Sportliche Schieflage hat Trainer Schaaf Lust auf die Weihnachtspause verdorben

Schriller die Glocken nie klingen als zu der Krisenzeit

Die Werder-Profis – hier Tim Wiese – wollen schon heute Nachmittag Weihnachtsmann spielen und die Fans mit einem Sieg über den 1. FC Kaiserslautern vorzeitig bescheren.

Von Arne Flügge · Eigentlich mag Thomas Schaaf die Weihnachtspause. Den Kopf mal freibekommen, in den Skiurlaub nach Österreich fahren, Zeit für die Familie haben. Doch die Lust auf Besinnlichkeit und Berg-Idylle ist dem Trainer von Werder Bremen in diesem Jahr gründlich vergangen.

Die Krise nagt am 49-Jährigen. Er würde nach dem letzten Spiel der Hinserie heute (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern am liebsten bis zum Rückrundenauftakt durchtrainieren, um endlich die Fehler und Missstände auszumerzen, die seine Mannschaft auf Platz zwölf in der Liga hat absacken lassen.

Und so beantwortete der Bremer Coach die Frage, ob er die Winterpause nach Monaten der Krise herbeisehne, auch mit einem klaren Nein. „Ich würde mich in unserer Situation lieber weiter den Aufgaben stellen, sehen, dass wir uns beweisen können“, sagte Schaaf, „auch wenn es nach der hohen Belastung vielleicht gut ist, einmal durchzupusten, wäre es besser, wenn wir spielen und Punkte sammeln könnten.“

Heute zumindest haben die Bremer noch einmal Gelegenheit dazu. Und die Partie gegen den Aufsteiger aus Kaiserslautern, der nur einen Platz schlechter platziert ist als Werder, wird zu einem der viel zitierten Sechs-Punkte-Spiele. Gewinnt Werder, hat sich die Mannschaft erst mal ein wenig Luft verschafft und würde mit einem guten Gefühl in die Pause gehen. Bei einer Niederlage allerdings könnten die Hanseaten im schlimmsten Fall auf Rang 15 überwintern, nur noch einen Punkt von Relegationsplatz 16 entfernt. Abstiegsangst wäre für den Club in der Weihnachtszeit ein ständiger Begleiter.

Doch so weit will Klaus Allofs nicht denken. Er geht fest davon aus, dass seine Mannschaft heute die drei Zähler in Bremen behält: „Wir lassen die Hinserie jetzt nicht einfach so auslaufen. Wir müssen jede Chance nutzen, um die Punkte zu holen. Und gegen Kaiserslautern haben wir diese Möglichkeit.“ Zum einen könnten die Bremer laut Allofs damit die völlig verkorkste Hinrunde „noch etwas retten“. Zweitens wollen die Hanseaten ihren Fans einen versöhnlichen Abschluss bieten. Erst ein Sieg – dann ein besonderes Dankeschön. Ob die Spieler nach dem Abpfiff wieder ins Weihnachtsmann-Kostüm schlüpfen oder diesmal das Büßerhemd überstreifen müssen, wird das Ergebnis zeigen. „Die Fans hatten es nicht einfach. Zum einen haben wir keine tollen Leistungen gezeigt, dann waren auch die Umstände im Weserstadion durch den Umbau nicht immer leicht. Dennoch haben sie uns immer unterstützt“, sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs.

Schöner als ein Dankeschön wäre für die Anhänger sechs Tage vor Heiligabend sicherlich ein vorweihnachtliches Geschenk in Form von drei Punkten. „Damit können wir auch ein Signal aussenden für das, was wir in der Rückrunde vorhaben“, sagte der Werder-Sportdirektor.

Denn das Ziel der Bremer ist trotz der momentanen Krisensituation weiterhin, in der Rückrunde noch einen internationalen Startplatz zu holen. Den letzten, der dafür berechtigt, belegt derzeit der SC Freiburg als Fünfter mit 27 Zählern. Die Breisgauer liegen damit acht Punkte vor Werder. „Das ist sicherlich eine Menge“, weiß Allofs, „umso wichtiger ist, dass wir jetzt gegen Kaiserslautern gewinnen. Im letzten Jahr haben wir mit einer beeindruckenden Serie noch den dritten Platz geholt. Warum soll uns so etwas ähnliches nicht noch einmal gelingen?“

Dass Werder nicht mehr von der Champions League zu sprechen braucht, darüber ist sich Allofs im Klaren: „Die Europa League –  das ist jetzt die Messlatte, obwohl sie niedriger liegt als noch zu Saisonbeginn, aber wir müssen auch eine realistische Einschätzung abliefern.“

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