Klaus Allofs kann sich nicht zu einem „Ja“ durchringen / Auch Thomas Schaaf zögert

Schlechte Chemie in den Gesprächen?

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Seit zwölf Jahren bilden sie die sportliche Führung bei Werder. Jetzt muss der Verbleib von Sportchef Klaus Allofs (li.) und Trainer Thomas Schaaf in Frage gestellt werden.

Bremen - Zu einem „Ja“ konnte sich Klaus Allofs nicht durchringen. Als gestern im „Doppelpass“, dem Fußball-Talk auf Sport1, seine Vertragsverhandlungen bei Werder Bremen zum Thema wurden, kam natürlich die Frage: „Wollen Sie weitermachen?“

Allofs verkniff das Gesicht und gab eine Antwort, die so gar nicht dazu geeignet ist, die Gerüchte über einen bevorstehenden Abschied von Werder als Ergebnis eines Zerwürfnisses zwischen ihm und Willi Lemke zu zerstreuen. Im Gegenteil: Was er sagte, gab dem Ganzen nur noch mehr Nahrung. „Die Chemie muss stimmen“, sagte Allofs.

Allein weil er es so formulierte, muss angenommen werden, dass sie es nicht tut. Und dass der Graben zwischen ihm als Vorsitzendem der Geschäftsführung und Lemke als Chef des Aufsichtsrates nach dem Sommer-Theater um die zu bewilligende Leihgebühr für Sokratis weiterhin tief ist. Wenngleich Allofs betonte: „Man darf die Angelegenheit nicht auf einen Zweikampf Lemke/Allofs reduzieren.“

Ein Duell am Verhandlungstisch ist es aber in jedem Fall. So soll das Vertragsangebot an Allofs eine gravierende Abweichung zum noch bis Saisonende laufenden Arbeitspapier beinhalten. Das Gehalt des Geschäftsführers soll – ähnlich wie bei Spielerverträgen – an den Erfolg der Mannschaft gekoppelt werden. Ob das stimmt? „So tief gehe ich da nicht drauf ein“, meinte Allofs und gab – wie gehabt – keine weitere Auskunft zum Stand der Gespräche.

Duplizität der Ereignisse: Auch mit Thomas Schaaf stockt‘s. Während Allofs auf der einen Seite mit Lemke den Konsens sucht, muss er parallel die Verhandlungen mit dem Trainer führen. Auch dessen Vertrag läuft am Saisonende aus. „Erste Gespräche“, erklärte Allofs, „haben stattgefunden“. Allerdings ohne Klarheit zu bringen. „Thomas macht sich Gedanken“, berichtete der Sportdirektor. Und dafür braucht er offenbar viel Zeit. Die aktuelle Länderspielpause in der Bundesliga wird nicht reichen, eine Unterschrift erwartet Allofs – wenn überhaupt – nicht vor Weihnachten: „Es sollte nicht März oder April werden, aber in den ersten Wochen des neuen Jahres sollte es schon passieren.“

Damit wäre Schaaf spät dran. Der jetzt auslaufende Kontrakt wurde Mitte Dezember 2010 fixiert, der davor Mitte Oktober 2007. Möglich, dass er diesmal die Entwicklung zwischen Allofs und Lemke abwarten will. · csa

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