Keine hängenden Köpfe mehr bei Werder – auch, weil die Konkurrenz weiter patzt

Schnelles Umschalten in den Zuversichts-Modus

+
Frust nach dem 2:2: Werders Kevin De Bruyne (links) und Philipp Bargfrede.

Bremen - Philipp Bargfrede drückte es drastisch aus. „Als ich am Abend an das Spiel gedacht habe, hätte ich kotzen können“, sagte der Mittelfeldmann und stöhnte: „Wir haben hier ein großes Ding verschenkt.“ Durch das 2:2 (nach 2:0-Führung) gegen den direkten Konkurrenten 1899 Hoffenheim hat sich die Lage für Werder nicht entspannt.

Die Bremer bleiben im Kreis der Abstiegskandidaten und müssen den anderen bedrohten Teams dankbar sein, dass auch sie regelmäßig patzen.

„Es ist traurig, dass wir uns auf die anderen Mannschaften verlassen müssen. Vor vier, fünf Monaten haben wir noch auf den sechsten Platz und den internationalen Wettbewerb geschielt. Und jetzt schielen wir auf diesen Scheiß-Relegationsplatz“, haderte Stürmer Nils Petersen kurz nach dem Keller-Krimi.

Gut für Werder: Der FC Augsburg verlor gestern Nachmittag in Freiburg (0:2), sodass die Bremer (33 Punkte) nun sogar drei Punkte Vorsprung auf die Verfolger Düsseldorf (15./1:3 in Frankfurt) und Augsburg (16.) haben.

Das kann helfen, das Negativerlebnis, für das Hoffenheims Joker Sven Schipplock mit seinem späten Doppelpack zum 2:2 (85./90. + 1) gesorgt hatte, besser und schneller zu verdauen. „Wir müssen uns ärgern, wir müssen auch enttäuscht sein. Aber nur ein, zwei Tage. Dann geht es weiter“, forderte Sportchef Thomas Eichin. Auch Kapitän Clemens Fritz, der gestern „keine hängenden Köpfe mehr“ bei seinen Mannschaftskollegen sah, schaltete schnell um in den Zuversichts-Modus: „Nachtrauern hilft uns nicht weiter. Wir müssen wieder aufstehen. Und ich bin davon überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen.“

Die Noten der Spieler:

Die Einzelkritik: De Bruyne immer gefährlich

Dieser große Optimismus erstaunt, denn der Trend spricht klar gegen Werder. Die Bremer sind seit nunmehr elf Spielen sieglos. Der letzte Erfolg datiert vom 9. Februar (4:1 in Stuttgart), danach gab es sechs Niederlagen und fünf Unentschieden. Inzwischen wackelt sogar der Vereinsrekord aus der Saison 1995/96, als Werder unter Aad de Mos und dessen Trainer-Nachfolger Dixie Dörner zwölf Mal hinterein-ander nicht gewonnen hatte. Und: Die Bremer rutschten in der Rückrundentabelle (elf Punkte) auf den vorletzten Platz ab – hinter die bereits als Absteiger feststehende Spielvereinigung Greuther Fürth (12). Nur Düsseldorf (9) ist noch schlechter.

Werder spielt nur Unentschieden

Werder spielt nur unentschieden gegen Hoffenheim

Trotz dieser alarmierenden Zahlen geht Werder guter Dinge ins nächste Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt. „Wenn wir so auftreten wie in Leverkusen und über weite Strecken gegen Hoffenheim, werden wir gewinnen. Und dann ist alles in Ordnung“, sagte Abwehrchef Sokratis. Mut macht den Bremern vor allem der gestärkte Zusammenhalt. Es schießt keiner mehr quer, wie es die suspendierten Marko Arnautovic und Eljero Elia getan hatten. „Wir sind jetzt ein Team“, sagte Sokratis. Und auch Bargfrede urteilte zufrieden: „Die Mannschaft hat ein Gesicht.“ · mr

Das könnte Sie auch interessieren

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Meistgelesene Artikel

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Kommentare