Werder holt Österreicher – und der wechselt „in eine andere Welt“

Schöner spielen – deshalb kommt Junuzovic sofort

Technisch stark und kreativ soll Zlatko Junuzovic sein und so das Bremer Spiel beleben. ·

Bremen - Es fröstelte gestern ganz fies in Bremen, doch für den SV Werder war schon Sommer: Der Bundesligist zog den eigentlich erst in fünf Monaten geplanten Wechsel von Zlatko Junuzovic kurzerhand vor. Denn die Bremer möchten im Mittelfeld wieder kreativer sein und schöner spielen.

Dafür überweist Werder dem Vernehmen nach 400 000 Euro an Austria Wien, im Sommer wäre der 24-jährige Österreicher ablösefrei gewesen. Heute oder morgen soll Junuzovic in Bremen eintreffen und nach bestandenem Medizincheck am Montag offiziell vorgestellt werden. Der beidfüßige Mittelfeldspieler erhält einen Vertrag bis Ende Juni 2015.

„Es war schon immer mein Traum, in Deutschland zu spielen“, sagte der Nationalspieler (16 Einsätze/ein Tor) dem Internetportal „Laola1.at“: „Ich habe mich im Nationalteam informiert, wie es in der deutschen Liga so ist. Ich stelle mir das ein bisschen wie eine andere Welt vor.“

Da kommt es ihm ganz gelegen, dass in Sebastian Prödl ein guter Kumpel schon länger in Bremen spielt. „Sebastian hat mir viele allgemeine Dinge über Werder und Bremen erzählt. Da war sehr viel Positives dabei. Ich denke, es ist der richtige Schritt“, berichtete Junuzovic dem „Kurier“. Für Prödl, der nach seiner schweren Gesichtsverletzung das Krankenhaus gestern verlassen durfte und heute beim Leverkusen-Spiel auf der Tribüne sitzen will, passt der Wechsel ebenfalls: „Es freut mich sehr, ihn als langjährigen Freund bald in Bremen zu sehen. Zlatko hat ein Riesentalent und einen sehr großen Ehrgeiz, das immer zu zeigen.“

Davon ist natürlich auch Werder überzeugt. Schon lange hat Klaus Allofs den Österreicher auf dem Zettel. Nun ging alles ganz schnell. „Wir waren uns mit dem Spieler schon für den Sommer einig. Jetzt gab es die Möglichkeit, ihn zu fairen Bedingungen zu holen“, erklärte der Werder-Boss. Ein Grund sei auch die Verletzung von Aaron Hunt gewesen, der wegen Leistenproblemen seit Jahresbeginn fehlt und noch auf unbestimmte Zeit ausfällt. Außerdem würde es der Mannschaft gut tun, so Allofs, „einen weiteren kreativen Spieler zu bekommen“. Denn in dieser Saison lief es spielerisch nur selten so gut wie früher, als Werder für schönen Fußball stand.

„Zlatko ist ein guter Techniker, der kreativ ist. Und er ist ein guter Vorbereiter, der auch torgefährlich ist“, beschrieb Allofs den neuen Mann, der in dieser Saison in 19 Ligaspielen für die Austria sechs Treffer und acht Assists verzeichnete. Als Ersatz für den bislang eher enttäuschenden Regisseur Mehmet Ekici sieht Allofs den Österreicher allerdings nicht: „Wir suchen nicht den einen Spielmacher.“

Junuzovic hätte allerdings nichts dagegen, diese Rolle einzunehmen. Auf die Frage des „Kurier“, welche Position für ihn in Bremen infrage kommt, antwortete der 24-Jährige: „Bei einer Mittelfeld-Raute sind es gleich drei. Links oder rechts auf der Seite oder zentral offensiv.“

Positionen, die auch ein Marko Marin einnehmen kann. Doch der 22-Jährige war zuletzt außen vor, nun ist er verletzt. Die Gerüchte, dass er noch in dieser Transferperiode (bis Dienstag) wechselt, halten sich hartnäckig. Sie kriegen durch die Verpflichtung von Junuzovic sogar neue Nahrung. Doch Allofs sieht da keinen Zusammenhang – und bekräftigt noch einmal: „Es gibt weder für Marin noch für Wesley irgendetwas Konkretes.“ Andererseits sagt er aber auch: „Erst am 31. Januar ist die Transferphase abgeschlossen, deshalb will ich mir auch keine Fesseln anlegen.“ Bei Junuzovic war schließlich plötzlich auch Sommer mitten im Winter. · kni

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