten sich allerdings recht schnell, weil der Coach wenige Monate später gefeuert wurde. Übrigens in einer legendären Aktion: Der damalige Fortuna-Präsident Jean Löring verkündete Schumacher in der Halbzeitpause gegen Mannheim mit deftigen Worten die sofortige Trennung.

Auch Wiese hielt es nicht lange in der Kölner Südstadt, er wechselte zum 1. FC Kaiserslautern. Dort wurde Gerry Ehrmann sein Torwartrainer, der einst sieben Jahre lang beim 1. FC Köln die Nummer zwei hinter Schumacher gewesen war. „Gut möglich, dass da auch was von meiner Art über Ehrmann bei Wiese gelandet ist“, glaubt Schumacher. Und der 56-Jährige hat durchaus Ähnlichkeiten mit dem Keeper von Werder Bremen entdeckt: „Tim ist schon ein bisschen wie ich. Er ist genauso kompromisslos, er verhandelt nicht um den Ball – und er lässt sich die Kugel lieber an den Kopf schießen, als ein Tor zu kassieren. Er ist wirklich ein sehr guter Torwart mit einer guten Einstellung.“

Ganz schön viel Lob, dass aber dann doch nicht ausreicht, um Wiese in Schumachers Augen zur deutschen Nummer eins werden zu lassen: „Manuel Neuer ist einfach der bessere Fußballer. Der könnte als Feldspieler in der Regionalliga spielen.“ Aber was ist mit der fehlenden internationalen Erfahrung von Neuer, der in den vergangenen Jahren nicht wie Wiese regelmäßig in der Champions League und in der Europa League gespielt hat. „Erfahrung ist nicht alles“, sagt Schumacher: „Denn wenn‘s nur nach Erfahrung gehen würde, müsste Hans-Jörg Butt spielen.“ Der Bayern-Keeper wäre nach dem Ausfall von Rene Adler immerhin „die optimale Nummer drei“, findet der Ex-Profi aus Köln und formuliert abschließend noch eine Bitte an Bundestrainer Löw: „,Jogi‘ sollte ganz entscheiden, wer denn nun die Nummer eins ist. Das brauchen gerade junge Torhüter, um die nötige Sicherheit zu bekommen.“

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