Werder beim VfB Stuttgart – oder: 24 Gegentore in fünf Spielen

Schmach-Alarm im Schwabenland

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Frustrierende Erinnerungen: Wenn Aaron Hunt mit Werder in den vergangenen Jahren in Stuttgart spielte, jubelte meistens der Gegner (wie 2010 beim 6:0/kleines Bild). ·

Bremen - Beim Refrain des Songs „Bro Hymn Tribute“ von der kalifornischen Punkband Pennywise müsste es Aaron Hunt eigentlich eiskalt den Rücken herunterlaufen. Dieses „Oh, Ohohoh, Ohoh, Ohohoh“ ertönt immer, wenn der VfB Stuttgart in der heimischen Mercedes-Benz Arena ein Tor schießt – und das war gegen Werder in den vergangenen Jahren sehr, sehr häufig der Fall.

Schmerzhafte Erinnerungen also für den Bremer Vizekapitän Hunt, der bei vier von fünf Desastern im Schwabenland auf dem Platz stand.

Warum es ausgerechnet in Stuttgart so mies läuft, kann der 26-Jährige nicht en Detail erklären. Er erinnert sich aber noch an zu schwaches Defensivverhalten bei seinem Team. „Der VfB hat uns einige Male sehr gut ausgekontert, das war so.“

Doch damit soll jetzt Schluss sein. Am Samstag (15.30 Uhr), glaubt Hunt, wird für Werder in Stuttgart endlich alles besser: „Es wird ein sehr schwierige Spiel, klar. Die Stuttgarter stehen nach den drei Niederlagen unter Druck und wollen ihren Fans zeigen, dass sie noch da sind. Sie werden uns wie in den letzten Jahren nichts schenken, sondern alles abverlangen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir noch mal so viele Tore kassieren.“

In den vergangenen acht Jahren hat Werder nur ein Mal beim VfB gewonnen. Das 2:0 am 4. Oktober 2009 (Tore durch Claudio Pizarro und Hunt) war ein Ausreißer nach oben, ansonsten gab es immer wieder kräftig Haue (24 Gegentore in fünf Spielen) – ein Rückblick:

13. April 2012 

Der Start ist verheißungsvoll. Markus Rosenberg trifft zum 1:0 (25.). Werder wähnt sich auf einem guten Weg zum Auswärtssieg, den die Bremer im Kampf um die internationalen Ränge dringend brauchen. Doch der knappe Vorsprung scheint den Gästen zu reichen, sie machen fast nichts mehr nach vorne, geraten immer mehr unter Druck und packen hinten nicht entschlossen genug zu. Christian Gentner (37.), der Ex-Bremer Martin Harnik (45./53.) und Cacau (89.) drehen den Spieß mühelos um. „Wir führen 1:0, dann muss man natürlich anders verteidigen. Das war viel zu leicht für Stuttgart“, schimpft Bremens Sportchef Klaus Allofs. Und Trainer Thomas Schaaf ergänzt: „Wir haben keine Ruhe in unser Spiel bekommen.“

7. November 2010

Es ist nicht nur die vierte Pflichtspiel-Pleite in Folge für Werder, sondern ein absolutes Desaster – der Tiefpunkt der Saison. Für den Untergang beim Tabellenvorletzten schämen sich hinterher alle Bremer. „Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen, so eine Leistung ist nicht zu erklären“, stammelt Kapitän Torsten Frings. „Das war traurig anzusehen“, sagt Sportchef Allofs. Ciprian Marica (10.) und Cacau (31./45.) belohnen den Stuttgarter Offensivwirbel schon vor der Pause mit drei Treffern. Frings vergibt die dickste Werder-Chance, als er mit einem an Aaron Hunt verursachten Elfmeter an VfB-Keeper Sven Ulreich scheitert (22.). Im zweiten Durchgang zerfallen die Bremer dann noch mehr in ihre Einzelteile und werden aus dem Stadion geprügelt. Christian Gentner (68.), Georg Niedermeier (73.) und Arthur Boka (86.) machen das halbe Dutzend voll. Wiese hält zwischendurch sogar noch einen Elfmeter von Cacau (61.). Am nächsten Tag gibt’s in Bremen eine Krisensitzung, die Profis müssen sich unter anderem das Horrorvideo vom Vorabend anschauen.

4. Oktober 2008

Schwerfällig, ideenlos – und extrem anfällig bei schnellen Angriffen der Schwaben. „Ich habe keine Erklärung dafür“, rätselt Clemens Fritz. Keeper Tim Wiese schon: „Wir sind mal wieder ausgekontert worden, das ist unser Manko.“ Sami Khedira (18.) und Christian Träsch (29.) bringen den VfB früh auf die Siegerstraße. Roberto Hilbert legt nach (63.) – und nach Diegos Freistoß zum 1:3 (65.) ist wieder Stuttgart dran. Martin Lanig setzt den Schlusspunkt (88.).

8. März 2008

Der Tabellenzweite Werder rennt in sein Verderben und erleidet einen riesigen Rückschlag im Titelrennen. Völlig neben der Kappe stehen die Innenverteidiger Naldo (Note 5,5) und Per Mertesacker (6). Aber auch die meisten Teamkollegen erwischen einen rabenschwarzen Tag. Hugo Almeida schießt zwar das 1:0 (9.), doch Mario Gomez kontert per Doppelpack (20./43.). Nach der Pause gelingt Sebastian Boenisch der Ausgleich (60.) – aber anstatt damit mal zufrieden zu sein, macht Werder total auf. Erneut Gomez (65.) und Cacau (66.) treffen für den VfB. Markus Rosenberg macht es mit seinem 3:4 (77.) noch mal spannend, doch Mertesackers Eigentor (84.) versetzt Werder den K.o.. Cacau erzielt sogar das 6:3 (87.). Und Mertesacker „krönt“ seine Leistung mit einer völlig unnötigen Notbremse an Gomez – Rot (89.). „Ich bin am untersten Tiefpunkt meiner Karriere“, stöhnt „Merte“.

Sportchef Allofs schäumt hinterher vor Wut: „Wenn man sich auswärts fünf von sechs Toren durch Konter einfängt, muss man sich fragen: Ist das nur naiv oder taktisch undiszipliniert?“

10. Februar 2007

Im Spitzenspiel des Zweiten (Werder) beim Dritten (VfB) lassen sich die Bremer mit einfachen Mitteln demütigen. „Darüber müssen wir reden“, sagt Stürmer Miroslav Klose. „Wir haben uns benommen wie Vollidioten. Der Trainer hat uns vor Kontern gewarnt – und genau darauf fallen wir hier rein“, poltert Kapitän Torsten Frings. Roberto Hilbert (3.), Mario Gomez (15.), Ludovic Magnin (32.) und Marco Streller (87.) schießen die Tore für den späteren Meister Stuttgart. Diegos 1:2 (22.) ist für Werder viel zu wenig. · mr

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