Schmidt stoppt Eto’o – und macht einen Fan glücklich

Abgekocht: Dominik Schmidt (li.) stoppt Superstar Samuel Eto’o.

Werder-Bremen - BREMEN (flü) · Wie sich die Zeiten ändern: Bei Inter Mailands 4:0-Triumph im Hinspiel war Samuel Eto’o mit drei Toren noch Werders Henker gewesen – am Dienstagabend musste der Superstar nun am eigenen Leibe erleben, wie es ist, selbst in Ketten gelegt zu werden.

Und dass dies ein junger Bremer Nachwuchsspieler tat, wird dem Kameruner überhaupt nicht gefallen haben. Dominik Schmidt machte als Rechtsverteidiger gegen den häufig über die rechte Bremer Abwehrseite kommenden Eto’o ein starkes Spiel. Freilich war der 23-Jährige nicht fehlerfrei, ließ sich gegen Ende der Partie auch einmal „tunneln“, doch mit viel Engagement und Willen hatte Schmidt den Mailänder Superstar insgesamt gut im Griff.

Werder Bremen besiegt Inter Mailand 3:0

Werder Bremen besiegt Inter Mailand mit 3:0

Angst vor dem großen Namen hatte Schmidt nicht. „Wenn du auf dem Platz stehst, ist er ein Gegner wie jeder andere. Du nimmst es nicht so wahr, dass dir da jetzt ein Superstar gegenübersteht“, sagte der Bremer: „Wichtig ist, dass du so gut wie möglich aussehen willst, dich so geschickt wie möglich anstellen willst.“

Die Noten der Werder-Spieler

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Das tat Schmidt. Und häufig mit so viel Einsatz, dass es Eto’o ein paar Mal zu bunt wurde. „Er hat mir signalisiert, dass ich vorsichtiger sein soll. Er wollte sich nicht verletzten, weil Inter in der kommenden Woche die Club-WM bestreitet“, sagte Schmidt. Doch darauf nahm der Bremer keine Rücksicht. Hart aber fair ging’s weiter zur Sache. Und dass Eto’o Mitte der zweiten Halbzeit eine plumpe Schwalbe produzierte, ärgerte den Bremer schon ein wenig, „weil ich einen sauberen Zweikampf bestritten hatte“.

Am Ende hatte Schmidt mit dafür gesorgt, dass Eto’o nur einen Torschuss zu verzeichnen hatte – und dabei wäre der Ball fast noch ins Seitenaus geflogen.

Andere Spieler in seiner Situation hätten es dann sicher kaum abwarten können, nach dem Abpfiff das Trikot mit dem Superstar zu tauschen. Doch Dominik Schmidt ist anders. „Es war super, gegen ihn zu spielen, aber ich mache jetzt keine Trikotsammlung auf“, erklärte der Abwehrspieler: „Ich habe mein Trikot wie schon gegen St. Pauli einem Rollstuhlfahrer geschenkt. Sie haben es in ihrem Leben schon schwer genug. Trotzdem kommen sie immer ins Stadion, um uns zu unterstützen. Da ist es mir wichtiger, ihnen eine Freude zu machen.“

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