Die schmerzhafte Ekici-Erklärung

Es zwickt in den Adduktoren: Mehmet Ekici (re.) zeigt’s Trainer Thomas Schaaf an. ·

Werder-Bremen - DONAUESCHINGEN · Als wäre der SV Werder Bremen nicht schon genug von Ausfällen geplagt, jetzt kauft sich der Bundesligist das Verletzungspech auch noch ein: Gestern verriet Neuzugang Mehmet Ekici im Trainingslager in Donaueschingen, dass er in der vergangenen Saison beim 1. FC Nürnberg nur dank Schmerz stillender Spritzen spielen konnte.

Vor zehn Tagen stoppten die Adduktorenprobleme den Fünf-Millionen-Euro-Einkauf auch bei Werder, seitdem absolviert er ein individuelles Programm. Diesmal soll nicht mehr gespritzt, sondern die Verletzung komplett auskuriert werden. Wann der große Hoffnungsträger für die Kreativabteilung wieder spielen kann, ist völlig offen.

Erstmal ist aber Schonung angesagt – und zwar nicht nur ein bisschen, sondern richtig. Ekici verließ gestern Nachmittag völlig überraschend das Trainingslager und reiste nach Bremen zurück. Das bestätigte Frank Baumann als Assistent der Geschäftsführung.

Fotos vom Trainingslager in Donaueschingen

Trainingslager am Dienstag

Trainingslager in Donaueschingen

Ekicis Abreise ist ein Rückschlag für alle. Denn am Vormittag hatte noch nichts auf den überstürzten Abgang hingedeutet. Ekici sprach über seine Probleme, das Ausmaß schien ihm aber selbst nicht ganz klar gewesen zu sein. „Natürlich bin ich traurig, dass ich hier nicht richtig mittrainieren kann. Aber wir können das alles nachholen“, meinte der Fünf-Millionen-Einkauf. Die Frage ist nur: Wann?

Ekici gilt als später Nachfolger von Mesut Özil als der große Hoffnungsträger für wieder schönen und erfolgreichen Fußball an der Weser. In der Vorbereitung sollte der Spielmacher sein Team lenken und führen lernen.

Doch daraus wird nichts – und das ist mit dem neuesten Wissen gar nicht mal eine so große Überraschung. Denn der 21-Jährige berichtete gestern: „Es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Adduktorenprobleme habe. Im April 2010 wurde ich an beiden Leisten operiert. Ich hatte rechts und links einen Leistenbruch.“ Deshalb verpasste er auch die Schlussphase der Drittliga-Saison mit dem FC Bayern München II. Es folgte der Wechsel zum 1. FC Nürnberg – und das war die große Bundesliga-Chance für das Talent aus München. Das erklärt wahrscheinlich auch folgende Aussagen von Ekici: „In Nürnberg hatte ich wieder Probleme, das haben wir mit Spritzen bekämpft. Ich habe dann auch 32 Spiele gemacht, immer mittrainiert. Ich hatte zwar Schmerzen, aber so haben wir es halt über die Runden gebracht.“ Für die Karriere müssen junge Spieler eben auch mal auf die Zähne beißen und durchaus unvernünftige Dinge tun. Doch damit ist jetzt Schluss. „An erster Stelle steht die Gesundheit, nur wenn ich fit bin, kann ich auch optimale Leistung bringen“, sagte Ekici und fügte noch an: „Jetzt wollen wir es richtig angehen, damit ich dann schmerzfrei spielen kann.“

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Werder muss nun ausbaden, was in Nürnberg versäumt wurde. Und der Bundesligist muss damit leben, dass Ekici ein Sorgenkind bleiben könnte. Denn der 21-Jährige antwortete auf die Frage, ob der Adduktorenbereich sein Schwachpunkt sei, mit einem deutlichen: „Ja. Wir könnten es jetzt auch mit Spritzen bekämpfen, dann könnte ich morgen wieder mittrainieren. Aber das wäre nicht gut für mich.“

Es ist also Geduld gefragt. Und Vorsicht. Die Vorbereitung auf Norderney war für Ekici zu hart gewesen. Seitdem ist er außer Gefecht gesetzt, absolviert nur noch ein individuelles Training. Einen angestrebten Zeitpunkt für eine Rückkehr ins Mannschaftstraining konnte er nicht nennen: „Ich weiß es nicht.“

Damit muss Werder auf den nächsten prominenten Ausfall warten und sich die Fragen gefallen lassen: Wie konnte Ekici den Medizincheck bestehen? Warum wurde ein Spieler mit dieser Vorgeschichte für so viel Geld verpflichtet? · kni

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